HomePod 2, Apple HomePod

HomePod 2 im intensiven Praxistest: Wie gut ist Apples Smartspeaker-Upgrade wirklich?

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 06:33 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Der HomePod 2 will mehr sein als nur ein Apple Smartspeaker: kräftiger Bass, 3D Audio, Matter-Support und tiefes Siri-Smart-Home. Reicht das Upgrade, um audiophile Ohren und Apple-Fans zu überzeugen?

Wenn der erste Ton aus dem Apple HomePod 2 rollt, wirkt das Wohnzimmer plötzlich größer, dichter, lebendiger. Musik löst sich von dem kompakten Zylinder, Stimmen stellen sich plastisch in den Raum, der Bass schiebt souverän, ohne zu dröhnen. Der HomePod 2 ist nicht einfach ein weiterer Smartspeaker – er ist Apples zweite, deutlich reifere Antwort auf die Frage: Wie viel HiFi kann ein smarter Lautsprecher sein?

Der HomePod 2 tritt an, sowohl Fans des ersten Modells als auch Einsteiger im Apple-Ökosystem abzuholen. Doch ist er wirklich das Upgrade wert – klanglich, smart und im Alltag? Oder reicht ein günstigerer Smartspeaker von Sonos, Amazon oder Google aus?

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Apple positioniert den HomePod 2 klar als Premium-Smartspeaker: ein kompaktes Gehäuse, feine Stoffbespannung, die bekannte, leicht organische Säulenform und eine dezente Touch-Oberfläche, die in allen Farben unter leuchtenden Wellen pulsiert, wenn Siri zuhört. Unter der Haube arbeitet der S7-Chip – bekannt aus der Apple Watch – und übernimmt die akustische Feinarbeit. Im Zusammenspiel mit einem kräftigen High-Excursion-Woofer und einem Ring aus fünf Hochtönern entsteht die akustische Signatur, die Apple dem HomePod 2 verpasst.

Im Vergleich zum ersten Apple HomePod fällt der Blick direkt auf die neue innere Architektur: Apple hat die Anordnung der Mikrofone und Tweeter modifiziert, die Intelligenz vom A-Chip auf den S7 umgestellt und gleichzeitig den Energieverbrauch optimiert. Dazu kommt der Support für Thread und Matter, was den HomePod 2 vom reinen Smartspeaker zum echten Smart-Home-Hub macht.

Der erste Eindruck: Wer Apple Music nutzt, ein iPhone in der Tasche hat und vielleicht schon ein Apple TV 4K im Wohnzimmer parkt, merkt schnell, wie nahtlos sich der HomePod 2 in den Alltag einwebt. Ein Smartphone an den Lautsprecher halten, Übergabe-Soundeffekt, und schon läuft die Playlist vom iPhone direkt weiter. Kein Pairing, kein Menü, einfach ein kurzer Moment, der sich überraschend „analog“ anfühlt – nur mit all der digitalen Magie im Hintergrund.

Der HomePod 2 ist dabei nicht für jeden: Wer Spotify-Connect-Freiheit, maximale Plattform-Offenheit oder manische Bastelfreiheit erwartet, stößt an Grenzen. Der Smartspeaker ist kompromisslos Apple – im Guten wie im Schlechten. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Klang, 3D Audio, Siri-Integration und Smart-Home-Fähigkeiten, bevor die Entscheidung für oder gegen dieses Stück Technik im Wohnzimmer fällt.

Akustisch setzt der Apple HomePod 2 an einer Stelle an, an der viele Smartspeaker scheitern: Er versucht nicht einfach „laut“ zu sein, sondern kontrolliert. Das Herzstück ist ein von Apple entwickelter High-Excursion-Woofer, der nach oben strahlt. Darunter ein kräftiger Magnet, darüber ein raffiniert abgestimmtes Volumen im Gehäuse. Das Ziel: tiefer, sauberer Bass ohne wummernde Resonanzen auf dem Sideboard.

Im realen Hörtest liefert der HomePod 2 genau das, was die Datenblätter versprechen: Für seine Größe drückt der Tiefton erstaunlich tief, bei elektronischer Musik wie Moderat oder Ben Böhmer baut er ein solides Fundament, das körperlich spürbar ist, ohne das restliche Frequenzspektrum zuzuschmieren. Die Attacke der Kickdrum bleibt klar, der Basslauf ablesbar, statt zu einem undefinierten Grollen zu verschmelzen.

