HydrogenPro: ACES-Projekt mit 220 MW in Betrieb
23.05.2026 - 22:27:39 | boerse-global.deNach einem Absturz auf das Allzeittief im Februar hat die Aktie des norwegischen Elektrolyseur-Herstellers HydrogenPro eine bemerkenswerte Erholung hingelegt. Auslöser war die Vorlage der Q1-Zahlen für 2026 — kombiniert mit der Meldung, dass das Vorzeigeprojekt ACES in Utah vollständig in Betrieb ist.
Kursexplosion nach Quartalsbericht
Am 30. April schoss die Aktie um rund 79 Prozent nach oben und schloss bei 2,72 NOK, nachdem sie den Handelstag noch bei 1,60 NOK eröffnet hatte. Zuvor hatte HYPRO am 25. Februar sein Allzeittief von 1,34 NOK markiert.
Zuletzt notierte das Papier bei 2,76 NOK — etwa zehn Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht steht dennoch ein Minus von rund 33 Prozent zu Buche, womit HydrogenPro sowohl den norwegischen Maschinenbausektor (+6 Prozent) als auch den breiten Markt (+37,6 Prozent) deutlich underperformt hat.
ACES: Weltmaßstab in Utah
Das zentrale Ereignis der Berichtssaison ist die Fertigstellung des ACES-Projekts im US-Bundesstaat Utah. CEO Jarle Dragvik erklärte, alle 40 Elektrolyseure mit einer Gesamtleistung von 220 MW seien nun vollständig in Betrieb — eine der weltweit größten Druckalkalianlagen überhaupt. Ein zehnjähriger Servicevertrag sichert laufende Einnahmen.
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Das Projekt wird gemeinsam von Chevron New Energies und Mitsubishi Power betrieben und soll täglich bis zu 100 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Gespeichert wird dieser in zwei Salzkavern mit einer Kapazität von je 150 GWh — nach Unternehmensangaben zwei- bis dreimal mehr als alle netzgekoppelten Batteriespeicher der gesamten USA zusammen.
Schlankeres Modell, strategische Überprüfung
HydrogenPro vollzieht parallel einen Strategieschwenk. Das Unternehmen hat eine OEM-Partnerschaft gesichert, die Zugang zu einem Gigawatt Fertigungskapazität für Elektrolyseur-Komponenten bietet. Das eigene Werk in Tianjin wurde stillgelegt. Die Elektrodenentwicklung verbleibt im dänischen Werk — ein bewusst asset-leichtes Modell.
Die Finanzkennzahlen des ersten Quartals zeigen Fortschritte bei der Profitabilität, aber auch anhaltenden Druck auf die Liquidität. Der Umsatz blieb mit 16 Millionen NOK nahezu stabil, der Nettoverlust sank auf 41 Millionen NOK. Das EBITDA verbesserte sich auf minus 32 Millionen NOK, die Bruttomarge sprang auf 62 Prozent.
Angesichts dieser Lage hat der Vorstand eine strategische Überprüfung eingeleitet, um Finanzierungsalternativen zu evaluieren. Clarksons Securities begleitet den Prozess als Finanzberater.
Pipeline über drei Kontinente
Rund eine Milliarde NOK an Projekten sollen 2026 und 2027 ihre finalen Investitionsentscheidungen erreichen. Verhandlungen laufen in Europa, Indien und der MENA-Region. In Indien entwickelt sich die Zusammenarbeit mit dem Industriekonzern Thermax weiter; im Nahen Osten richtet sich der Fokus auf die Vereinigten Arabischen Emirate, die laut HydrogenPro die weltweit niedrigsten Gestehungskosten für Wasserstoff bieten.
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Das Branchenumfeld bleibt schwierig: Rund 90 Prozent der für 2023 und 2024 geplanten Wasserstoffprojekte weltweit wurden um mindestens ein Jahr verschoben. Dennoch ist die installierte Elektrolyseur-Kapazität global von 0,5 GW im Jahr 2021 auf 7,9 GW gestiegen, und die EU hat knapp eine Milliarde Euro für 15 Wasserstoffprojekte bereitgestellt.
Die wöchentliche Volatilität der Aktie liegt bei neun Prozent — höher als bei 75 Prozent aller norwegischen Titel. Ob die laufende strategische Überprüfung mit einer Kapitalmaßnahme endet oder die Pipeline-Projekte FID-reif werden, dürfte den Kurs in den kommenden Monaten maßgeblich bewegen.
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