Gold, Nahost-Schlagzeilen

Gold: Zwischen Nahost-Schlagzeilen und Zinsdruck

28.05.2026 - 23:02:04 | boerse-global.de

Geopolitische Spannungen und Inflationsdaten treiben den Goldpreis. Ein möglicher Waffenstillstand im Nahen Osten könnte die Lage entschärfen.

Gold: Zwischen Nahost-Schlagzeilen und Zinsdruck - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Gold: Zwischen Nahost-Schlagzeilen und Zinsdruck - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Ein Preissturz auf ein Zweimonatstief, gefolgt von einer raschen Erholung — der Donnerstag hatte für Goldanleger einiges zu bieten. Hinter der Volatilität stecken gleich mehrere Kräfte, die in entgegengesetzte Richtungen ziehen.

Ă–lpreisschock und Ceasefire-Hoffnung

Der Auslöser kam aus dem Nahen Osten. Berichte über neue US-Angriffe auf den iranischen Hafenort Bandar Abbas und eine Gegenmission des iranischen Revolutionsgards gegen einen US-Stützpunkt in Kuwait ließen Ölpreise zunächst um mehr als vier Prozent steigen. Das befeuerte Inflationssorgen — und damit die Erwartung, dass Zentralbanken die Zinsen länger hochhalten könnten. Für Gold, das keine Rendite abwirft, ist das kein günstiges Umfeld.

Kurz darauf drehte sich die Stimmung. Ein Bericht über eine erzielte Einigung zwischen US- und iranischen Unterhändlern auf ein 60-tägiges Memorandum of Understanding ließ den Ölpreis wieder zurückfallen. Gold profitierte davon — allerdings nur indirekt, über den nachgebenden Dollar. Präsident Trump hat dem Deal noch nicht zugestimmt; er wolle laut Berichten einige Tage Bedenkzeit.

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PCE-Daten geben gemischte Signale

Parallel dazu veröffentlichte das US-Handelsministerium die April-Inflationsdaten. Der Kern-PCE-Index stieg auf Jahresbasis auf 3,3 Prozent — im Einklang mit Erwartungen, aber über dem März-Wert. Auf Monatsbasis fiel der Anstieg mit 0,2 Prozent etwas schwächer aus als erwartet. Das reichte für eine gewisse Erleichterung, beseitigte aber keine grundsätzlichen Bedenken über den weiteren Zinspfad der Fed.

Technisch weiter unter Druck

Die Intraday-Spanne war bemerkenswert: Das Tagestief lag bei gut 4.366 Dollar je Unze, das Tageshoch bei rund 4.534 Dollar. Zum Handelsschluss pendelte sich der Preis bei etwa 4.466 bis 4.473 Dollar ein. Technisch bleibt das Bild getrübt — Gold handelt unterhalb wichtiger gleitender Durchschnitte, was den Erholungsversuch als noch fragil kennzeichnet.

Das Waffenstillstandsmemorandum enthält laut Berichten die Zusage, die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz freizuhalten und iranische Minen innerhalb von 30 Tagen zu räumen. Sollte Trump die Vereinbarung tatsächlich absegnen, dürfte der Ölpreisdruck — und damit ein zentraler Inflationstreiber — spürbar nachlassen. Für Gold wäre das kurzfristig ein zweischneidiges Schwert: weniger Krisenfantasie, aber auch weniger Zinsdruck.

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