Die fünf Hochtöner sind ringförmig im unteren Bereich angeordnet und schießen ihren Schall über Waveguides in den Raum. Der HomePod 2 nutzt diese Konstruktion, um eine 360-Grad-Bühne zu formen. In der Praxis bedeutet das: Egal, ob du frontal davor sitzt, seitlich vorbeiläufst oder weiter hinten im Raum bist – das Stereobild bricht nicht vollständig zusammen. Es bleibt eine gewisse Räumlichkeit, Stimmen bleiben verständlich, Instrumente klar differenziert.

Hier zeigt sich eine der größten Stärken des HomePod 2: Er kompensiert schwierige Räume aktiv. Durch seine Raumakustik-Erkennung misst er via Mikrofone die Reflexionen an Wänden und Möbeln und passt den Frequenzgang dynamisch an. Stellst du den Smartspeaker zu nah an eine Wand oder in eine Ecke, reduziert er Überbetonungen im Bassbereich hörbar. Der Effekt: weniger Dröhnen, mehr Präzision.

Dieses Echtzeit-Tuning funktioniert erfreulich unauffällig. Es gibt keinen Moment, in dem der Klang „pumpt“ oder künstlich wirkt. Stattdessen gleicht der HomePod 2 permanent leichte Verschiebungen aus: Wenn du dich näherst, wenn sich der Geräuschpegel im Raum ändert oder wenn der Lautsprecher anders positioniert wird. Für Nutzer ohne Lust auf Einmessmikrofone oder Equalizer-Bastelei ist das ein stiller Segen.

Im direkten Vergleich zum ersten HomePod fallen zwei Dinge auf: Der neue Apple HomePod spielt insgesamt etwas balancierter und weniger „showig“. Während die erste Generation dazu tendierte, im Bassbereich mitunter ein bisschen zu dick aufzutragen, wirkt der HomePod 2 abgestimmter. Der Tiefton ist straff, das obere Mittenband etwas offener, was Stimmen natürlicher erscheinen lässt. Hörbücher, Podcasts oder Radiostreams profitieren, weil Sprachverständlichkeit im Fokus steht.

Wer bereits einen ersten HomePod besitzt, wird nicht komplett aus dem Stuhl fallen – aber der Fortschritt ist hörbar, gerade im Alltag bei gemischter Nutzung aus Musik, Sprache, Serien und leiser Hintergrundbeschallung.

Ein Highlight, das Apple im Marketing stark betont, ist 3D Audio mit Dolby Atmos. In Kombination mit Apple Music, Apple TV 4K oder einem passenden Streaming-Setup entfaltet der HomePod 2 hier sein volles Potenzial. Apple setzt auf eine Mischung aus objektbasierter Audiowiedergabe und akustischer Simulation, gesteuert vom S7-Chip und den Mikrofonen fĂĽr Raumvermessung.

Spielst du einen räumlich abgemischten Track ab, wird die Bühne regelrecht aufgefächert. Gitarren stehen leicht seitlich, Reverbs ziehen in die Tiefe, einzelne Percussion-Elemente tanzen spürbar um den Hörplatz herum. Der Effekt ist am stärksten, wenn du einen einzelnen HomePod 2 zentral vor der Hörposition platzierst und dich halbwegs in dessen akustischer Achse befindest.

Richtig eindrucksvoll wird es mit einem Stereo-Paar HomePod 2. Hier nutzt Apple die volle Kombination aus zwei räumlich getrennten 360-Grad-Quellen, binauraler Signalverarbeitung und Raumanpassung. Das Resultat: ein überraschend breites Stereopanorama, das – bei gut produzierten Atmos-Inhalten – in Richtung einer extrem aufgeräumten Soundbar geht. Kein Ersatz für ein dediziertes 5.1.4-Setup, aber für viele Wohnzimmer ein mehr als ausreichender Kompromiss aus Klangqualität und Design.

Bei Filmen mit Apple TV 4K mausert sich der HomePod 2 im Doppelpack zum akustischen Herz eines minimalistischen Heimkinos. Explosionen haben Druck, Dialoge sitzen stabil in der Mitte, selbst bei seitlichem Sitzen bleibt die Verständlichkeit hoch. Wer den Fernseher nicht mit einem Gerätepark aus AV-Receiver und großen Lautsprechern zustellen will, bekommt hier einen unauffälligen, aber sehr ernstzunehmenden Klanglieferanten.

