Ărger ĂŒber Weidepflicht - EU sieht VersĂ€umnisse im Land
09.04.2026 - 12:13:26 | dpa.deDie EU-Ăkoverordnung schreibe schon seit 1999 vor, dass Biotiere einen Zugang zur Weide haben, sagt Hansen der Deutschen Presse-Agentur in BrĂŒssel. Wenn Betriebe dennoch bisher so wirtschaften konnten und sich nun 27 Jahre spĂ€ter noch nicht an die Vorgaben angepasst haben, sei das ein Problem.
Deutschland und Bayern haben die Regeln lange lockerer ausgelegt. An einer strengeren Anwendung gibt es hierzulande Kritik. Vor allem in SĂŒddeutschland fehle der verlangte Weidezugang, heiĂt es bei der Interessengemeinschaft "Kein Zwang zur Weide". Die FlĂ€chen vieler Betriebe in Bayern oder Baden-WĂŒrttemberg seien zu weit weg von der Hofstelle, die StĂ€lle lĂ€gen oft direkt in Ortschaften. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes haben 2025 etwa 8 Prozent der Ăkobetriebe wegen der EU-Vorgabe die Produktion von Biomilch eingestellt.
Aus anderen EU-Staaten höre er keine Kritik an der Regelung, sagte Hansen, der nach seinem Amtsantritt alle 27 Mitgliedstaaten besucht hat, um dort jeweils die landwirtschaftlichen Strukturen kennenzulernen. Entsprechend brauche es nationale und regionale Anstrengungen. Die EU-Kommission könne aber dabei unterstĂŒtzen, die bestmöglichen Lösungen zu finden.
Idee: Land tauschen
Als Ideen nennt der Luxemburger etwa, bei LĂ€ndertausch zu vermitteln, "damit der Landwirt, der nichts hinterm Hof hat, vielleicht eine Parzelle tauschen kann mit denen, die es können". Jungvieh könnte auch fĂŒr den Sommer auf die andere Seite einer StraĂe transportiert werden. In den nĂ€chsten Monaten bis zwei Jahren seien Anstrengungen nötig, um den betroffenen Landwirten zu helfen. AnsĂ€tze fĂŒr Lösungen könnte auch der Austausch mit Ăsterreich bieten, so Hansen, wo sich die Höfe bereits an die Regeln angepasst hĂ€tten.
Ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums hatte vor kurzem mitgeteilt, es bedĂŒrfe "praxisnaher und fairer Lösungen, damit Ăkoerzeugung in ganz Deutschland möglich bleibt - fĂŒr kleine wie groĂe Höfe, im Dorfkern wie im AuĂenbereich". Man stehe mit der EuropĂ€ischen Kommission im intensiven Austausch. "Es kann und darf nicht sein, dass Höfe, die seit Jahren verantwortungsvoll und ökologisch wirtschaften und sich um Lösungen fĂŒr ihre Tiere bemĂŒhen, am Ende gezwungen sind, aus der Ăkoerzeugung auszusteigen."
Viele Betriebe hĂ€tten sich mittlerweile angepasst, sagte Hansen. "Es ist natĂŒrlich einfacher, nichts zu machen. Aber wenn man jetzt den Landwirten hilft, diesen letzten Sprung zu machen, bin ich zuversichtlich, dass bald in den meisten FĂ€llen auch eine Lösung gefunden werden kann."
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