Frankfurt Schluss: Uneinheitlich - Quartalszahlen vs. Geopolitik
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 18:15 Uhr | dpa.deDer Dax DE0008469008 schloss mit einem knappen Minus von 0,01 Prozent bei 25.460,48 Punkten. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen sank letztlich um 0,47 Prozent auf 32.243,82 Zähler. Dagegen ging es für den SDax DE0009653386 um 1,16 Prozent nach oben.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor 0,7 Prozent. Außerhalb des Euroraums gab der schweizerische SMI CH0009980894 um 0,6 Prozent nach, während der britische FTSE 100 GB0001383545 um 0,3 Prozent anzog. In New York gab das Leitbarometer Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Börsenschluss um 1,6 Prozent nach. Der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 fiel um 1,3 Prozent.
Neuerliche Angriffe des Iran im Krieg mit den USA ließen die Preise für Öl und Gas wieder steigen und drückten deshalb etwas auf die Stimmung. Hinzu kamen am frühen Nachmittag wieder Drohungen von US-Präsident Donald Trump in Richtung Iran. Vorsicht herrschte außerdem vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend und den nach US-Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen großer US-Technologieunternehmen, darunter Microsoft US5949181045 und Meta US30303M1027.
Bei der zweiten Zinsentscheidung der Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh rechnen die meisten Beobachter erneut nicht mit einer Änderung beim Leitzins, sodass dieser zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben dürfte. Die Diskussion über eine mögliche Zinserhöhung hat zuletzt aber wieder zugenommen, denn der Iran-Krieg sorgt weiter für große Verunsicherung.
Quartalszahlen von Rheinmetall DE0007030009 begeisterten die Anleger. Die Düsseldorfer steigerten Umsatz und operativen Gewinn dank des Rüstungsbooms deutlich. Der Aktienkurs zog an der Dax-Spitze um 6,1 Prozent an.
Die Deutsche Bank erzielte im zweiten Quartal dank eines starken Investmentbanking-Geschäfts überraschend einen Gewinn auf Rekordniveau. Anleger zeigten sich erfreut: Die Aktien stiegen um 1,1 Prozent.
Der Energiekonzern RWE DE0007037129 blickt nach einem unerwartet gut verlaufenen Halbjahr positiver auf 2026 und 2027. Die Aktien gewannen zunächst deutlich, bröckelten aber später ab und schlossen mit plus 0,1 Prozent.
BASF DE000BASF111 legten nach detaillierten Quartalszahlen um 3,9 Prozent zu. Der Chemiekonzern startet zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm.
Die Anteile des Medizintechnik-Unternehmens Siemens Healthineers DE000SHL1006 reagierten mit plus 4,5 Prozent auf besser als erwartet ausgefallene Zahlen des US-Konkurrenten GE Healthcare US36266G1076.
Ein Festhalten an den Jahreszielen schien im MDax die Anleger von Auto1 DE000A2LQ884 zu irritieren. Die Papiere des Internet-Gebrauchtwagenhändlers fielen um 3,6 Prozent. Die Eckdaten für das zweite Quartal seien gut, so die Analysten von Jefferies. Deshalb dürfte man sich fragen, warum das Management an den Zielen für 2026 nichts geändert habe.
Der Windturbinen-Hersteller Nordex DE000A0D6554 verdiente im zweiten Quartal überraschend viel und bestätigte den Jahresausblick. Die Aktien legten um 2,8 Prozent zu.
Im SDax schnellten Shelly Group BG1100003166 um 11 Prozent hoch. Grund ist ein Interesse des Elektrotechnikkonzerns Schneider Electric FR0000121972 an dem Unternehmen. Es liefen vorläufige Gespräche mit den Franzosen über ein mögliches Kaufangebot, teilte Shelly mit.
Um 9,3 Prozent abwärts ging es in dem Nebenwerteindex für die Titel des Spezialpharma-Unternehmens Medios DE000A1MMCC8, das nach einem durchwachsenen Halbjahr mit weniger Gewinn im laufenden Jahr rechnet.
Gute Halbjahreszahlen und ein aufgehellter Jahresausblick der Indus Holding DE0006200108 bescherten den Papieren der Beteiligungsgesellschaft den höchsten Stand seit Anfang Juni. Am Ende gewannen die Aktien 7,6 Prozent.
Die Aktien von Ströer DE0007493991 reagierten mit einem Kursplus von 6,6 Prozent auf einen Medienbericht über einen möglichen Einstieg von Finanzinvestoren bei dem Spezialisten für Außenwerbung. Wie das "Manager Magazin" unter Berufung auf Insider berichtet, wollen I Squared Capital und InfraVia Capital Partners die Kontrolle über den Digitalvermarkter übernehmen./edh/he
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