Natürlich ist 3D Audio nicht frei von Tücken. Schlechte Atmos-Mixe klingen auch auf dem HomePod 2 künstlich, überzogen breit oder zu diffuses. Gute Produktionen dagegen – etwa viele aktuellen Apple Music Spatial Audio Releases oder ausgewählte Filme in iTunes – profitieren spürbar. Das Erlebnis hängt also stark vom Quellmaterial ab, der HomePod 2 kann nur so gut sein wie der Mix, den er füttert.

Bei all der akustischen Finesse bleibt eine entscheidende Frage: Wie schlau ist der Apple HomePod 2 im Alltag wirklich? Herzstück ist Siri, tief integriert in das Apple-Ökosystem. Der Assistent ist immer wach, lauscht – dank vier Einbaumikrofonen – dezent im Hintergrund und reagiert in den meisten Umgebungen zuverlässig auf das „Hey Siri“ (beziehungsweise, je nach Region, das passende Aktivierungswort).

Sprachbefehle wie „Spiele meine Chill-Playlist in Apple Music“, „Wie wird das Wetter heute Abend in Hamburg?“ oder „Stell einen Timer für 8 Minuten“ verarbeitet der HomePod 2 souverän. Durch die Nähe zu Apple Music sind Genre- oder Stimmungsbefehle besonders intuitiv: „Siri, spiel etwas Entspanntes für den Abend“ führt meist zu einer recht passenden Auswahl. Die Trefferquote ist nicht perfekt, aber im Alltag hoch genug, um das Smartphone oft in der Tasche zu lassen.

Eine Stärke, die im Alltag gerne unterschätzt wird: Die Mikrofone des HomePod 2 hören auch bei laufender Musik erstaunlich gut. Selbst wenn der Smartspeaker laut spielt, versteht Siri Befehle in vielen Fällen schon bei normaler Lautstärke der Stimme. Nur bei wirklich hohen Pegeln oder bei einigen besonders dynamischen Tracks ist ein leichtes Anheben der Stimme nötig.

Mit dem HomePod 2 richtet Apple die Blickachse deutlich in Richtung Smart Home. Denn der Smartspeaker ist nicht nur Wiedergabegerät, sondern auch Steuerzentrale: Er fungiert als Home-Hub für Apple Home und unterstützt Matter sowie Thread. Das bedeutet, dass kompatible Smarthome-Geräte – Lampen, Steckdosen, Sensoren, Thermostate – herstellerübergreifend angebunden und gesteuert werden können.

In der Praxis ist der HomePod 2 damit ein stiller Koordinator im Hintergrund. Er synchronisiert Automationen, schaltet Licht-Szenen, steuert Heizpläne, überwacht Sensoren oder reagiert auf Auslöser wie „Bewegung im Flur“ oder „Tür geöffnet“. Über die Home-App auf iPhone, iPad oder Mac lassen sich komplexe Szenarien erstellen, die der HomePod 2 dann verlässlich ausführt.

Beispiele aus dem Alltag: Ein Sprachbefehl wie „Hey Siri, Filmabend“ kann das Licht dimmen, die Philips Hue Leuchten in warmen Bernstein tauchen, die Jalousien halb herunterfahren und den Apple TV 4K einschalten. Oder ein „Guten Morgen“ könnte nach Wunsch die Rollläden öffnen, den Lieblingsradiosender abspielen und die Heizung im Bad hochdrehen – alles orchestriert vom Smartspeaker.

Dank Matter-Support ist der HomePod 2 nicht mehr auf reine HomeKit-Geräte beschränkt. Neue Matter-fähige Produkte aus der Welt von Eve, Nanoleaf, Aqara, TP-Link und vielen anderen können sich einfach in die bestehende Struktur einklinken. Das reduziert die frühere Apple-Blase spürbar und öffnet das System für Nutzer, die gerne mehr Auswahl bei Smart-Home-Komponenten haben.

