Gjensidige, NO0010582521

Gjensidige Forsikring ASA-Aktie (NO0010582521): Solider norwegischer Versicherer im Fokus nach frischen Quartalszahlen

17.05.2026 - 18:55:49 | ad-hoc-news.de

Gjensidige Forsikring ASA hat kürzlich neue Quartalszahlen vorgelegt und bestätigt seine Rolle als wichtiger Schaden- und Unfallversicherer in Skandinavien. Wie ist das Kerngeschäft aufgestellt und welche Faktoren treiben die Entwicklung der Aktie für Anleger in Deutschland?

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Gjensidige Forsikring ASA zählt zu den führenden Schaden- und Unfallversicherern in Norwegen und ist zudem in anderen nordischen Märkten aktiv. Das Unternehmen hat am 24.04.2024 seine Zahlen für das erste Quartal 2024 vorgelegt und dabei einen deutlichen Ergebnissprung gemeldet, wie aus der Mitteilung auf der Investor-Relations-Seite hervorgeht, laut Gjensidige IR Stand 24.04.2024. Nach Unternehmensangaben stieg der Gewinn vor Steuern im Zeitraum Januar bis März 2024 deutlich gegenüber dem Vorjahr, getragen von einem höheren Versicherungsergebnis und positiven Kapitalerträgen.

Im ersten Quartal 2024 erzielte Gjensidige nach eigenen Angaben ein Vorsteuerergebnis von umgerechnet mehreren Milliarden norwegischen Kronen, während die Combined Ratio, also das Verhältnis von Schadenaufwendungen und Betriebskosten zu den verdienten Prämien, sich im Vergleich zum Vorjahresquartal weiter verbesserte, laut Gjensidige IR Stand 24.04.2024. Das Management verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass sowohl eine disziplinierte Zeichnungspolitik als auch eine Normalisierung der Schadensituation in einigen Segmenten zum Ergebnis beitrugen.

Stand: 17.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Gjensidige
  • Sektor/Branche: Versicherungen (Schaden- und Unfallversicherung)
  • Sitz/Land: Oslo, Norwegen
  • Kernmärkte: Norwegen, Dänemark, Schweden, Baltikum
  • Wichtige Umsatztreiber: Privat- und Gewerbeversicherungen, landwirtschaftliche Policen, Pensions- und Sparprodukte, Kapitalanlageergebnis
  • Heimatbörse/Handelsplatz: Oslo Bors (Ticker: GJF)
  • Handelswährung: Norwegische Krone (NOK)

Gjensidige Forsikring ASA: Kerngeschäftsmodell

Das Kerngeschäft von Gjensidige Forsikring ASA basiert auf klassischen Schaden- und Unfallversicherungen für Privatkunden, Unternehmen und die Landwirtschaft. Das Unternehmen bietet unter anderem Kfz-Versicherungen, Hausrat- und Gebäudeversicherungen, Reise- und Unfallversicherungen sowie Haftpflicht- und Sachpolicen an. Ein weiteres wichtiges Standbein sind Versicherungen für landwirtschaftliche Betriebe, die in Norwegen eine besondere Rolle spielen und historisch eng mit der Entstehung von Gjensidige verbunden sind. Ergänzt wird das Angebot durch Produkte im Bereich Sparen und Vorsorge, wobei es hier vor allem um Pensionslösungen und ausgewählte Lebensversicherungsprodukte geht.

Charakteristisch für Gjensidige ist die regionale Verankerung in Skandinavien mit einer starken Marktposition im Heimatmarkt Norwegen. Das Unternehmen betont in seinen Unterlagen, dass ein großer Teil der Prämieneinnahmen aus langfristigen Kundenbeziehungen mit Privatpersonen und kleinen bis mittleren Unternehmen stammt, laut Gjensidige Konzernprofil Stand 15.05.2026. Diese breite Basis soll das Risiko einzelner Großschäden abfedern und für stabile Cashflows sorgen. In zusätzlichen Segmenten wie Dänemark und Schweden verfolgt Gjensidige eine selektive Wachstumsstrategie, die auf Profitabilität und nicht ausschließlich auf Volumen ausgerichtet ist.

