Gewerbeimmobilien: Metropolen verlieren, Regionen gewinnen
14.04.2026 - 12:21:44 | boerse-global.deWÀhrend das Transaktionsvolumen bundesweit um 23 Prozent auf 7,55 Milliarden Euro zulegte, brachen die Top-7-StÀdte ein. Die Hauptlast trugen Berlin und Hamburg.
Kapital flieĂt in die Regionen ab
Die Zahlen offenbaren eine klare Trendwende. In den groĂen Metropolen wie Berlin, Hamburg und Frankfurt sank das Investitionsvolumen insgesamt um 17 Prozent. Besonders drastisch: Hamburg verzeichnete einen Einbruch von 59 Prozent, Berlin ein Minus von 44 Prozent.
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Gleichzeitig boomt das GeschĂ€ft auĂerhalb dieser Zentren. In den Regionen schnellte das Volumen um 59 Prozent auf ĂŒber 5 Milliarden Euro. Das Kapital sucht offenbar neue Wege â und findet sie in der FlĂ€che.
Berlin: Leerstand in der Peripherie, Boom in der City
Doch selbst in den schwĂ€chelnden Metropolen gibt es helle Flecken. Der Berliner BĂŒromarkt zeigt sich widersprĂŒchlich. WĂ€hrend einfache FlĂ€chen in Randlagen leiden, konzentriert sich die Nachfrage auf Premium-Lagen in Mitte.
Im ersten Quartal wurden in der Hauptstadt rund 148.100 Quadratmeter BĂŒroflĂ€che neu vermietet â der beste Jahresstart seit 2022. Die Spitzenmiete fĂŒr Top-Objekte liegt bei etwa 47,50 Euro pro Quadratmeter. Ein Beispiel: Der Baukonzern Strabag mietete kĂŒrzlich 12.000 Quadratmeter im Projekt âBâElla Berlinâ.
GroĂprojekte setzen weiterhin Akzente
Trotz der ZurĂŒckhaltung in den Metropolen gehen spektakulĂ€re Einzeldeals ĂŒber die BĂŒhne. Ein Konsortium aus CRX Real Estate und der MB RE Group kaufte Mitte April ein GebĂ€udeensemble in Berlin-Kreuzberg von der Adler Group.
Auf den gewerblichen TeilflÀchen planen die Investoren entweder einen Neubau oder die Entwicklung eines Hotels mit rund 300 Zimmern. Das Signal: In erstklassigen Lagen bleibt die Investitionsbereitschaft hoch.
Gesundheitsimmobilien als Gewinnersegment
Ein klarer Treiber des Marktes sind Spezialimmobilien. Das Segment der Gesundheitsimmobilien verdoppelte sein Volumen nahezu auf 1,23 Milliarden Euro. BĂŒroimmobilien legten moderat um neun Prozent auf 1,66 Milliarden Euro zu.
AuslĂ€ndische Investoren spielten eine wesentliche Rolle. Sie zeichneten fĂŒr rund 43 Prozent des gesamten Investitionsvolumens verantwortlich.
Politik plant Förderoffensive
Die Bundesregierung reagiert auf die Marktherausforderungen mit neuen Programmen. Ab Juli 2026 startet das Förderprogramm âGewerbe zu Wohnen (GzW)â. FĂŒr den Umbau leerstehender BĂŒroflĂ€chen zu Wohnraum sind ZuschĂŒsse von bis zu 30.000 Euro pro Einheit geplant.
Parallel arbeitet die Politik an vereinfachten Bauvorschriften (âGebĂ€udetyp Eâ) und beschleunigten Genehmigungsverfahren (âBau-Turboâ). Justizminister Marco Buschmann plant zudem, Indexmieten in angespannten MĂ€rkten auf maximal 3,5 Prozent pro Jahr zu begrenzen.
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Finanzierung bleibt herausfordernd
Trotz gestiegener Transaktionen ist die Stimmung unter Finanzierern gedĂ€mpft. Ein Branchenbarometer zeigte fĂŒr das erste Quartal einen Wort von -9,74 Punkten. 27 Prozent der Institute berichten von verschlechterten Finanzierungsbedingungen.
Die durchschnittlichen Margen liegen fĂŒr Bestandsimmobilien bei 169 Basispunkten. FĂŒr risikoreichere Projektentwicklungen werden im Schnitt 262 Basispunkte fĂ€llig. Der durchschnittliche Beleihungsauslauf wird mit rund 63,5 Prozent beziffert.
EuropÀische Nachbarn zeigen StÀrke
Im Vergleich zu Deutschland prĂ€sentieren sich andere europĂ€ische MĂ€rkte robust. In der Schweiz stiegen die Transaktionspreise fĂŒr Immobilien im ersten Quartal um 0,4 Prozent. In Wien liegen die Bruttorenditen fĂŒr ZinshĂ€user zwischen 2,5 und 4,5 Prozent bei einer minimalen Leerstandsquote von 1,2 Prozent.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland bleiben jedoch herausfordernd. FĂŒhrende Institute senkten ihre Wachstumsprognose fĂŒr 2026 auf lediglich 0,6 Prozent. Immerhin bietet das Zinsumfeld Planungssicherheit: Der EZB-Leitzins liegt bei 2,5 Prozent.
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