Wichtig: Der HomePod 2 ist kein offenes Bastler-Produkt wie etwa eine selbstgebaute Home Assistant-Installation. Er richtet sich an Nutzer, die möglichst wenig konfigurieren, aber ein stabiles, visuell aufgeräumtes und sehr gut integriertes System wollen. In dieser Rolle ist er stark – gerade für iPhone-User, die ohnehin intensiv mit der Home-App arbeiten oder planen, ihr Heim Schritt für Schritt smart aufzurüsten.

Im Vergleich mit dem ersten Apple HomePod und den kleineren HomePod mini-Modellen positioniert sich der HomePod 2 deutlich als „Sweet Spot“ im Portfolio. Der ursprüngliche HomePod war teurer, klanglich sehr gut, aber nie so richtig im Markt angekommen. Der HomePod mini wiederum ist ein sympathischer Einstiegs-Smartspeaker, der sich hervorragend für Küche, Flur oder Kinderzimmer eignet, klanglich aber naturgemäß begrenzt ist.

Der HomePod 2 schließt die Lücke: deutlich mehr Fundament und Auflösung als der HomePod mini, dabei moderner und effizienter als der erste HomePod. Wer heute in das Apple-Ökosystem einsteigen will und Wert auf Klang legt, sollte den HomePod 2 klar vor dem mini priorisieren – besonders, wenn es um den Haupt-Hörplatz im Wohnzimmer oder Arbeitszimmer geht.

Dasselbe gilt für den Einsatz mit Apple TV 4K. Zwei HomePod 2 als Stereo-Paar verwandeln den Fernseher in eine erstaunlich potente Klangbühne. Der HomePod mini kann an dieser Stelle schlicht nicht mithalten, der erste HomePod war zwar klanglich dicht dran, aber ohne Matter- und Thread-Vorteile und mit älterer Plattform-Philosophie.

Wer vom ersten HomePod kommt, steht vor einer kniffligeren Frage: Lohnt das Upgrade? Klanglich ist der Schritt eher evolutionär als revolutionär. Die neue Generation spielt feinfühliger, besitzt eine etwas bessere Stimmtransparenz, integriert sich smarter in Matter-Haushalte und liefert eine modernere Basis für kommende Software-Features. Wer seinen alten HomePod liebt und dieser noch zuverlässig arbeitet, muss nicht zwingend wechseln. Wer aber ohnehin von Problemen geplagt ist oder sein System erweitern möchte, bekommt mit dem HomePod 2 den klar zukunftssichereren Baustein.

Im Markt der Smartspeaker steht der Apple HomePod 2 spannenden Alternativen von Sonos, Amazon und Google gegenüber. Besonders häufig fallen im Vergleich Sonos One/ERA 100, Sonos Beam, Amazon Echo Studio oder Google Nest Audio. Jede dieser Lösungen hat ihre eigenen Stärken – von Plattform-Offenheit bis Multiroom-Ecosystem.

Der HomePod 2 punktet dort, wo Apple traditionell stark ist: Integration, Stabilität, Bedienkomfort. Im Zusammenspiel mit iPhone, iPad, Mac, Apple TV 4K und Apple Music ergeben sich Abkürzungen, die kein anderer Hersteller so geschlossen anbietet. Handoff, persönliche Stimmerkennung, nahtlose Home-Steuerung, AirPlay 2 und Multiroom in gewohnter Apple-Logik – das alles macht aus dem Gerät mehr als nur einen Lautsprecher.

Offenheit ist allerdings nicht seine größte Stärke. Spotify-User etwa können zwar via AirPlay streamen, aber native Spotify-Integration wie bei Sonos gibt es nicht. Wer sich nicht langfristig mit Apple Music oder mindestens AirPlay 2 anfreunden will, ist mit einem Sonos-System flexibler unterwegs. Wer Alexa-Skills oder Google Assistant-Dienste intensiv nutzt, findet bei Amazon und Google die tiefer verankerten Sprachplattformen.

Klanglich spielt der HomePod 2 zumindest auf Augenhöhe mit den besten Smartspeakern dieser Klasse, oft sogar darüber. Der Echo Studio etwa behauptet in vielen Szenarien einen ähnlich kräftigen, teils noch etwas aggressiveren Bass, wirkt im Mittenbereich aber weniger fein gezeichnet. Sonos One/ERA 100 sind stark abgestimmt und sehr musikalisch, aber im Vergleich fehlt ihnen ohne zusätzliche Geräte etwas vom 3D-Audio-Erlebnis, das der HomePod 2 mit Apple Music und Apple TV 4K aufruft.

