Streit um 'Krispy Kebab': Dönerkette und KFC nÀhern sich an
23.04.2026 - 16:41:27 | dpa.de"KFC hat sich entschuldigt und gesagt, das haben sie alles nicht gewollt, und das sei nur ein Zufall gewesen", sagte der Chef der Bielefelder Firma Krispy Kebab, Sergen Kolcu, der Deutschen Presse-Agentur. Er habe die Entschuldigung aber bislang nicht angenommen. Vielmehr habe er KFC eine Forderung auf den Tisch gelegt, um den Rechtsstreit beizulegen. Ăber deren Inhalt wolle er aktuell nicht sprechen.
KFC habe Bedenkzeit bekommen. Anfang nĂ€chster Woche wolle man sich erneut zusammensetzen und die Sache regeln, sagte Kolcu. KFC teilte mit, die GesprĂ€che mit Krispy Kebab liefen noch. Man wolle sich zu den Details derzeit nicht öffentlich Ă€uĂern.
BloĂ kein "Beef"
Der 29-jĂ€hrige Kolcu hat seine Dönerfirma 2017 gegrĂŒndet, inzwischen hat er zwei eigene LĂ€den in Bielefeld und 16 Standorte an Franchisepartner vergeben. Bis zum Sommer sollen zwei weitere hinzukommen. Nach seiner Aussage hat er sich Krispy Kebab markenrechtlich schĂŒtzen lassen. Seine Franchisepartner hĂ€tten Gebietsschutz bekommen - in ihrem Gebiet dĂŒrfe also kein anderer Krispy Kebab verkauft werden.
Genau das macht KFC inzwischen aber. Der US-Anbieter hat in Deutschland kĂŒrzlich ebenfalls einen "Krispy Kebab" auf den Markt gebracht. Dadurch befĂŒrchtet Kolcu nun UmsatzeinbuĂen, weil die Kundschaft teils abwandern könnte.
Hinzu komme, dass er seinen Franchisepartnern Gebietsschutz eingerĂ€umt habe - in deren Gebiet dĂŒrfe also kein anderer Krispy Kebab verkauft werden. Wenn KFC das nun tue, könnten Franchisepartner mit finanziellen Forderungen an die Dönerkette Krispy Kebab als Franchisegeber herantreten, so Kolcu.
"Das ist alles nur geklaut - eh-oh, eh-oh"
Den neuen "Krispy Kebab" stellte KFC ausgerechnet in einem Werbevideo zum Prinzen-Song "Alles nur geklaut" vor. Kebab gebe es schon ganz lange und nun endlich auch bei KFC, wird in dem Lied gesungen.
Dönerbuden-Betreiber Kolcu warf KFC vor einigen Tagen vor, die Marke Krispy Kebab tatsĂ€chlich nur "geklaut" zu haben, was der US-Anbieter bestritt. Man wolle aber keinen "Beef", beteuerte das Unternehmen. "Unser Fokus liegt bekanntlich auf Chicken." Das englische Wort Beef heiĂt Rindfleisch, auĂerdem bezeichnet es im Slang einen persönlichen Streit oder handfesten Konflikt.
Inzwischen Ă€uĂert sich der 29-jĂ€hrige Kolcu moderater ĂŒber KFC. "Ich glaube ihnen jetzt, dass sie mich nicht auf dem Schirm hatten." In einem ersten GesprĂ€ch hatte KFC nach seiner Aussage noch Gratis-Werbung fĂŒr seine Dönerkette angeboten, was er abgelehnt habe. In dem zweiten GesprĂ€ch sei man aber weitergekommen, sagt er.
So ganz heruntergeschluckt hat er seinen Ărger aber nicht. "Mich nervt das: Du baust Dir fast zehn Jahre lang etwas auf und dann kommt so ein Weltkonzern um die Ecke und macht das fast kaputt."
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