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Goldman Sachs startet Krypto-ETF – Visa und Ripple treiben digitale Infrastruktur voran

15.04.2026 - 10:30:58 | boerse-global.de

Goldman Sachs bringt einen ertragsorientierten Bitcoin-ETF auf den Markt, während Visa und Ripple die digitale Infrastruktur für Unternehmenszahlungen und Staatsanleihen ausbauen.

Goldman Sachs startet Krypto-ETF – Visa und Ripple treiben digitale Infrastruktur voran - Foto: über boerse-global.de

Die Großbank folgt damit Konkurrenten wie Morgan Stanley und unterstreicht den Trend: Traditionelle Finanzinstitute integrieren Blockchain-Technologie jetzt systematisch in ihr Geschäft. Parallel bauen Visa und Ripple die digitale Infrastruktur für Unternehmenszahlungen und Staatsanleihen aus.

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Goldman Sachs bringt ersten Krypto-ETF an den Start

Am heutigen Mittwoch reichte Goldman Sachs Asset Management die Zulassung für seinen ersten Kryptowährungs-ETF bei den US-Aufsehern ein. Der „Goldman Sachs Bitcoin Premium Income ETF“ setzt auf eine Covered-Call-Strategie. Anders als reine Spot-Fonds soll das Produkt durch Optionsprämien Erträge generieren und gleichzeitig eine Beteiligung am Bitcoin-Kurs bieten. Damit reagiert die Investmentbank auf den Markteintritt von Rivalen wie Morgan Stanley, der kürzlich einen eigenen Bitcoin-Fonds lancierte.

Die Großbanken buhlen um institutionelles Kapital – trotz volatiler Märkte. Der Bitcoin-Kurs notierte am Mittwoch bei rund 74.600 US-Dollar. Das sind etwa 15 Prozent weniger als zum Jahresstart und satte 40 Prozent unter dem Allzeithoch von über 126.000 US-Dollar vom Oktober 2025. Die neuen ertragsorientierten ETF-Produkte zeigen: Finanzinstitute suchen nach ausgefeilten Wegen, um Risiken zu managen und ihren Kunden diverse Einstiege zu bieten. Die Branche reift. Es geht nicht mehr nur um Kursgewinne, sondern um strukturierte Produkte für das gesamte Portfoliomanagement.

Visa und Ripple bauen die digitale Finanz-Infrastruktur aus

Parallel zu den Anlageprodukten wird die zugrundeliegende Technologie für Kerngeschäfte adaptiert. Visa startete heute einen eigenen Validator-Knoten im Tempo-Blockchain-Netzwerk. Das Projekt mit Partnern wie Stripe und der von Standard Chartered unterstützten Zodia Custody soll Unternehmenszahlungen mit Stablecoins erleichtern. Tempo ist ein Ethereum-kompatibles Netzwerk, das speziell für Stablecoin-Transaktionen entwickelt wurde. Das Infrastrukturprojekt erhielt kürzlich einen kräftigen Schub: Eine Serie-A-Finanzierungsrunde brachte 500 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von fünf Milliarden Dollar ein. Investoren sind namhafte Venture-Capital-Firmen wie Sequoia Capital.

Gleichzeitig hält die Tokenisierung realer Vermögenswerte Einzug in den Staatsanleihenmarkt. In Südkorea starteten Ripple und Kyobo Life Insurance heute die erste tokenisierte Abwicklung von Staatsanleihen des Landes. Mithilfe von Ripple Custody soll die Abwicklungsdauer von traditionell zwei Tagen auf nahezu Echtzeit verkürzt werden. Das senkt das Kontrahentenrisiko erheblich und ebnet den Weg für Stablecoin-Zahlungssysteme im koreanischen Finanzsektor.

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Plattformen senken Einstiegshürden – Märkte expandieren global

Die Reifung des Sektors zeigt sich auch in vereinheitlichten Plattformen. Paxos Labs stellte am Dienstag „Amplify“ vor. Die Plattform bündelt Ertragsgenerierung, besicherte Kreditvergabe und die Emission eigener Stablecoins in einer einzigen Integration. Ein strategisches Investment in Höhe von zwölf Millionen US-Dollar, angeführt von Blockchain Capital, unterstützt den Start. Paxos hat bereits Tokenisierungen im Volumen von über 180 Milliarden US-Dollar abgewickelt und will die Hürden für Unternehmen senken, die digitale Vermögenswerte anbieten wollen.

Die globale Expansion schreitet voran. Die südafrikanische Bank Capitec mit über 25 Millionen Kunden ging heute eine Partnerschaft mit Wise Platform ein, um internationale Zahlungen zu verbessern. In der Krypto-Branche kooperiert Afrikas größte Börse VALR mit Onafriq, um Krypto-Einzahlungen per Mobile Money in über 40 afrikanischen Märkten zu ermöglichen.

Auch die Regulierung passt sich an. Die britische Finanzaufsicht FCA veröffentlichte am Dienstag ihre „Open Finance“-Roadmap. Die Vision erweitert Datenaustausch-Prinzipien über das traditionelle Bankwesen hinaus. Studien deuten darauf hin, dass Open Banking und Finance in den nächsten fünf Jahren einen jährlichen wirtschaftlichen Nutzen von mehreren Milliarden Pfund generieren könnten.

KI-Agenten werden zur neuen Herausforderung

Ein entscheidender Treiber dieser Transformation ist die „agentische KI“ – autonome Systeme, die Finanztransaktionen mit minimalem menschlichem Eingriff ausführen. Das Startup Primitive stellte am Dienstag ein Betriebssystem für KI-Agenten vor, das speziell für regulierte Finanzinstitute entwickelt wurde. Banken können damit Agenten für Aufgaben wie gewerbliche Kreditvergabe oder Risikocompliance einsetzen.

Doch die autonomen Agenten bringen neue Risiken. Forscher von Google DeepMind und Microsoft Research schlugen am Montag einen Rahmen für „Agentic Risk“ vor, der Prinzipien des Finanzrisikomanagements auf KI-Transaktionen anwendet. Fast 94 Prozent der Finanzdienstleister testen oder nutzen generative KI bereits in Kernfunktionen, wie Berichte von Databricks zeigen. Die größte Hürde bleibt der Sprung von Pilotprojekten in den Vollbetrieb.

Die Branche richtet ihren Blick nun auf Skalierbarkeit und Compliance. Neue Regulierungen wie der EU KI-Akt, der bis Ende 2026 Transparenzanforderungen für KI-Systeme festlegen soll, werden aufmerksam verfolgt. Mit Schwergewichten wie Visa, Stripe und Goldman Sachs an Bord tritt die digitale Transformation des Finanzsektors in eine dauerhafte und regulierte Phase ein.

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