Ob der HomePod 2 also der beste Smartspeaker ist, hängt extrem davon ab, wo du dich zu Hause fühlst: im Apple-Kosmos oder in einer bunteren Plattform-Welt. Wer tief in Apple steckt, bekommt hier nahezu die ideale Ergänzung der bestehenden Geräte. Wer komplett plattformagnostisch bleiben will, findet anderswo vielleicht mehr Freiheit – aber kaum eine so elegante Kombination aus Design, Klang und Systemintegration.

Optisch bleibt der HomePod 2 der Designlinie des ersten Modells treu: ein zylindrischer Körper, dichte Mesh-Bespannung, wahlweise in Weiß oder Mitternacht (ein sehr dunkles Blau-Schwarz), dezente Touch-Oberfläche mit eingebetteten LEDs. Er wirkt zugleich unauffällig und hochwertig, fügt sich in minimalistische wie verspielte Interiors ein und schreit nicht permanent „Technikgerät“.

Die Steuerfläche oben reagiert auf Tippen und Wischen. Lautstärke kann direkt am Gerät reguliert werden, Play/Pause liegt unter dem zentralen Tipp, und bei aktiver Siri-Anfrage pulsiert die bekannte, bunte Wellenform. Im Alltag wirst du dennoch die meiste Zeit mit Sprache oder Smartphone steuern – die Touchfläche ist eher Backup als Hauptinterface.

Technisch steckt im HomePod 2 der S7-Chip, der unter anderem die komplexe Echtzeit-Signalverarbeitung übernimmt. Er analysiert das Eingangssignal, verarbeitet Raumreflexionen, steuert Woofer und Tweeter unabhängig und reagiert auf die Mikrofon-Informationen. Dieses Zusammenspiel aus Hardware und Software ist ein Paradebeispiel für Apples „Silicon-first“-Philosophie: die Intelligenz sitzt nicht nur im Cloud-Backend, sondern direkt im Gerät.

Ein Detail, das in der Praxis angenehm auffällt: der optimierte Energieverbrauch. Der HomePod 2 ist darauf ausgerichtet, lange im Standby-Modus zu verweilen, ohne nennenswert Strom zu ziehen, und erst bei Bedarf voll aufzudrehen. Für ein Gerät, das quasi permanent eingeschaltet ist, ist das kein Randdetail, sondern ein relevanter Faktor – zumal viele Haushalte mittelfristig mehrere Apple Smartspeaker parallel betreiben.

Die Einrichtung des HomePod 2 ist typisch Apple: Karton auf, Strom anschließen, iPhone in die Nähe halten. Auf dem Smartphone ploppt automatisch ein Dialog auf, der an die Einrichtung von AirPods erinnert. Einmal bestätigt, werden Apple-ID, WLAN, Home-Konfiguration und persönliche Einstellungen übernommen. Innerhalb von Minuten ist der Smartspeaker in deinem Zuhause verankert, ohne langes Passwortgetippe oder Netzwerksuche.

Während des Setups legst du fest, in welchem Raum sich der HomePod 2 befindet, ob persönliche Anfragen (Kalender, Nachrichten, Erinnerungen) erlaubt sind und wie er sich in bestehende Automationswelten integrieren soll. Wer großen Wert auf Privatsphäre legt, kann hier gezielt einschränken, welche Informationen über Sprache erreichbar sind. Apple betont an dieser Stelle traditionell die lokale Verarbeitung vieler Daten und die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sensibler Inhalte.

Nach dem Setup taucht der HomePod 2 sicht- und steuerbar in mehreren Bereichen auf: in der Home-App als Hub und Wiedergabegerät, in der AirPlay-Auswahlliste aller Apple-Geräte im Netzwerk und in Apple Music als verfügbares Ziel. Wer bereits Multiroom-Szenarien mit AirPlay 2 eingerichtet hat, kann den HomePod 2 nahtlos hinzufügen, Räume gruppieren, Lautstärken getrennt oder gemeinsam steuern.

