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Heidelberg Materials Aktie: Beschwerde beruft sich auf Lieferkettengesetz

Veröffentlicht: 05.07.2026 um 02:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Heidelberg Materials sieht sich in Indonesien mit einer Beschwerde nach dem deutschen Lieferkettengesetz konfrontiert. Anwohner kritisieren die Umwelt- und SozialvertrÀglichkeit eines Minenprojekts.

Heidelberg Materials: Lieferkettengesetz-Beschwerde in Indonesien
Abstrakte Darstellung der Baustoffindustrie mit Fokus auf ethische Lieferketten und gesetzliche Compliance, ernste Stimmung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Heidelberg Materials kĂ€mpft gleich an zwei Fronten. In Indonesien wĂ€chst der Widerstand gegen den Bau einer Mine und Zementfabrik – und die Beschwerde hat es in sich. Denn sie beruft sich erstmals in dem Land auf das deutsche Lieferkettengesetz.

Anwohner in den Kendeng-Bergen in Zentral-Java versuchen, das Projekt zu stoppen. Ihre VorwĂŒrfe wiegen schwer: Das Unternehmen habe die Risiken fĂŒr das Ökosystem und die Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung nicht ausreichend geprĂŒft. Konkret befĂŒrchten die Kritiker SchĂ€den an einem seltenen Karst-Ökosystem. Zudem könnte die Trinkwasserversorgung und die Landwirtschaft fĂŒr Tausende Menschen gefĂ€hrdet werden.

Das DĂŒsseldorfer Unternehmen weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Die lokale Tochtergesellschaft PT Indocement Tunggal Prakarsa habe alle gesetzlichen Vorgaben erfĂŒllt, erklĂ€rt eine Sprecherin. Die Projektplanung sei angepasst worden, um das Ökosystem zu schĂŒtzen. „Bisher ist keine Entscheidung ĂŒber die Umsetzung des Projekts getroffen worden“, so das Unternehmen.

Kurs unter Druck

Der Konflikt belastet das Bild des Baustoffkonzerns an der Börse. Am Freitag schloss die Aktie zwar bei 175,00 Euro – ein Plus von 0,72 Prozent. Der Trend bleibt aber klar negativ. Seit Jahresbeginn verliert das Papier 21,31 Prozent. Mit 175,00 Euro liegt der Kurs 27,60 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 241,70 Euro aus Januar.

Der RSI steht bei 45,9 Punkten – neutral. Die charttechnische Lage ist angespannt. Mit 180,99 Euro liegt die 50-Tage-Linie nah, der 200-Tage-Durchschnitt bei 198,72 Euro ist dagegen weit entfernt.

Makro gibt gemischte Signale

Der Baustoffsektor zeigt sich weiter uneinheitlich. Der Einkaufsmanagerindex der Eurozone fiel im Juni leicht auf 51,4 Punkte. Die Expansionsschwelle bleibt aber gerissen. Positiv: Der Druck auf die Inputkosten lĂ€sst nach – das hilft den Margen der Hersteller.

Aus den USA kommt derweil ein Signal, das zinssensitive Sektoren wie die Bauwirtschaft entlasten könnte. Die US-Arbeitsmarktdaten fĂŒr Juni enttĂ€uschten mit nur 57.000 neuen Stellen. Die Aussicht auf eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank rĂŒckt damit in weite Ferne.

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