Ein wesentlicher Teil des Geschäftsmodells eines Schaden- und Unfallversicherers wie Gjensidige besteht in der professionellen Risikoselektion und im aktiven Schadenmanagement. Prämien werden so kalkuliert, dass sie auf lange Sicht die erwarteten Schadenzahlungen, die Verwaltungskosten und eine angemessene Marge decken. Gleichzeitig spielen Investitionserträge aus den angelegten Versicherungsprämien eine bedeutende Rolle. Viele Versicherer, so auch Gjensidige, investieren ihre Kapitalanlagen vorwiegend in festverzinsliche Wertpapiere hoher Bonität, Immobilien und ausgewählte Aktien, um das Prämienaufkommen zu ergänzen. Die Entwicklung an den Kapitalmärkten kann somit das Quartalsergebnis spürbar beeinflussen.

Gjensidige betont in seinen Finanzberichten die Bedeutung einer konservativen Kapitalanlagepolitik und eines soliden Solvency-II-Quotienten als zentralen Bestandteil des Geschäftsmodells, laut Gjensidige Solvency-Informationen Stand 10.05.2026. Eine komfortable Kapitalausstattung verschafft dem Unternehmen Handlungsspielräume, um Dividenden zu zahlen, mögliche Rückversicherungsprogramme zu finanzieren oder auf regulatorische Änderungen zu reagieren. Für Anleger ist zudem wichtig, dass die Solvabilität einen Puffer gegen Großschäden, Naturereignisse und volatilere Kapitalmärkte bildet.

Das Geschäftsmodell von Gjensidige umfasst außerdem verschiedene Vertriebswege, um unterschiedliche Kundengruppen zu adressieren. Neben dem Direktvertrieb über eigene Berater und digitale Kanäle arbeitet das Unternehmen mit Partnern und Maklern zusammen, die speziell im Firmenkundengeschäft eine Rolle spielen. In Norwegen unterhält Gjensidige ein dichtes Netz an lokalen Büros, während in anderen Märkten der Schwerpunkt stärker auf digitalen Lösungen liegt. Die Nutzung von Datenanalysen und Telematik in der Kfz-Versicherung sowie automatisierte Schadenprozesse sollen helfen, Kosten zu senken und gleichzeitig das Kundenerlebnis zu verbessern.

Insgesamt zielt das Kerngeschäftsmodell darauf ab, durch ein breites Produktportfolio, effiziente Prozesse und striktes Risikomanagement stabile und möglichst wenig zyklische Erträge zu erzielen. Im Unterschied zu vielen Industrieunternehmen hängt der Umsatz von Gjensidige nicht primär von konjunkturabhängigen Absatzmengen ab, sondern von der Anzahl der versicherten Kunden, der Risikostruktur des Portfolios und der Fähigkeit, Prämien und Versicherungsbedingungen laufend an geänderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Gjensidige Forsikring ASA

Zu den wichtigsten Umsatztreibern von Gjensidige zählen die Prämieneinnahmen im Bereich Privatkunden in Norwegen. Gerade Kfz-, Haus- und Gebäudeversicherungen machen einen großen Anteil des Prämienvolumens aus, wie der Geschäftsbericht 2023 zeigt, der am 31.01.2024 veröffentlicht wurde, laut Gjensidige Jahresberichte Stand 31.01.2024. Diese Policen sind für viele Haushalte unverzichtbar, sodass die Nachfrage relativ stabil bleibt. Preissteigerungen zur Kompensation höherer Schadenkosten oder Inflation wirken sich hier direkt auf die Prämieneinnahmen aus.

Im Firmenkundengeschäft bietet Gjensidige unter anderem Sach-, Haftpflicht- und Transportversicherungen für kleine und mittlere Unternehmen sowie für größere Industriekunden an. Dieses Segment ist stärker wettbewerbsintensiv, bietet aber im Erfolgsfall höhere Prämienvolumina pro Kunde. Projekte in Bereichen wie erneuerbare Energien, Infrastruktur oder maritime Wirtschaft stellen besondere Risiken dar und erfordern eine spezialisierte Zeichnungskompetenz. Entsprechend wichtig ist für Gjensidige ein aktives Risikomanagement, um die Zeichnung großer Einzelrisiken mit ausreichender Rückversicherung zu unterlegen.

