Bolivien-Proteste: Eskalation fĂŒhrt zu EngpĂ€ssen
18.05.2026 - 06:12:44 | dpa.deDie bereits seit zwei Wochen andauernden StraĂensperren durch Demonstranten rund um die Hauptstadt La Paz fĂŒhren mittlerweile zudem zu einem Mangel an Lebensmitteln und Treibstoff in der Metropole.
An den Protesten in dem sĂŒdamerikanischen Land sind neben Bergbauarbeitern, Landwirten und Lehrern auch AnhĂ€nger des ehemaligen Staatschefs Evo Morales beteiligt. Einige Gruppen protestieren gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und fordern Lohnerhöhungen, andere wollen den RĂŒcktritt des PrĂ€sidenten erreichen. Das Land steckt seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise, die immer wieder Proteste auslöst.
Washington kritisiert angeblichen Destabilisierungsversuch
PrĂ€sident Paz ist seit November im Amt. Er gehört der christdemokratischen Partei Partido DemĂłcrata Cristiano an, die der politischen Mitte zugeordnet wird. Sein Wahlsieg fĂŒhrte zum Ende einer fast zwei Jahrzehnte wĂ€hrenden Ăra linker Regierungen in Bolivien, das lange vom Machtkampf zwischen Morales und seinem ebenfalls linken Nachfolger Luis Arce geprĂ€gt war.
Das US-AuĂenministerium verurteilte in einem X-Post "alle Handlungen, die darauf abzielen, die demokratisch gewĂ€hlte Regierung von Rodrigo Paz zu destabilisieren". Auch acht konservative Regierungen in Lateinamerika verurteilten in einer gemeinsamen ErklĂ€rung jeglichen Versuch, die demokratische Ordnung in Bolivien zu untergraben.
Regierung von PrÀsident Paz ruft zum Dialog auf
"Wir sind bereit, alle Möglichkeiten zum Dialog auszuschöpfen", sagte der Minister im PrĂ€sidialamt, JosĂ© Luis Lupo, am Sonntag (Ortszeit) vor GesprĂ€chen mit einigen der protestierenden Gruppen. Gewalt und Intoleranz brĂ€chten nur noch mehr Probleme mit sich. Nach Angaben der bolivianischen Ombudsstelle wurden im Rahmen der Proteste bisher mindestens 47 Menschen festgenommen und fĂŒnf verletzt.
Im Departamento La Paz waren am Sonntag laut einem Bericht der Zeitung "El Deber" mindestens 15 StraĂenblockaden aufrecht. Laut Angaben der lokalen Handelskammer belaufen sich die durch die Proteste verursachten wirtschaftlichen Verluste bereits auf 500 Millionen US-Dollar (etwa 430 Mio. Euro).
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