Ergebnisse, Produktion/Absatz

Heidelberger Druck vorsichtig fĂŒrs Jahr - aber Drupa-RĂŒckenwind

11.06.2024 - 10:36:30 | dpa.de

Heidelberger Druck DE0007314007 blickt nach einem Umsatz- und ErgebnisrĂŒckgang vorsichtig in das neue GeschĂ€ftsjahr.

Die Erlöse sollen im laufenden GeschÀftsjahr (per Ende MÀrz) auf dem Niveau des Vorjahres von knapp 2,4 Milliarden Euro verharren, wie das Unternehmen am Dienstag in Heidelberg mitteilte. Dabei gehen die Heidelberger davon aus, dass die Weltwirtschaft nicht schwÀcher als von den Instituten vorhergesagt wÀchst und die wesentlichen Wechselkurse sich nicht substanziell verÀndern. Die Aktie legte deutlich zu.

Vom Umsatz sollen wie im Vorjahr 7,2 Prozent als um Sondereffekte bereinigter Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen hÀngen bleiben. Das im SDax DE0009653386 notierte Unternehmen hatte bereits Eckdaten zum abgelaufenen GeschÀftsjahr Mitte Mai vorgelegt.

Die Aktie notierte zuletzt fast drei Prozent im Plus. Die Jahresbilanz habe nach den vorab veröffentlichten Eckdaten nicht ĂŒberrascht, schrieb Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank. Der Ausblick sei allerdings vorsichtig optimistisch angesichts der verbesserten Nachfrage infolge der Drupa-Messe.

Wie der Hersteller von Druckmaschinen weiter mitteilte, fĂŒhrten die vielen Bestellungen von der Drupa zu einer weiteren Erholung des Auftragseingangs zum Start des neuen GeschĂ€ftsjahres. Im ersten Quartal werde dieser bei rund 650 Millionen Euro erwartet. Die wichtige Branchenmesse findet in der Regel alle vier Jahre statt.

Bereits zum Ende des abgeschlossenen GeschĂ€ftsjahres hatte Heidelberger Druck in einem herausfordernden Umfeld wieder mehr AuftrĂ€ge an Land gezogen. Der Auftragseingang verbesserte sich in den drei Monaten bis Ende MĂ€rz mit knapp 600 Millionen Euro "deutlich". Noch im dritten GeschĂ€ftsquartal war die Situation deutlich schwĂ€cher - nun seien die GeschĂ€fte in Asien, insbesondere in China, besser gelaufen, hatte es Mitte Mai geheißen. Im Gesamtjahr fielen die Orders um rund sechs Prozent auf knapp 2,3 Milliarden Euro.

Aufgrund einer besseren Auslastung der ProduktionskapazitĂ€ten will das Unternehmen die Kurzarbeit an den deutschen Standorten im Juni diesen Jahres beenden. Das Unternehmen hatte vor dem Hintergrund des sinkenden Auftragseingangs im Januar in Teilen der Produktion und an mehreren Standorten Kurzarbeit eingefĂŒhrt. ZunĂ€chst sollte diese bis Ende MĂ€rz laufen. Mit der Kurzarbeit wollte die Unternehmensleitung kurzfristig einen niedrigen einstelligen Millionen-Betrag einsparen.

Im abgeschlossenen GeschĂ€ftsjahr (per Ende MĂ€rz) schrumpfte der Umsatz wie bereits bekannt im Jahresvergleich um zwei Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) ging ebenfalls um zwei Prozent zurĂŒck. Unter dem Strich sank der Gewinn von 91 Millionen Euro im Vorjahr auf 39 Millionen Euro. Hier belastete unter anderem der gestiegene Zinsaufwand fĂŒr Pensionen.

Mitte April war ĂŒberraschend bekannt geworden, dass der bisherige Konzernchef Ludwin Monz sein Amt niederlegt. Auf ihn folgt der frĂŒhere S.Oliver-Chef JĂŒrgen Otto.

Derweil spart das Unternehmen, um profitabler zu werden. Im Rahmen eines Programms seit April vergangenen Jahres seien rund 250 Initiativen identifiziert worden, teilte Heidelberger Druckmaschinen weiter mit. Das Unternehmen setze diese kontinuierlich um. Mit den Maßnahmen habe der Konzern im abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr die erheblichen Belastungen durch rĂŒcklĂ€ufige Nachfrage und steigende Kosten erfolgreich kompensieren können.

Zudem hĂ€tten Maßnahmen zur Optimierung des Umlaufvermögens positiv zu den liquiden Mitteln beigetragen. Ende des GeschĂ€ftsjahres (per Ende MĂ€rz) wies der Konzern einen freien Barmittelzufluss von 56 Millionen Euro aus. In den ersten neun Monaten hatte es noch einen Barmittelabfluss in Höhe von 54 Millionen Euro gegeben.

Nach einer tiefgreifenden Krise hatte sich Heidelberger Druck vor ein paar Jahren neu aufgestellt und dabei verlustbringende Produkte eingestampft, ArbeitsplĂ€tze abgebaut und sich auf den Verpackungsdruck sowie die Digitalisierung konzentriert - also auf mehr Softwareautomatisierung fĂŒr die Kunden unter anderem im Druckgewerbe.

Schon seit 2018 vertreibt das Unternehmen auch selbst entwickelte Wallboxen - das sind etwa an der Garagenwand angebrachte, kleine Systeme zum schnellen Laden von E-Autos. Der Vertrieb lĂ€uft ĂŒber Amazon US0231351067 und teils in Partnerschaften mit Energieversorgern. Mit der Übernahme der LadesĂ€ulentechnologie des Energieunternehmens EnBW DE0005220008 Ende 2021 kamen auch Produkte fĂŒr den öffentlichen Raum hinzu.

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