Ein weiterer Treiber des Geschäfts sind landwirtschaftliche Versicherungen. Historisch ist Gjensidige eng mit der norwegischen Landwirtschaft verbunden und bietet maßgeschneiderte Produkte für Höfe und landwirtschaftliche Betriebe. Dazu gehören Gebäude-, Vieh- und Ernteversicherungen. Die Stabilität dieses Segments hängt zum Teil von staatlichen Rahmenbedingungen, Subventionssystemen und der allgemeinen wirtschaftlichen Lage in der Landwirtschaft ab. Versicherungslösungen für die Landwirtschaft sind häufig stark lokalspezifisch, was lokalen Anbietern wie Gjensidige Wettbewerbsvorteile verschafft.

Die Kapitalanlageerträge bilden eine weitere wichtige Ergebnisquelle. In Zeiten niedriger Zinsen mussten Versicherer wie Gjensidige ihre Anlagestrategie anpassen, um trotz begrenzter Renditen aus Staats- und Unternehmensanleihen akzeptable Ergebnisse zu erzielen. Mit dem weltweiten Zinsanstieg haben sich die Aussichten für Neuanlagen verbessert, gleichzeitig sinken aber die Marktwerte bestehender Anleiheportfolios. Gjensidige berichtet in seinen Quartalszahlen regelmäßig über das Ergebnis aus Kapitalanlagen, das neben Zinsen und Dividenden auch realisierte und nicht realisierte Kursgewinne oder -verluste umfasst.

Im Rahmen der Digitalisierung investiert Gjensidige in neue Angebote wie Telematik-Tarife bei Kfz-Policen, die das Fahrverhalten analysieren und bei sicherer Fahrweise Prämienvorteile ermöglichen sollen. Solche Produkte können mittelfristig sowohl auf die Schadenquote als auch auf die Kundenzufriedenheit wirken. Darüber hinaus spielen Self-Service-Funktionen über Apps und Online-Portale eine zentrale Rolle. Je mehr Schadenmeldungen und Vertragsänderungen digital abgewickelt werden, desto stärker lassen sich Prozesse standardisieren und Kosten senken.

Auf der Kostenseite setzt Gjensidige auf Effizienzprogramme, um die laufenden Verwaltungskosten im Verhältnis zu den Prämieneinnahmen zu begrenzen. Eine niedrige Kostenquote trägt wesentlich dazu bei, die Combined Ratio unter 100 Prozent zu halten. Gelingt dies über längere Zeiträume, entsteht ein technischer Versicherungsergebnisbeitrag, der zusammen mit dem Kapitalanlageergebnis den Konzerngewinn bildet. Kostendisziplin ist gerade in Phasen mit höherer Inflation entscheidend, da Lohn- und Sachkosten steigen und ansonsten die Margen belasten könnten.

Auch regulatorische Vorgaben und Solvency-II-Anforderungen beeinflussen die Ergebnisstruktur. Eine komfortable Kapitalisierung erlaubt es Gjensidige, Eigenmittel effizient einzusetzen und bei Bedarf zusätzliches Geschäft zu zeichnen. Gleichzeitig ist die Dividendenpolitik eng mit der Kapitalausstattung verknüpft. In den vergangenen Jahren betonte das Management eine aus Sicht des Unternehmens attraktive Dividendenpraxis, die im Rahmen der aufsichtsrechtlichen Vorgaben und der profitablen Geschäftsentwicklung gehalten werden soll, laut Gjensidige Dividendenpolitik Stand 20.03.2025.

Für die Zukunft nennt Gjensidige als Wachstumstreiber insbesondere die weitere Durchdringung der nordischen Märkte, die Optimierung von Preisen und Produkten anhand von Datenanalysen sowie die Entwicklung neuer Versicherungsangebote im Kontext von Klimarisiken und Nachhaltigkeit. Der Versicherungsschutz gegen Naturgefahren wie Starkregen, Sturm oder Überschwemmungen gewinnt in vielen Regionen an Bedeutung. Assekuranzen wie Gjensidige stehen hier vor der Aufgabe, klimabezogene Risiken realistisch zu bepreisen und zugleich attraktive Lösungen für Kunden bereitzustellen.

