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IBM Aktie: CFO und CEO beschwichtigen nach Mainframe-Crash

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 23:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem schwersten Kurseinbruch der Firmengeschichte versucht IBM-Chef Krishna, die Ängste vor KI-bedingten Umsatzverlusten zu zerstreuen.

IBM Aktie: Management beruhigt Anleger nach historischem Kursrutsch
Modernes Serverraum-Interieur mit blau leuchtender Technologie und professioneller Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

IBM-Aktien schlossen am Freitag bei 188,38 Euro, ein Plus von 3,74 Prozent. Der Kurs bleibt trotz der Erholung tief im überverkauften Bereich, nur 7,56 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 175,14 Euro vom 23. Juli. Nach dem schlimmsten Monat der Firmengeschichte versucht das Papier gerade, einen Boden zu finden.

Management stemmt sich gegen KI-Sorgen

In den Tagen nach den enttäuschenden Quartalszahlen ging das IBM-Management in die Offensive. Investoren fürchten, dass KI-Tools das Kerngeschäft mit Software und Mainframes untergraben. CFO Jim Kavanaugh widersprach dem gegenüber Yahoo Finance deutlich: Es gebe keine Anzeichen, dass Kunden vom Mainframe abwandern. Die wichtigsten Indikatoren stimmten ihn zuversichtlich, man erwarte sogar ein Rekordjahr im Vergleich zu früheren Programmen.

CEO Arvind Krishna doppelte nach. In einem CNBC-Interview am 23. Juli verteidigte er die Softwarestrategie des Konzerns. Seine Kernaussage: KI-Coding-Tools und Wettbewerber werden das Softwaregeschäft nicht verdrängen.

Der Absturz, der die Beruhigungsversuche nötig macht

Die Beschwichtigungen kommen nicht von ungefähr. IBM hatte bereits eine Woche zuvor vor schwachen Zahlen gewarnt, am 22. Juli senkte der Konzern dann auch noch die Prognose für 2026. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 2,93 Dollar, erwartet waren 2,97 Dollar. Der Umsatz verfehlte mit 17,16 Milliarden Dollar ebenfalls die Erwartung von 17,58 Milliarden Dollar, der Nettogewinn sank auf 2,17 Milliarden Dollar.

Der Einbruch konzentriert sich klar auf die Hardware-Sparte. Die Software-Umsätze wuchsen um 5 Prozent auf 7,76 Milliarden Dollar, das Beratungsgeschäft stagnierte bei 5,33 Milliarden Dollar. Bei der Infrastruktur sieht es düsterer aus: Die Umsätze fielen um 7 Prozent auf 3,84 Milliarden Dollar, und die Mainframe-Sparte Z brach sogar um 42 Prozent ein.

Entsprechend fiel die Korrektur der Jahresprognose aus. Statt eines Wachstums von "mehr als 5 Prozent" bei konstanten Wechselkursen rechnet IBM nun nur noch mit 4 bis 5 Prozent.

Analysten uneinig über den weiteren Kurs

Die Reaktionen der Wall Street fallen gemischt aus. Susquehanna-Analyst James Friedman senkte sein Kursziel drastisch von 303 auf 225 Dollar, beließ die Einstufung aber bei "Neutral". Morgan Stanley hatte sein Kursziel dagegen noch vor dem vollständigen Zahlenbericht um rund 10 Prozent angehoben, direkt nach der ersten Gewinnwarnung.

Nicht alle Stimmen sind so ausgewogen. Stifel-Analyst David Grossman sieht die Aktie kurzfristig weiter in einer Seitwärtsbewegung mit leichtem Abwärtsdruck. Grund dafür seien die geringe Sichtbarkeit auf kommende Quartale und saisonale Effekte.

Wie tief der Einbruch tatsächlich war, zeigt ein historischer Vergleich: Am Tag der ersten Warnung fiel die Aktie um 25,2 Prozent auf 217,07 Dollar. Es war der größte Tagesverlust in der 115-jährigen Firmengeschichte, begleitet von einem Handelsvolumen, das 551 Prozent über dem Drei-Monats-Durchschnitt lag.

Was jetzt zählt

Die Verdauung des Zahlenschocks ist weitgehend abgeschlossen. Jetzt geht es darum, ob sich die Zuversicht des Managements in den kommenden Quartalen bestätigt. Die These vom Mainframe-Comeback setzt voraus, dass sich der aktuelle KI-Infrastrukturboom bei Servern und Chips nicht bis weit ins Jahr 2027 fortsetzt und Unternehmen wieder verstärkt in klassische Mainframe-Kapazität investieren.

Konkret richten sich die Blicke auf zwei Dinge: ob aufgeschobene Großaufträge in den nächsten Monaten tatsächlich abgeschlossen werden, und ob Red Hat sowie die watsonx-Softwaresparte die anhaltende Schwäche im Infrastrukturgeschäft ausgleichen können.

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