Betriebsrat: Konzernchef darf Thyssenkrupp-Stahlvorstand nicht schaden
16.08.2024 - 15:46:24 | dpa.de"Herr LĂłpez muss sofort damit aufhören, den Stahlvorstand öffentlich zu beschĂ€digen und weiter Druck auszuĂŒben", sagte Nasikkol laut einer Mitteilung.
Die Stahlkompetenz liege in Duisburg und nicht in Essen. "Der Stahlvorstand ist sich seiner Verantwortung bewusst und weiĂ, wie ein Stahlwerk funktionieren kann." Nasikkol ist Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Thyssenkrupp-Stahlsparte. Er ist auĂerdem Konzernbetriebsratsvorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrats der Thyssenkrupp AG.
27.000 Menschen arbeiten in der Sparte
Die unter der KonjunkturschwĂ€che und Billigimporten leidende Stahlsparte soll verselbststĂ€ndigt werden und finanziell auf eigenen FĂŒĂen stehen. DafĂŒr ist unter anderem ein Abbau der StahlerzeugungskapazitĂ€ten in Duisburg geplant, der auch mit einem Stellenabbau verbunden sein wird. Strittig ist vor allem die finanzielle Ausstattung der Sparte durch den Mutterkonzern bei der VerselbststĂ€ndigung. Thyssenkrupp Steel ist Deutschlands gröĂter Stahlhersteller. Rund 27.000 Menschen arbeiten in der Sparte.
Der Stahl-Vorstand unter Bernhard Osburg hatte dem Aufsichtsrat der FĂŒhrungsgesellschaft Thyssenkrupp Steel Europe vor einer Woche seine PlĂ€ne fĂŒr die Neuaufstellung vorgestellt. LĂłpez hatte einen Tag spĂ€ter gesagt, dass der Stahl-Vorstand "endlich einen langfristig tragfĂ€higen, soliden und finanzierbaren Businessplan fĂŒr die Neuausrichtung des Stahlbereichs" vorlegen solle. "Was wir jetzt brauchen, ist ein nĂŒchterner, realistischer Blick in die Zukunft ohne Hoffnungswerte und ohne SchönfĂ€rberei", hieĂ es in einem Statement.
Nasikkol: LĂłpez soll sich konstruktiver Diskussion stellen
Die Muttergesellschaft in Essen wolle den Stahl so billig wie möglich loswerden, sagte Nasikkol. Es habe zudem den Anschein, als handle es sich um einen persönlichen Konflikt zwischen LĂłpez und Osburg, der jedoch nur einseitig gefĂŒhrt werde. "Dies ist absolut unangebracht und hinterlĂ€sst verbrannte Erde. Herr LĂłpez muss sich der konstruktiven Diskussion stellen", so der Arbeitnehmervertreter. Es gehe um die Zukunft von Zehntausenden ArbeitsplĂ€tzen in der ganzen Region.
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