Branchentrends und Wettbewerbsposition

Der nordische Versicherungsmarkt gilt als wettbewerbsintensiv, aber strukturell stabil. Neben Gjensidige sind unter anderem Tryg, If P&C (Teil der Sampo-Gruppe) sowie der internationale Versicherungskonzern Allianz mit Aktivitäten in der Region präsent. In Norwegen zählt Gjensidige zu den größten Anbietern in der Schaden- und Unfallversicherung, was Skaleneffekte im Schadenmanagement und in der IT-Infrastruktur ermöglicht, laut Gjensidige IR Stand 15.05.2026. Größenvorteile erlauben es, fixe Kosten pro Police zu senken und in moderne Systeme zu investieren.

Ein zentrales Branchenthema ist die zunehmende Digitalisierung. Kunden erwarten heute unkomplizierte Online-Abschlüsse, schnelle Schadenregulierung und transparenten Zugang zu Vertragsinformationen. Versicherer, die in der Lage sind, ihre Produkte über digitale Kanäle effizient zu vertreiben, können sich Wettbewerbsvorteile sichern. Gjensidige arbeitet an der Weiterentwicklung seiner digitalen Plattformen, etwa durch neue Apps, Online-Schadenmeldungen und automatisierte Freigabeprozesse, die die Bearbeitungsdauer verkürzen sollen. Gleichzeitig bedeutet die Digitalisierung einen intensiveren Wettbewerb mit Direktversicherern und neuen Marktteilnehmern.

Die Branche steht zudem stark unter dem Einfluss von Regulierung und Aufsicht. Themen wie Solvency II, Verbraucherschutz, Datenschutz und Nachhaltigkeitsberichterstattung sind für alle europäischen Versicherer relevant. Für Gjensidige bedeutet dies, dass neben der klassischen Versicherungs- und Reservesteuerung auch umfangreiche Berichtspflichten und Governance-Strukturen eingehalten werden müssen. Diese Anforderungen verursachen zwar zusätzliche Kosten, können aber auch Eintrittsbarrieren für neue Wettbewerber darstellen, die nicht über entsprechende Ressourcen verfügen.

Ein weiterer Trend betrifft ESG-Kriterien und nachhaltige Kapitalanlagen. Viele institutionelle Anleger achten zunehmend darauf, wie Versicherer mit Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen umgehen. Gjensidige veröffentlicht regelmäßig Berichte zu Nachhaltigkeit und verantwortungsvoller Kapitalanlage und legt dar, wie das Unternehmen ESG-Aspekte im Underwriting und bei Investitionsentscheidungen berücksichtigt, laut Gjensidige Nachhaltigkeitsbericht Stand 18.03.2025. Dies kann die Attraktivität der Aktie für bestimmte Anlegergruppen beeinflussen, insbesondere in Nordeuropa, wo Nachhaltigkeit eine hohe Priorität hat.

Die Wettbewerbsposition von Gjensidige wird wesentlich von der Markenbekanntheit und dem Vertrauen der Kunden geprägt. Als traditioneller Anbieter mit langen Wurzeln in der norwegischen Gesellschaft verfügt das Unternehmen über einen gewissen Vertrauensvorschuss, den es durch zuverlässige Schadenregulierung und guten Service behaupten muss. Gleichzeitig muss Gjensidige im Preiswettbewerb bestehen, der besonders in standardisierten Produkten wie Kfz-Policen stark ausgeprägt ist. Hier kann das Unternehmen versuchen, sich durch Zusatzleistungen, Service und digitale Funktionalitäten zu differenzieren.

Inflation, veränderte Schadensmuster und klimabedingte Risiken beeinflussen die gesamte Branche. Steigende Reparaturkosten, höhere Baupreise und komplexere Technologie in Fahrzeugen führen dazu, dass einzelne Schäden teurer werden. Für Versicherer bedeutet dies, dass sie Tarife regelmäßig überprüfen und anpassen müssen. Bei Naturereignissen wie Sturm- und Überschwemmungsschäden kommt hinzu, dass historische Daten zunehmend an Aussagekraft verlieren, wenn sich klimatische Rahmenbedingungen rasch verändern. Gjensidige und andere Versicherer stehen daher vor der Herausforderung, neue Modelle zur Risikobewertung zu entwickeln.

