HandwerksprÀsident: Kommission zur Entlastung von Betrieben
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 05:23 Uhr | dpa.deDittrich sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Ich rede nicht nur von einer Einkommensteuerreform, die wir auch brauchen. Sondern es muss explizit um das Thema gehen, wie die viel zu hohen Lohnzusatzkosten wieder verringert werden."
Zur Reform der Rente habe eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission insgesamt ausgewogene VorschlÀge erarbeitet, die dann dem Grunde nach breite Zustimmung gefunden habe. "Meine Erwartung ist: Wenn dies das Instrument der Koalition ist, dann sollte sie jetzt eine Kommission einsetzen, die die finanzielle Entlastung der Betriebe und BeschÀftigten in den Blick nimmt", sagte der PrÀsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH).
"Lohnzusatzkosten reduzieren"
Die Bundesregierung hatte ein Sparpaket beschlossen, um einen Anstieg der Gesundheitsausgaben zu verhindern. Die gesetzlichen Krankenkassen sehen eine Stabilisierung erreicht, aber keinen Spielraum fĂŒr AbschwĂ€chungen.
Dittrich sagte, die Lohnzusatzkosten mĂŒssten reduziert werden. "Wir brauchen mehr Leistungsgerechtigkeit. Reine Umverteilung macht uns nicht wettbewerbsfĂ€higer. Wenn Menschen ĂŒber weniger Geld verfĂŒgen, mindert das den Konsum. Bei geringeren Lohnzusatzkosten hĂ€tten hingegen Betriebe und BeschĂ€ftigte mehr Mittel zur VerfĂŒgung. Das wĂŒrde die WettbewerbsfĂ€higkeit stĂ€rken sowie den Export und zugleich den Binnenmarkt stĂŒtzen."
Die Bundesregierung sage, dass ihr das Geld fehle, um solche Entlastungen zu finanzieren. "Wir können gern hinnehmen, dass Deutschland auch bei der nĂ€chsten WM das Sechzehntelfinale wieder verliert. Aber wenn wir gewinnen wollen, mĂŒssen wir unsere Spielweise Ă€ndern."
Reformen kommen nicht an
Die wirtschaftliche Lage im Handwerk sei schlechter geworden, das zeigten alle aktuellen Daten, sagte der HandwerksprĂ€sident. "Die ReformbemĂŒhungen der Regierungskoalition sind ausdrĂŒcklich zu wĂŒrdigen. Das Problem ist, dass davon bislang in den Betrieben noch nichts ankommt, weder bei den wirtschaftlichen Kennzahlen noch in der Stimmung. Wir bekommen im ZDH viele besorgte, teils auch empörte und verbitterte Nachrichten, wie wir denn dazu kommen, den Reformprozess positiv zu begleiten, wo doch die Wirtschaftsdaten immer schlechter werden und sich das auch in den AuftragsbĂŒchern widerspiegelt."
Nach den Worten Dittrichs steigen die Insolvenzzahlen. "Auch wenn wir im Handwerk noch keine Insolvenzwelle sehen, lÀuft die Entwicklung in die falsche Richtung. Die Umsatzentwicklung im Gesamthandwerk ist seit Jahresbeginn preisbereinigt negativ. Einzelne Bereiche wie der Hochbau stehen massiv unter Druck und sind deutlich im Minus." Weitere ambitionierte Reformen seien unausweichlich.
"Im Handwerk haben wir 2025 gegenĂŒber dem Vorjahr 73.000 ArbeitsplĂ€tze weniger", sagte der ZDH-PrĂ€sident. "Das liegt natĂŒrlich auch am demografischen Wandel. Aber wenn die Wirtschaft rund laufen wĂŒrde, hĂ€tten Meisterinnen und Meister Wege und Möglichkeiten gegenzusteuern, etwa durch die Ăbernahme von BeschĂ€ftigten aus anderen Branchen, die sich wandeln."
