Gerresheimer, Aktie

Gerresheimer Aktie: BaFin prĂŒft seit MĂ€rz Bormioli-Finanzierung

15.05.2026 - 09:20:10 | boerse-global.de

Trotz Kurserholung von 43 Prozent im Monat: Hedgefonds wetten gegen Gerresheimer, wĂ€hrend die BaFin die Bilanzen prĂŒft.

Gerresheimer Aktie: BaFin prĂŒft seit MĂ€rz Bormioli-Finanzierung - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Gerresheimer Aktie: BaFin prĂŒft seit MĂ€rz Bormioli-Finanzierung - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die Gerresheimer-Aktie legt eine beachtliche Erholungsrallye hin. Auf Monatssicht steht ein Plus von knapp 43 Prozent auf dem Kurszettel. Hinter den Kulissen braut sich allerdings ein massives Risiko zusammen. Hedgefonds wetten im großen Stil gegen den Verpackungsspezialisten, wĂ€hrend die Finanzaufsicht die Bilanzen durchleuchtet.

Aktuell notiert das Papier bei 25,20 Euro. Das bedeutet zwar einen gewaltigen Abstand zum Tief vom Februar, auf Jahressicht bleibt jedoch ein Verlust von rund 60 Prozent. LeerverkÀufer halten den Druck aufrecht. Gut elf Prozent der meldepflichtigen Aktien sind leerverkauft. Internationale Akteure wie Arrowstreet Capital justieren ihre Short-Positionen derzeit nur minimal.

BaFin prĂŒft Bilanzen

Den Kern der Unsicherheit bildet eine laufende Untersuchung der BaFin. Die Aufseher prĂŒfen seit MĂ€rz einen Konzernzwischenabschluss. Im Fokus stehen mögliche Fehler rund um die Bormioli-Finanzierung. Konkret geht es um falsch ausgewiesene Leasingverbindlichkeiten und fehlerhafte Nutzungsdauern bei Entwicklungskosten. Hinzu kommen fragliche Wertminderungen im Segment Advanced Technologies. Dieses stand zuletzt mit knapp 197 Millionen Euro in den BĂŒchern.

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Der testierte Jahresabschluss fĂŒr 2025 lĂ€sst wegen dieser PrĂŒfungen auf sich warten. Banken und Schuldschein-Investoren gewĂ€hren dem Unternehmen nun eine FristverlĂ€ngerung bis Ende September 2026. Wichtige Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad sind vorĂŒbergehend ausgesetzt. Das verschafft dem Management dringend benötigte Atemluft.

Anlagenverkauf soll LiquiditÀt sichern

Parallel dazu treibt Gerresheimer den Verkauf der US-Tochter Centor voran. Die Investmentbank Morgan Stanley sucht nach KĂ€ufern fĂŒr die auf Medikamentenverpackungen spezialisierte Sparte. Die Transaktion soll noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden. Im gleichen Schritt verkleinert der Konzern sein Produktionsnetzwerk. Das Werk in Chicago Heights schließt, die KapazitĂ€ten wandern nach Italien und Indien.

An der operativen Prognose rĂŒttelt der Vorstand nicht. FĂŒr 2026 plant das Management mit Erlösen von bis zu 2,4 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge soll bei rund 18 Prozent liegen.

Der nĂ€chste wichtige Meilenstein fĂ€llt in den Juni. Dann will Gerresheimer den ausstehenden Jahresabschluss vorlegen. Liefert das Testat keine negativen Überraschungen, könnte der hohe Leerverkaufsbestand einen Short-Squeeze begĂŒnstigen. Bei weiteren BilanzmĂ€ngeln droht der jĂŒngsten Kurserholung ein abruptes Ende.

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