Gold: Waller bremst Zinssenkungshoffnungen
22.05.2026 - 21:24:57 | boerse-global.deEin einziger Satz von Fed-Gouverneur Christopher Waller hat am Freitag die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen zerschlagen â und Gold unter Druck gesetzt. Das Edelmetall notiert bei rund 4.525 US-Dollar je Feinunze, rund 0,4 Prozent unter dem Donnerstag-Schluss.
Waller macht Zinssenkungen unwahrscheinlicher
Waller bezeichnete es als âverrĂŒckt", in naher Zukunft ĂŒber Zinssenkungen zu sprechen. StĂ€rker noch: Er stellte eine Zinserhöhung als ebenso wahrscheinlich dar wie eine Senkung und plĂ€dierte dafĂŒr, die sogenannte âEasing Bias"-Formulierung aus der offiziellen Fed-ErklĂ€rung zu streichen. Als BegrĂŒndung nannte er eine Inflation, die sich nicht in die gewĂŒnschte Richtung entwickle.
FĂŒr Gold ist das ein direkter Gegenwind. Das Edelmetall wirft keine Zinsen ab â steigen die Renditen oder rĂŒckt eine Lockerung der Geldpolitik in weite Ferne, sinkt die OpportunitĂ€tskosten-Rechnung zugunsten von Anleihen. Ein robuster US-Dollar verschĂ€rft den Effekt: Er macht Gold fĂŒr KĂ€ufer auĂerhalb des Dollarraums teurer. Der aktuelle Kurs liegt rund drei Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt, im Mai hat Gold bereits knapp 4,4 Prozent verloren.
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Geopolitik stĂŒtzt, strukturelle Entwicklungen im Hintergrund
VollstĂ€ndig abgestraft wird Gold trotzdem nicht. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten â trotz Berichten ĂŒber Fortschritte in den US-Iran-GesprĂ€chen bleibt die Lage rund um die StraĂe von Hormus angespannt â liefern weiterhin eine Nachfragebasis. Auf Jahressicht liegt das Edelmetall noch immer rund vier Prozent im Plus.
Strukturell tut sich ebenfalls etwas: In Hongkong soll bis Juli ein neues Gold-Clearing-System eingefĂŒhrt werden, das Asiens Rolle im globalen Edelmetallhandel stĂ€rken soll.
Silber und Platin entwickeln sich am Freitag Àhnlich schwach. Silber verliert knapp ein Prozent auf rund 75,93 Dollar, Platin gibt 1,4 Prozent auf 1.936,60 Dollar nach.
Fed-Kurs bleibt der entscheidende Treiber
Der Fed-Leitzins liegt derzeit unverĂ€ndert im Korridor zwischen 3,50 und 3,75 Prozent. Solange Waller und andere Fed-Mitglieder eine hawkische Linie fahren, bleibt das Umfeld fĂŒr Gold schwierig. Das 52-Wochen-Hoch von 5.450 Dollar, erreicht Ende Januar 2026, liegt inzwischen fast 17 Prozent entfernt â ein MaĂstab dafĂŒr, wie weit die Konsolidierung bereits fortgeschritten ist.
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