Immobilienmarkt, Wohnungen

Immobilienmarkt 2026: Wohnungen steigen, HĂ€user fallen

15.04.2026 - 00:00:59 | boerse-global.de

Der deutsche Immobilienmarkt zeigt eine deutliche Spaltung: WÀhrend Eigentumswohnungen in Metropolen teurer werden, verlieren EinfamilienhÀuser vielerorts an Wert. Hohe Sanierungskosten und steigende Bauzinsen belasten den Markt.

Immobilienmarkt 2026: Wohnungen steigen, HĂ€user fallen - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die Preise fĂŒr Eigentumswohnungen in Metropolen ziehen wieder an, wĂ€hrend EinfamilienhĂ€user in vielen StĂ€dten an Wert verlieren. Diese Spaltung prĂ€gt den deutschen Immobilienmarkt im FrĂŒhjahr 2026.

Aktuelle Daten zeigen ein differenziertes Bild. Laut Immowelt stiegen die Angebotspreise bundesweit im Schnitt um 0,9 Prozent. Doch der Trend spaltet sich: In neun von fĂŒnfzehn GroßstĂ€dten werden fĂŒr EinfamilienhĂ€user PreisrĂŒckgĂ€nge von bis zu 2,4 Prozent verzeichnet.

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Sanierungsdruck bremst HĂ€usermarkt aus

Experten fĂŒhren den AbwĂ€rtstrend bei HĂ€usern vor allem auf den hohen Sanierungsdruck zurĂŒck. Jedes zweite inserierte Eigenheim hat eine schlechte Energiebilanz der Klasse F oder schlechter. Die Kombination aus hohen Handwerkerkosten und strengen Vorgaben dĂ€mpft die Nachfrage.

Eigentumswohnungen in Top-Lagen zeigen sich dagegen robust. Stuttgart verzeichnete einen Preisanstieg von 2,7 Prozent, Köln von 2,1 Prozent. Auch Berlin und MĂŒnchen legten zwischen 1,4 und 1,5 Prozent zu. Der Europace-Hauspreisindex bestĂ€tigt die Dynamik: Im MĂ€rz stiegen Wohnungspreise um 0,61 Prozent.

Bauzinsen nÀhern sich der Vier-Prozent-Marke

Die Finanzierung bleibt eine HĂŒrde. Die Bauzinsen schwanken stark und nĂ€hern sich erneut der Marke von vier Prozent. Im MĂ€rz kletterte der durchschnittliche Top-Zins fĂŒr zehnjĂ€hrige Darlehen auf 3,98 Prozent. Die geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten treibt die VolatilitĂ€t an.

Gleichzeitig explodieren die Kosten fĂŒr Baumaterialien. Die Großhandelspreise stiegen im MĂ€rz um 4,1 Prozent – der stĂ€rkste Anstieg seit ĂŒber drei Jahren. Besonders drastisch: Nicht-Eisen-Metalle verteuerten sich um 48,4 Prozent. Seit 2020 sind die Baukosten insgesamt um mehr als 40 Prozent gestiegen.

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Neubau kriselt trotz Rekordetat

Die Politik reagiert mit milliardenschweren Programmen, doch der Neubau stockt. Von den im Bundeshaushalt 2026 bereitgestellten 7,6 Milliarden Euro fließen vier Milliarden in den sozialen Wohnungsbau. Dennoch rechnen Analysten in diesem Jahr nur mit etwa 200.000 Fertigstellungen. Das Regierungsziel liegt bei 400.000.

Im April wurden mehrere Initiativen gestartet. Die Bundesregierung reaktivierte die KfW-55-Förderung mit 800 Millionen Euro. Der "Bau-Turbo" soll durch vereinfachte Standards und schnellere Genehmigungen Kosten senken. LÀnder wie Berlin und Bayern setzen auf eigene Reformen, um den Stillstand auf Baustellen zu durchbrechen.

MittelstÀdte werden attraktiver

WĂ€hrend Metropolen teuer bleiben, gewinnen mittelgroße StĂ€dte an Bedeutung. Leipzig, NĂŒrnberg, Hannover und Freiburg ziehen KĂ€ufer an, die den extremen Preisen der Top-Lagen entfliehen. Auch das stadtnahe Umland profitiert.

Ein Ă€hnliches Bild zeigt sich in Österreich. In Wien klettern die Mietpreise auf Rekordniveau, wĂ€hrend in Salzburg die Nachfrage nach Mietobjekten um elf Prozent einbricht. In lĂ€ndlicheren Bezirken stabilisieren sich die Preise auf moderatem Niveau – die NĂ€he zu guter Infrastruktur wird zum entscheidenden Faktor.

Volatiles Umfeld belastet die Branche

FĂŒr die kommenden Monate erwarten Experten ein anhaltend schwieriges Umfeld. Über ein Viertel der Finanzierungsexperten rechnet mit einer Verschlechterung der Marktbedingungen. Die Entwicklung im Nahen Osten und deren Auswirkung auf die Energiepreise bleiben die grĂ¶ĂŸte UnwĂ€gbarkeit.

Das Institut der deutschen Wirtschaft prognostiziert langfristig nominale Preissteigerungen von 3,1 Prozent pro Jahr bis 2035. Doch die Schere zwischen Wachstumsregionen und strukturschwachen Gebieten wird sich weiter öffnen. In einigen Regionen drohen sogar reale Wertverluste.

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