Graphite One Aktie: 10.000 Tonnen in Conneaut
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 04:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Graphite One kommt bei seinem geplanten Werk in Ohio einen wichtigen Schritt voran. Die Umweltbehörde des Bundesstaates hat den Antrag auf eine Luftemissionsgenehmigung zur technischen Prüfung angenommen. Am Aktienmarkt sorgt das bislang für keine Erleichterung — der Kurs fällt weiter.
Die Ohio EPA bestätigte am 16. Juli, dass der Antrag vollständig ist und nun im Detail geprüft wird. Das ist ein formaler, aber notwendiger Meilenstein auf dem Weg zur Baugenehmigung. Ohne diese Freigabe kann das Unternehmen in Conneaut nicht bauen.
Was in Conneaut entstehen soll
Die geplante Anlage soll synthetische Active Anode Materials herstellen, ein Schlüsselmaterial für Lithium-Ionen-Batterien in Elektrofahrzeugen und stationären Speichern. Die Startkapazität liegt bei rund 10.000 Tonnen pro Jahr. Graphite One plant eine spätere Erweiterung auf 25.000 Tonnen.
Das Unternehmen verfolgt dabei eine Strategie mit zwei getrennten Schienen. Die Ohio-Anlage soll unabhängig vom Graphite-Creek-Projekt in Alaska in Produktion gehen. Das soll frühere Einnahmen ermöglichen, als es klassische Rohstoffprojekte normalerweise erlauben.
Das langfristige Ziel ist ambitionierter: die erste vollständig integrierte US-Lieferkette für Graphit. Von der Mine in Alaska bis zum fertigen Batteriematerial in Ohio — alles in amerikanischer Hand. Das soll die Abhängigkeit von importiertem Graphit verringern, den die USA derzeit fast vollständig aus dem Ausland beziehen.
Zeitplan mit Vorbehalt
Vorbehaltlich weiterer Genehmigungen und einer gesicherten Finanzierung soll die synthetische Produktion in Ohio im vierten Quartal 2027 starten. Die natürliche Graphitförderung in Alaska soll 2029 folgen. Zwischen behördlicher Prüfung und Produktionsstart liegen damit noch anderthalb Jahre voller offener Fragen zu Kapital und weiteren Auflagen.
Der Fortschritt bei der Genehmigung hat den Kurs bislang nicht gestützt. Die Aktie schloss zuletzt bei 0,4885 Euro, nach einem Rückgang von 17,90 Prozent innerhalb einer Woche. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 58,43 Prozent zu Buche.
Der Titel notiert damit 69,37 Prozent unter seinem Jahreshoch von 1,59 Euro aus dem Januar. Der 14-Tage-RSI von 24,7 deutet auf eine überverkaufte Situation hin — ein Signal, das kurzfristige Gegenbewegungen begünstigen kann, aber keine Trendwende garantiert.
Der US-Markt für Batteriegraphit soll laut Prognosen von S&P Global Mobility bis 2030 deutlich wachsen. Ob Graphite One davon profitiert, hängt an zwei Dingen: der finalen Genehmigung in Ohio und der Fähigkeit, die Finanzierung für Bau und Hochlauf zu sichern.
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