Hitzetote, DIVI-GeschĂ€ftsfĂŒhrer

Hitzetote: DIVI-GeschĂ€ftsfĂŒhrer hĂ€lt RKI-SchĂ€tzung fĂŒr zu niedrig

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 08:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der medizinische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutschen InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, hĂ€lt die RKI-SchĂ€tzung von rund 12.500 hitzebedingten TodesfĂ€llen in diesem Sommer fĂŒr zu niedrig.

"Es sind sicherlich mehrere Tausend TodesfĂ€lle mehr", sagte der Intensivmediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Viele FĂ€lle wĂŒrden nicht als hitzebedingt erfasst, weil auf Totenscheinen etwa Organversagen stehe. Er gehe deshalb davon aus, dass die Zahlen des Robert Koch-Instituts "nicht die gesamte Dramatik abbilden". Besonders gefĂ€hrdet seien alleinlebende Ă€ltere Menschen mit Vorerkrankungen.

"Ich bin, auch als BĂŒrger, extrem verstört ĂŒber die Tatenlosigkeit der Bundes- und Landesregierungen", sagte Janssens. Er fordert einen verbindlichen nationalen Hitzeschutzplan und mehr Geld fĂŒr den Hitzeschutz in Kliniken. Zudem brauche es mehr Nachbarschaftshilfe, psychosoziale UnterstĂŒtzung und Netzwerke, um gefĂ€hrdete Menschen bei Hitzewellen frĂŒhzeitig zu erreichen. In Frankreich etwa kontaktierten Kommunen registrierte vulnerable Personen aktiv. In Deutschland hingegen "sterben Menschen nicht nur an der Hitze, sondern letztlich auch an gesellschaftlicher VernachlĂ€ssigung", so Janssens.

Das Robert Koch-Institut schĂ€tzt, dass die Hitze in Deutschland vom 6. April bis zum 2. August zu rund 12.500 TodesfĂ€llen gefĂŒhrt hat. Besonders viele Tote gab es demnach wĂ€hrend der Hitzewelle vom 22. bis 28. Juni: FĂŒr diese Woche geht das RKI von rund 9.600 hitzebedingten TodesfĂ€llen aus. Dem RKI zufolge handelt es sich um eine konservative SchĂ€tzung, die nachtrĂ€glich noch angepasst werden kann.

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