Besonders angenehm: die Übergabe von Musik per Handoff. Hältst du ein entsperrtes iPhone mit aktivem Playback in die Nähe des HomePod 2, wechselt der Sound spielerisch vom Handy in den Smartspeaker. Andersherum funktioniert es ebenfalls: Du kannst laufende Musik vom HomePod 2 zurück aufs iPhone ziehen, wenn du den Raum verlässt und mit Kopfhörer weitermachen möchtest.

Wer die tieferen Smart-Home-Fähigkeiten nutzt, konfiguriert in der Home-App Szenen und Automationen, die mit dem HomePod 2 verzahnt sind. Hier zeigt sich der Smartspeaker weniger als Single-Device, sondern als Teil eines größeren, ruhig pulsierenden Systems.

Ein zentraler Punkt: Für wen lohnt sich der HomePod 2 überhaupt? Die Antwort ist erstaunlich klar, wenn man sich die Stärken und Schwächen ansieht.

  • Ideal fĂĽr Nutzer, die im Apple-Ă–kosystem leben. Wer iPhone, iPad, Mac, Apple Watch, Apple TV 4K und Apple Music im Alltag nutzt, bekommt mit dem HomePod 2 ein Gerät, das sich so nahtlos einfĂĽgt, dass man es nach wenigen Tagen kaum noch hinterfragt. Es wird zur akustischen Grundausstattung.
  • Empfehlenswert fĂĽr alle, die Wert auf guten Klang legen, aber keine klassische HiFi-Anlage aufbauen wollen. Der Apple HomePod 2 kann keine hochwertigen Standlautsprecher ersetzen, aber er ist weit mehr als „nur Hintergrundmusik“. FĂĽr viele Wohnzimmer reicht die gebotene Klangqualität mĂĽhelos.
  • Spannend fĂĽr Smart-Home-Einsteiger und -Fortgeschrittene, die auf Apple Home setzen. Matter- und Thread-Support machen den HomePod 2 zum soliden, zukunftsfähigen Herz eines smarten Zuhauses – ohne dass man sich mit Bridges und proprietären Hubs verzetteln muss.

Wen spricht er weniger an?

  • Spotify-Puristen und Plattform-Nomaden. Wer sich nicht an Apple Music gewöhnen möchte, fĂĽr den ist die Erfahrung weniger elegant. AirPlay funktioniert, aber das ganzheitliche, „magische“ GefĂĽhl entfaltet sich primär mit Apple-Diensten.
  • Nutzer mit starker Bindung an Alexa oder Google Assistant. HomePod 2 bedeutet Siri – und ausschlieĂźlich Siri. Wer bestimmte Alexa-Skills gewohnt ist oder tief in Google-Dienste gekoppelte Workflows hat, wird hier eher Reibung als Komfort finden.

Bleibt die entscheidende Frage: Ist der HomePod 2 das Geld wert? Aus einer rein klanglichen Perspektive betrachtet liegt er gemessen an Größe und Funktionsumfang sehr gut im Rennen. Aus Smart-Home-Sicht ist der Preis für einen Matter-fähigen Hub mit erstklassiger Integration und guter Audioleistung nachvollziehbar. Die eigentliche Hürde ist weniger der Betrag an sich, sondern die Bereitschaft, sich bewusst auf das Apple-Universum einzulassen.

Wer das tut, wird mit einem Smartspeaker belohnt, der sich angenehm selbstverständlich ins Leben schiebt: Musik, Radio, Podcasts, Timer, Speicher, Licht, Szenen, Hörbücher, Home-Theater – alles an einem Punkt gebündelt.

Unter dem Strich ist der HomePod 2 der konsequenteste Apple Smartspeaker bisher. Er bringt die Klangversprechen der ersten Generation, poliert sie an den richtigen Stellen, öffnet sich mit Matter für ein breiteres Smart-Home-Ökosystem und fügt sich noch geschmeidiger in das Zusammenspiel aus iPhone, Apple TV und Co. ein. Der Bass drückt kontrolliert, die Bühne spannt sich souverän auf, Siri hat hörbar dazu gelernt, und das ganze Paket fühlt sich erwachsen an.

Wer bereits tief im Apple-Kosmos wohnt, auf guten Sound Wert legt und sein Zuhause smarter – aber nicht komplizierter – machen will, findet im HomePod 2 einen fast schon logischen nächsten Baustein. Wer dagegen maximale Plattformfreiheit und Assistenten-Auswahl sucht, wird anderswo glücklicher.

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