GSK, Aktie

GSK Aktie: Sparprogramm gegen Patentklippe

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 14:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

GSK übertrifft Erwartungen im zweiten Quartal und leitet ein umfassendes Sparprogramm ein, um den bevorstehenden Patentverlust eines wichtigen HIV-Medikaments zu kompensieren.

GSK Aktie: Milliarden-Sparprogramm trotz starker Quartalszahlen
Moderne wissenschaftliche Laborausrüstung in einem professionellen Umfeld, symbolisiert pharmazeutische Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Konzern, der gerade die Erwartungen übertrifft, kürzt trotzdem kräftig die Kosten. Bei GSK ist das kein Widerspruch, sondern Kalkül: Das britische Pharmaunternehmen nutzt starke Quartalszahlen als Sprungbrett für ein milliardenschweres Sparprogramm, das die Zukunft nach dem Patentablauf seines wichtigsten HIV-Medikaments absichern soll.

Zahlen über Plan, Sparen trotzdem

Im zweiten Quartal setzte GSK 8,41 Milliarden Pfund um und lag damit über der Konsensschätzung von 8,24 Milliarden Pfund. Das operative Kernergebnis erreichte 2,80 Milliarden Pfund, der Kerngewinn je Aktie 50,5 Pence – beides deutlich über den Analystenerwartungen. Die Quartalsdividende bleibt bei 17 Pence je Aktie.

Getragen wurde das Wachstum von der Sparte Specialty Medicines, die um 14 Prozent auf 3,8 Milliarden Pfund zulegte, angetrieben von Onkologie- und HIV-Umsätzen. Die Impfstoffsparte wuchs um 8 Prozent auf 2,3 Milliarden Pfund, wobei die Meningitis-Umsätze sich mehr als verdoppelten. Schwächer lief es im Bereich General Medicines, der um 9 Prozent auf 2,3 Milliarden Pfund zurückfiel – hier belastete vor allem der Rückgang beim Atemwegsmittel Trelegy.

Trotz der soliden Bilanz startet GSK ein dreijähriges Kostenprogramm namens "Accelerate Growth". Ziel sind jährliche Einsparungen von 1,9 Milliarden Pfund bis 2029, bei Gesamtkosten von 2,4 Milliarden Pfund für die Umsetzung. Der Grund liegt in der Zukunft: Das HIV-Medikament Dolutegravir verliert zwischen 2028 und 2030 seinen Patentschutz, ein Umsatztreiber, den GSK ersetzen muss.

Pipeline soll Lücke schließen

Die freiwerdenden Mittel fließen in die späte Entwicklungspipeline. GSK plant für 2026 mehr als 20 späte klinische Studien, doppelt so viele wie ursprünglich vorgesehen. Sieben Wirkstoffe für 18 Indikationen in Onkologie, Atemwegserkrankungen, Lebererkrankungen und Impfstoffen sollen aktuelle Behandlungsstandards übertreffen. Zusätzlich investiert der Konzern 400 Millionen Pfund in ein neues Forschungszentrum auf dem Cambridge Biomedical Campus, das mehr als 1.000 Wissenschaftler beherbergen soll – der bisherige Standort Stevenage wird bis 2029 schrittweise aufgegeben.

Der Markt reagierte am Vormittag positiv, die Aktie legte rund 4,2 Prozent zu. GSK bestätigte zugleich die Jahresprognose für 2026 mit einem Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent, tendenziell am oberen Ende dieser Spanne.

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