HelloFresh Aktie: Wachstumsmotor angesprungen
Veröffentlicht: 18.03.2026 um 07:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Effizienzprogramm trĂ€gt FrĂŒchte â und das deutlicher als erwartet. HelloFresh hat heute seine Jahreszahlen fĂŒr 2025 veröffentlicht und zeigt dabei ein bemerkenswertes Bild: weniger Umsatz, aber spĂŒrbar mehr ProfitabilitĂ€t.
Der Konzernumsatz sank 2025 auf rund 6,8 Milliarden Euro, was wĂ€hrungsbereinigt einem RĂŒckgang von 9,0 Prozent gegenĂŒber den 7,7 Milliarden Euro aus dem Vorjahr entspricht. Gleichzeitig stieg das bereinigte EBITDA (AEBITDA) auf 422,8 Millionen Euro â ein wĂ€hrungsbereinigtes Plus von rund 14 Prozent. Die Strategie ist klar: QualitĂ€t vor QuantitĂ€t, Marge vor Volumen.
Kochboxen als StabilitÀtsanker
Das KerngeschĂ€ft mit Kochboxen entwickelte sich im Jahresverlauf kontinuierlich besser. Die AEBITDA-Marge in diesem Segment kletterte von 9,8 Prozent im Jahr 2024 auf starke 13,5 Prozent. Besonders bemerkenswert: Zum Jahresende stammte die Mehrheit der Bestellungen von Kunden, die bereits mehr als 50 Boxen bezogen hatten. Stammkunden tragen also einen wachsenden Anteil zum Umsatz bei â ein Zeichen, dass das Produktinvestitionsprogramm namens âThe Refresh" ankommt.
Dieses Programm, das im Sommer 2025 startete, verdoppelt die Rezeptauswahl in mehreren MĂ€rkten und verbessert die ZutatenqualitĂ€t. Messbar zeigt sich das am kumulierten Nettoumsatz je Neukundenakquise nach 20 Wochen: Im zweiten Halbjahr 2025 lag dieser Wert 21 Prozent ĂŒber dem Vergleichszeitraum aus 2023 â gegenĂŒber lediglich 7 Prozent Plus im zweiten Halbjahr 2024.
Fertiggerichte bremsen, Effizienz beschleunigt
Weniger erfreulich verlief 2025 das GeschĂ€ft mit Fertiggerichten. Regulatorisch bedingte Produktionsprobleme auf dem US-Markt belasteten die Kundenbindung und trieben die Kosten im ersten Halbjahr in die Höhe. Die AEBITDA-Marge in diesem Segment rutschte auf minus 1,2 Prozent â nach plus 1,6 Prozent im Vorjahr. Im vierten Quartal erholte sich das Segment allerdings auf 6,6 Prozent, da die operativen EngpĂ€sse inzwischen behoben sind.
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Beim Effizienzprogramm laufen die Dinge planmĂ€Ăig: Rund 80 Prozent der geplanten MaĂnahmen wurden bis Ende 2025 umgesetzt, mit Einsparungen von insgesamt 160 Millionen Euro. FĂŒr 2026 werden weitere 140 Millionen Euro an jĂ€hrlichen Einsparungen erwartet. Der Free Cashflow nach Leasingzahlungen kehrte mit 18,9 Millionen Euro ins Positive zurĂŒck, nach minus 23,6 Millionen Euro im Vorjahr.
Vorsichtiger Ausblick auf 2026
FĂŒr das laufende Jahr rechnet HelloFresh mit einem weiteren wĂ€hrungsbereinigten UmsatzrĂŒckgang von 3 bis 6 Prozent. Das AEBITDA-Ziel liegt bei 375 bis 425 Millionen Euro â und damit unter dem 2025er Wert. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen auĂergewöhnliche Winterwetterbedingungen im ersten Quartal 2026 sowie nachhaltende NachfrageschwĂ€che im Fertiggerichte-Segment. Hinzu kommt der geplante RĂŒckzug aus den MĂ€rkten Italien und Spanien.
Angesichts der deutlich verbesserten ProfitabilitĂ€t im KerngeschĂ€ft und des laufenden Effizienzprogramms bleibt die Richtung klar â auch wenn das Tempo des Wachstums noch auf sich warten lĂ€sst.
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