Adidas warnt vor höheren Kosten durch US-Zölle - bekrÀftigt Prognose
29.04.2025 - 11:50:37 | dpa.de(neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz, Aktienkurs)
HERZOGENAURACH (dpa-AFX) - Der Sportartikelkonzern Adidas DE000A1EWWW0 warnt wegen der US-Zollpolitik vor höheren Kosten. "Obwohl wir die Exporte aus China in die USA bereits auf ein Minimum reduziert hatten, sind wir den derzeit sehr hohen Zöllen in gewissem MaĂe ausgesetzt", erklĂ€rte Konzernchef Björn Gulden am Dienstag bei der Vorlage detaillierter Quartalszahlen. Er verwies auf die allgemeine Erhöhung der US-Zölle auf Produkte aus allen anderen HerkunftslĂ€ndern. "Da wir derzeit fast keine unserer Produkte in den USA herstellen können, werden diese höheren Zölle letztendlich zu höheren Kosten fĂŒr alle unsere Produkte fĂŒr den US-Markt fĂŒhren." Wie die endgĂŒltigen Zölle aussehen wĂŒrden, sei unklar. Der Kurs der Aktie legte am Morgen zuletzt leicht zu.
Wie Adidas daher auf die US-Zollpolitik reagieren wird, ist Gulden zufolge noch offen. "Kostensteigerungen aufgrund höherer Zölle werden letztendlich nicht nur in unserer Branche zu Preiserhöhungen fĂŒhren, aber es ist im Moment unmöglich, diese zu quantifizieren oder abzuschĂ€tzen, welche Auswirkungen das auf die Verbrauchernachfrage nach unseren Produkten haben könnte." Noch hat Adidas in den USA nicht an der Preisschraube gedreht, wie Gulden in einer Telefonkonferenz sagte. Adidas wolle dabei nicht der Erste sein, so der Manager. Preiserhöhungen in den anderen Regionen seien hingegen nicht vorgesehen.
Adidas bestĂ€tigte nach einem stĂ€rker als erwarteten Umsatz- und Gewinnsprung zu Jahresbeginn daher die Prognose fĂŒr das laufende Jahr. "In einer 'normalen Welt' hĂ€tten wir mit diesem starken Quartal, dem soliden Auftragsbestand und der insgesamt sehr positiven Stimmung gegenĂŒber Adidas unseren Ausblick fĂŒr das Gesamtjahr sowohl fĂŒr den Umsatz als auch fĂŒr das Betriebsergebnis angehoben", kommentierte Gulden. Die Unsicherheit hinsichtlich der US-Zölle verhindere das im Moment.
Das Unternehmen erwartet fĂŒr 2025 weiter einen wĂ€hrungsbereinigten Umsatzanstieg im hohen einstelligen Prozentbereich, die Marke Adidas soll prozentual zweistellig wachsen. Das Betriebsergebnis soll auf 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro zulegen, nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Im zweiten Quartal dĂŒrften die US-Zölle nur einen geringen Einfluss auf das US-GeschĂ€ft haben. Dieser werde jedoch im darauffolgenden Quartal erwartet, sagte Gulden. Der Nike-Rivale macht etwa 20 Prozent seines GeschĂ€fts in den USA. "In allen anderen MĂ€rkten sehen wir derzeit eine positive Entwicklung und werden natĂŒrlich versuchen, die Unsicherheit in den USA durch noch bessere Ergebnisse in den ĂŒbrigen Teilen der Welt zu kompensieren", fĂŒhrte der Manager fort.
Adidas hat in der vergangenen Woche bereits besser als erwartete vorlÀufige Zahlen vorgelegt. Der Umsatz stieg im ersten Quartal wÀhrungsbereinigt um 13 Prozent auf fast 6,2 Milliarden Euro. Dabei trieb die Nachfrage nach Schuhen das Wachstum an. Aber auch bei Bekleidung und Accessoires legte der Konzern zu. Die Erlöse stiegen in allen Regionen, mit Ausnahme von Nordamerika, im zweistelligen Prozentbereich. Dort beeinflusste noch das inzwischen komplett eingestellte GeschÀft mit Yeezy-Produkten die Entwicklung. Ohne die Yeezy-UmsÀtze aus dem Vorjahresquartal habe Adidas aber auch hier ein zweistelliges prozentuales Wachstum erreicht, hieà es.
Dank niedrigerer Produkt- und Frachtkosten sowie geringeren Rabatten verbesserte Adidas seine Bruttomarge. Das Betriebsergebnis sprang wie bereits bekannt um 82 Prozent auf 610 Millionen Euro. Nachdem der Verkauf der verbliebenen Yeezy-BestĂ€nde Ende vergangenen Jahres abgeschlossen wurde, enthĂ€lt das Betriebsergebnis des ersten Quartals den Angaben zufolge keinerlei BeitrĂ€ge mehr daraus. Unter dem Strich konnte Adidas seinen Gewinn aus dem fortgefĂŒhrten GeschĂ€ft mit 436 Millionen Euro mehr als verdoppeln.
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