Stimmung in der Chemie zieht krÀftig an
01.07.2025 - 09:04:28 | dpa.deDer entsprechende Index des MĂŒnchner Ifo-Instituts stieg im Juni von minus 16,2 auf minus 8,9 Punkte. Vor allem die Erwartungen verbesserten sich massiv: Hatten sie vor einem Monat noch bei minus 5,4 Punkten gelegen, sprangen sie nun in den positiven Bereich auf 9,5 Punkte. Das sei der beste Wert seit dreieinhalb Jahren, heiĂt es vom Ifo. Die aktuelle GeschĂ€ftslage wird mit minus 25,7 Punkten dagegen weiter sehr negativ bewertet.
"Besonders die geplante Senkung der Stromsteuer fĂŒr die Industrie verschafft der Chemiebranche bereits spĂŒrbaren Aufwind", sagt Branchenexpertin Anna Wolf. Die deutliche Verbesserung sei bemerkenswert. Neben der Stromsteuer könne hier auch das geplante Investitionspaket eine Rolle spielen. Auch hier wĂŒrden chemische Produkte gebraucht.
Gutes Zeichen fĂŒr die Wirtschaft
Der Anstieg bei den Erwartungen ist auch ein gutes Zeichen fĂŒr andere Wirtschaftsbereiche. Die Chemie sei eine Vorlaufbranche, sagt Wolf.
In der aktuellen GeschĂ€ftslage sieht es allerdings noch dĂŒster aus. Der Auftragsbestand wird weiterhin als Ă€uĂerst niedrig eingeschĂ€tzt. Zwar stabilisiere sich die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen, dennoch planten zahlreiche Unternehmen mit einem RĂŒckgang der Produktion und wollten Personal abbauen.
Zwar profitierten einige Betriebe von gesunkenen Rohstoffkosten und ersten Anzeichen einer Nachfragebelebung auf internationalen MÀrkten. Allerdings belasteten die protektionistische US-Zollpolitik, nach wie vor hohe Standortkosten und geopolitische Unsicherheiten die wirtschaftliche Erholung der Branche. "In dieser Situation setzen die von der Bundesregierung beschlossenen staatlichen Investitionen dringend benötigte Impulse", sagt Wolf.
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