RumÀniens, Regierungskrise

RumÀniens Regierungskrise spitzt sich zu

14.06.2026 - 17:47:22 | dpa.de

Im EU- und Nato-Land RumÀnien geht die seit Wochen schwelende Regierungskrise in eine neue Runde.

Der vor zehn Tagen fĂŒr das Amt des MinisterprĂ€sidenten nominierte EU-Parlamentarier Eugen Tomac gab den Versuch einer Regierungsbildung auf, da er keine Chancen auf eine Mehrheit im Parlament mehr sah. StaatsprĂ€sident Nicusor Dan beauftragte daraufhin den bisher wenig bekannten Adrian Vestea der bĂŒrgerlichen Partei PNL mit einer Regierungsbildung. Vestea soll sich mit seinem geplanten Kabinett im Parlament nun zur Abstimmung stellen.

Vestea ist Kreisratsvorsitzender der Region Brasov und war von 2023 bis 2024 Entwicklungsminister. Innerhalb der PNL gehört er zu einer kleinen Fraktion, die gegen den Partei- und ehemaligen Regierungschef Ilie Bolojan aufbegehrt. Der als Ă€ußerst reformeifrig und proeuropĂ€isch von vielen RumĂ€nen geschĂ€tzte Bolojan war am 5. Mai vom Parlament per Misstrauensvotum gestĂŒrzt worden - auf Antrag der bis vor kurzem mitregierenden Sozialdemokraten (PSD) und der rechtsextremen Partei AUR. Die Sozialdemokraten hatten damit geplante Reformen Bolojans verhindern wollen, die etwa lukrative VertrĂ€ge von Staatsbetrieben mit PSD-nahen Privatunternehmen gekostet hĂ€tten.

Streit zwischen Staatschef und gestĂŒrztem Premier

Bolojan kritisierte die neue Nominierung durch StaatsprÀsident Dan, er selbst sei vorab nicht informiert worden. Der Schritt sei "ein feindlicher Akt, ein offensichtlicher Versuch, PNL zu spalten". RumÀnische Medien sehen es als ausgemacht an, dass Dan den Reformer Bolojan als persönlichen Konkurrenten betrachtet und daher ausschalten will.

Bis zu seinem Sturz am 5. Mai regierte Bolojan an der Spitze einer Koalition aus PSD, PNL, der liberalkonservativen Reformpartei USR sowie der Ungarn-Partei UDMR. Ende April verließ PSD die Koalition und verstĂ€rkt seither die Oppositionsbank im Parlament, zusammen mit der rechtsextremen und EU-skeptischen AUR als zweitstĂ€rkster Partei, sowie drei weiteren kleinen rechtsextremen Parteien. Mit AUR will offiziell keine Partei eine Koalition bilden. Rechnerisch ist die Bildung einer proeuropĂ€ischen Mehrheit im Parlament ohne PSD schwierig. Aktuell regiert Bolojan kommissarisch, mit eingeschrĂ€nkten Befugnissen.

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