WDH/ Sicherheitspolitiker warnen vor iranischen AnschlÀgen in Deutschland
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 13:23 Uhr, dpa.de(Im 2. Satz wurde die Schreibweise des Namens Roderich berichtigt.)
BERLIN (dpa-AFX) - Politiker von Union, SPD und GrĂŒnen warnen angesichts eines Racheaufrufs gegen westliche Politiker in einer iranischen Tageszeitung vor AnschlĂ€gen in Deutschland. "Ich gehe davon aus, dass das Terrorregime bereits seit geraumer Zeit gezielte Tötungen und TerroranschlĂ€ge im Westen und auch in Deutschland plant und vorbereitet", sagte CDU-Politiker Roderich Kiesewetter dem "Handelsblatt". "Das Mullah-Regime versucht sich durch radikale Ideologie und durch Terror nach innen und auĂen zu stabilisieren."
Die auflagenstarke Tageszeitung "Hamshahri" hatte eine Grafik mit Vergeltungsaufrufen gegen Politiker aus dem Westen veröffentlicht, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). "Eine Liste derjenigen, die auf die Vergeltung des iranischen Volkes warten mĂŒssen", betitelte die Zeitung den Beitrag.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GrĂŒnen, Konstantin von Notz, sieht das nicht nur als Werk der Zeitung: "Eine solche Listung durch eine iranische Zeitung geschieht mit allergröĂter Wahrscheinlichkeit nicht ohne Billigung oder gar im direkten Auftrag des Mullah-Regimes." Die Morddrohungen stellten eine neue QualitĂ€t gegenĂŒber anderen Staaten dar.
Von Notz sieht keine neue GefĂ€hrdung fĂŒr Merz
Eine unmittelbar neue GefĂ€hrdung fĂŒr den ohnehin "extrem gut geschĂŒtzten Kanzler" ergebe sich durch die Liste zunĂ€chst nicht. Das Agieren der iranischen StaatsfĂŒhrung sei aber seit Monaten "eine sehr ernste Bedrohung fĂŒr unseren Staat, seine Institutionen, JĂŒdinnen und Juden und israelische StaatsbĂŒrger sowie israelische, aber auch US-amerikanische Einrichtungen in Deutschland" sagte von Notz dem "Handelsblatt".
Auch der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, sieht eine hohe GefÀhrdungslage, die aktuellen VorgÀnge verstÀrkten diese Bewertung. Die aktuelle Lage sei geeignet, "extremistische Milieus zu emotionalisieren und EinzeltÀter zu mobilisieren".