Im internationalen Vergleich gelten die nordischen Versicherungsmärkte als relativ transparent und gut reguliert. Die Bevölkerung ist in vielen Bereichen gut versichert, was stabile Prämieneinnahmen ermöglicht. Allerdings begrenzt eine hohe Marktdurchdringung auch das Volumenwachstum, sodass für Unternehmen wie Gjensidige Effizienzsteigerungen, Produktinnovationen und selektive Expansion wichtiger werden. Wachstum in benachbarten Märkten oder neuen Segmenten muss stets mit einer strikten Profitabilitätsorientierung abgewogen werden, um die Combined Ratio und die Kapitalanforderungen im Griff zu behalten.

Warum Gjensidige Forsikring ASA für deutsche Anleger relevant ist

Für Anleger in Deutschland kann die Gjensidige Forsikring ASA-Aktie aus mehreren Gründen interessant sein. Zum einen bietet der nordische Versicherungsmarkt eine Möglichkeit zur geografischen Diversifikation im Vergleich zu rein auf Deutschland oder den Euroraum konzentrierten Portfolios. Norwegische Unternehmen unterliegen zwar europäischen Regulierungsvorgaben, agieren aber in einer eigenständigen Währungszone mit der norwegischen Krone. Das kann sowohl Chancen als auch Währungsrisiken mit sich bringen.

Zum anderen ist Gjensidige ein etablierter Dividendenzahler. Die Gesellschaft betont eine vergleichsweise aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik, die sich an der Gewinnentwicklung und der Kapitalausstattung orientiert, wie aus der Dividendenübersicht hervorgeht, laut Gjensidige Dividendenpolitik Stand 20.03.2025. Für einkommensorientierte Anleger kann eine solche Ausschüttungsstrategie einen Anreiz darstellen. Zugleich sollten sich Investoren der Tatsache bewusst sein, dass Dividenden im Zeitablauf schwanken können, insbesondere wenn Großschäden oder Kapitalmarktverwerfungen auftreten.

Für deutsche Anleger spielt außerdem die handelstechnische Erreichbarkeit eine Rolle. Die Aktie ist primär an der Osloer Börse in norwegischer Krone notiert, kann aber über viele in Deutschland ansässige Broker an internationalen Handelsplätzen erworben werden. Teilweise werden auch Handelsmöglichkeiten über deutsche Plattformen wie Lang & Schwarz oder Tradegate angeboten, wobei Liquidität und Spreads von der Nachfrage abhängen, laut Informationen gängiger Börsenportale Stand 15.05.2026. Anleger sollten im Einzelfall prüfen, welche Handelsplätze und Konditionen ihr Broker anbietet.

Ein weiterer Aspekt ist der Zusammenhang mit der deutschen und europäischen Wirtschaft. Viele Risiken, die Gjensidige versichert, hängen von Makrotrends ab, die sich auch auf deutsche Märkte auswirken, etwa Energiepreise, Bauaktivität oder Klimapolitik. Zudem sind weder Naturkatastrophen noch Inflation auf einzelne Länder begrenzt. Wer als deutscher Anleger in einen skandinavischen Versicherer investiert, partizipiert indirekt an denselben langfristigen Herausforderungen und Chancen, die auch deutsche Versicherer betreffen, aber aus der Perspektive eines anderen Marktes.

Schließlich können ESG-Aspekte für deutsche Investoren ein Argument sein. Skandinavische Unternehmen gelten häufig als Vorreiter in der Nachhaltigkeitsberichterstattung und bei der Umsetzung von ESG-Richtlinien. Gjensidige stellt in seinen Nachhaltigkeitsberichten dar, wie Umweltrisiken in der Zeichnungspraxis berücksichtigt werden und welche Ziele im Hinblick auf den eigenen CO2-Fußabdruck verfolgt werden, laut Gjensidige Nachhaltigkeitsbericht Stand 18.03.2025. Damit kann das Unternehmen für Investoren interessant sein, die Wert auf nachhaltige Anlagestrategien legen.

