Gericht stoppt vorlÀufig Versand von Abtreibungspillen in den USA
03.05.2026 - 10:05:03 | dpa.deEin Richtergremium in New Orleans setzte am Freitag eine Regelung der US-Arzneimittelbehörde FDA aus, die den Versand des Medikaments Mifepriston nach telemedizinischer Verschreibung erlaubt hatte. Damit dĂŒrfen Anbieter das Mittel vorerst nur noch persönlich in Kliniken oder Arztpraxen ausgeben.
Die Entscheidung betrifft einen zentralen Zugang zu SchwangerschaftsabbrĂŒchen in den USA. Mit dem Grundsatzurteil Roe v. Wade hatte der Oberste Gerichtshof 1973 ein landesweites Recht auf Abtreibung etabliert. Das Recht wurde aber 2022 gekippt, sodass Bundesstaaten eigene, teils sehr strenge Verbote erlassen konnten.
Der Bundesstaat Louisiana hatte nun gegen die Arzneimittelbehörde geklagt. Er argumentiert, die Möglichkeit, Abtreibungspillen per Post zu beziehen, unterlaufe sein nahezu vollstÀndiges Abtreibungsverbot. Das Gericht folgte US-Medienberichten zufolge vorlÀufig dieser Argumentation. Die EinschrÀnkung gilt damit sofort, das Verfahren in der Sache lÀuft noch weiter.
Wichtigster Weg fĂŒr SchwangerschaftsabbrĂŒche
Die betroffene FDA-Regel geht auf Lockerungen aus der Corona-Pandemie zurĂŒck: 2021 hatte die Behörde die Pflicht zu einem persönlichen Arztbesuch aufgehoben, 2023 wurde diese Regelung dauerhaft gemacht. Seither hat sich die telemedizinische Verschreibung mit anschlieĂender Zustellung per Post zu einem der wichtigsten Wege fĂŒr SchwangerschaftsabbrĂŒche entwickelt. SchĂ€tzungen zufolge erfolgt inzwischen ein erheblicher Teil der AbbrĂŒche auf diesem Weg, heiĂt es in US-Medienberichten.
Der Hersteller Danco Laboratories wandte sich am Samstag direkt an den Obersten Gerichtshof und beantragte im Eilverfahren, die Entscheidung vorlĂ€ufig auszusetzen. Zuvor hatte das Unternehmen das Berufungsgericht vergeblich gebeten, sein Urteil fĂŒr eine Woche auf Eis zu legen, um Zeit fĂŒr den Gang vor das höchste Gericht zu gewinnen.
AbtreibungsbefĂŒrworter warnten laut US-Medien vor weitreichenden Folgen. Die Entscheidung werde den Zugang zu SchwangerschaftsabbrĂŒchen landesweit erschweren, insbesondere fĂŒr Menschen in lĂ€ndlichen Regionen oder mit geringem Einkommen, hieĂ es. Die GeneralstaatsanwĂ€ltin des Bundesstaats New York, Letitia James, bezeichnete die Entscheidung als "grausamen Angriff" auf den Zugang zu Abtreibungen ohne wissenschaftliche Grundlage. Die EinschrĂ€nkungen gefĂ€hrdeten Menschenleben. In New York bleibe der Zugang zu Abtreibungen geschĂŒtzt.
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