Greenpeace, Hitzefolgen

Greenpeace: Hitzefolgen kosten Wirtschaft 36 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 08:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Folgen der extremen Hitze und wochenlangen Trockenheit kosten die deutsche Wirtschaft nach SchÀtzungen von Greenpeace mindestens 36 Milliarden Euro.

Das entspreche 0,8 bis 0,9 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung, teilte die Naturschutzorganisation mit. Greenpeace berechnete dazu die wirtschaftlichen SchÀden durch ErnteausfÀlle, WaldbrÀnde und Gesundheitskosten sowie ProduktivitÀtsverluste und Bildungskosten aufgrund der Hitze.

"Ein Weiter-so können wir uns nicht leisten"

"Dieser Hitze- und DĂŒrresommer war eine Katastrophe - fĂŒr Millionen Menschen und fĂŒr die Volkswirtschaft", sagte Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas. "Auch wenn diese Naturkatastrophe keine TrĂŒmmerberge verursacht, ist die Höhe der SchĂ€den erschĂŒtternd." Vargas forderte die Bundesregierung auf, auf ihrer Kabinettsklausur "mit dem gebotenen Ernst auf die Klimakrise" zu reagieren. "Die Zahlen sind unmissverstĂ€ndlich: Ein Weiter-so können wir uns schlicht nicht mehr leisten."

Bei den Berechnungen handele es sich um eine SchĂ€tzung, betonte Greenpeace. Die Organisation habe "aufgrund unvollstĂ€ndiger Informationen mit bestimmten UnschĂ€rfen bei der Quantifizierung" gearbeitet. "Diese UnschĂ€rfen werden allerdings in Kauf genommen: Die SchĂ€den aufgrund der unvollkommenen Datenlage nicht zu berĂŒcksichtigen, wĂŒrde zu deutlich grĂ¶ĂŸeren ErkenntnislĂŒcken fĂŒhren und das Ausmaß der Naturkatastrophe massiv unterschĂ€tzen", hieß es. Es gehe um eine plausible AbschĂ€tzung der GrĂ¶ĂŸenordnung der gesamtwirtschaftlichen SchĂ€den.

Wegen der wochenlangen Trockenheit fĂ€llt die Ernte in einigen Regionen Deutschlands voraussichtlich deutlich schwĂ€cher aus. Die Binnenschifffahrt musste wegen extremen Niedrigwassers streckenweise eingestellt werden. Betroffen waren vor allem Branchen, die auf große Mengen an Rohstoffen und Vorprodukten angewiesen sind - etwa Chemie, Stahl und Mineralöl. SchĂ€tzungen zufolge gingen Dutzende Millionen Arbeitsstunden wegen Hitze verloren.

"Wahre Kosten deutlich höher"

Greenpeace sieht hier die höchste Schadenssumme: "Bei geschĂ€tzt 25 Hitzetagen summieren sich hitzebedingte ProduktivitĂ€tsverluste und -ausfĂ€lle auf 10,8 Milliarden Euro", heißt es in der Untersuchung. Dahinter folgen demnach WaldschĂ€den mit schĂ€tzungsweise 5 bis 7,5 Milliarden Euro sowie wirtschaftliche SchĂ€den durch gesundheitsbedingte AusfĂ€lle mit 6,9 Milliarden Euro. Aber auch Landwirtschaft, Binnenschifffahrt und Ausbildung seien erheblich betroffen.

Die Organisation betonte, dass einige schwerwiegende Folgen noch gar nicht berechnet werden könnten, darunter Folgen fĂŒr das Energiesystem durch fehlendes KĂŒhlwasser oder durch hitzebedingt erhöhte Ozon- und Feinstaubbelastung. "Die wahren Kosten von Extremwetterereignissen wie diesem Hitzesommer liegen weit ĂŒber unseren Berechnungen", sagte Greenpeace-Experte Vargas. "Investitionen in ambitionierten Klimaschutz schrumpfen daneben auf ein lĂ€cherliches Niveau."

Disclaimer...

de | boerse | 69991590 |