Welcher Anlegertyp könnte Gjensidige Forsikring ASA in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

Die Aktie von Gjensidige Forsikring ASA könnte vor allem für langfristig orientierte Anleger mit Fokus auf stabile Geschäftsmodelle und Dividendenzahlungen interessant sein. Versicherer weisen häufig eine relativ stetige Ertragsentwicklung auf, sofern das Risikomanagement funktioniert und schwere Großschäden begrenzt bleiben. Investoren, die sich in der Rolle eines Miteigentümers eines etablierten Versicherers sehen und bereit sind, die Besonderheiten des norwegischen Marktes zu akzeptieren, könnten sich näher mit dem Unternehmen befassen.

Auch für Anleger, die ihr Portfolio geografisch erweitern möchten, kann Gjensidige geeignet sein. Skandinavische Märkte werden in vielen Depots weniger stark gewichtet als zum Beispiel die USA oder der heimische deutsche Markt. Eine Beimischung eines nordischen Versicherers kann das Risiko anders verteilen, da lokale wirtschaftliche Zyklen, Währungen und Regulierung teilweise von den im Euroraum dominierenden Einflüssen abweichen. Dies gilt insbesondere dann, wenn auch andere Branchen und Regionen bereits vertreten sind.

Vorsicht ist hingegen für kurzfristig orientierte Anleger angezeigt, die auf rasche Kursbewegungen aus sind. Versicherungsaktien reagieren zwar auf Nachrichten zu Quartalszahlen, Dividenden und Großschäden, fallen aber im Allgemeinen weniger spekulativ aus als etwa junge Technologieunternehmen. Wer stark wachstumsorientierte Strategien verfolgt oder hohe Kurssteigerungen in kurzer Zeit erwartet, könnte mit einem konservativ ausgerichteten Versicherer eher weniger übereinstimmen.

Ebenso sollten Investoren, die Währungsrisiken vermeiden möchten, die Notierung in norwegischer Krone berücksichtigen. Wechselkursschwankungen zwischen NOK und Euro können das in Euro gemessene Anlageergebnis positiv oder negativ beeinflussen, unabhängig von der operativen Entwicklung von Gjensidige. Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte, könnte es als Gegenargument werten. Generell ist es ratsam, sich der eigenen Risikotoleranz, des Anlagehorizonts und der Zielsetzung klar zu sein, bevor eine Investition in eine ausländische Versicherungsaktie in Betracht gezogen wird.

Offizielle Quelle

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Fazit

Gjensidige Forsikring ASA präsentiert sich als etablierter Schaden- und Unfallversicherer mit starker Stellung im norwegischen Markt und Präsenz in weiteren nordischen Ländern. Die jüngsten Quartalszahlen für das erste Quartal 2024 zeigen, dass das Unternehmen von einem verbesserten Versicherungsergebnis und soliden Kapitalerträgen profitieren konnte, während die Combined Ratio auf einem aus Sicht des Unternehmens attraktiven Niveau gehalten wurde. Die strategische Ausrichtung auf profitables Wachstum, Kosteneffizienz und eine robuste Kapitalausstattung bildet den Rahmen für eine fortgesetzte Ausschüttungspolitik, bleibt jedoch von regulatorischen Vorgaben und Marktbedingungen abhängig.

Für Anleger in Deutschland kann die Aktie eine Möglichkeit darstellen, an der Entwicklung des skandinavischen Versicherungsmarktes teilzuhaben und das eigene Portfolio geografisch zu diversifizieren. Gleichzeitig sollten Investoren die spezifischen Risiken des Geschäftsmodells, etwa Großschäden, Kapitalmarktschwankungen und Währungsrisiken, genau im Blick behalten. Ob Gjensidige Forsikring ASA zur individuellen Anlagestrategie passt, hängt von persönlichen Präferenzen hinsichtlich Laufzeit, Risikobereitschaft und Ertragsziel ab. Eine sorgfältige eigene Analyse der Finanzberichte, Marktbedingungen und langfristigen Perspektiven bleibt daher unerlässlich.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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