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ABC News beklagt: Medienaufsicht verletzte Pressefreiheit

08.05.2026 - 19:58:24 | dpa.de

In der Debatte um mögliche EinschrÀnkungen der Pressefreiheit durch die US-Regierung wirft der Sender ABC News der zustÀndigen Medienaufsichtsbehörde eine Verletzung der Redefreiheit vor.

Das Vorgehen der Federal Communications Commission (FCC) schrecke ab und gefĂ€hrde die durch den Ersten US-Verfassungszusatz geschĂŒtzte Meinungsfreiheit, heißt es in einer von der Behörde veröffentlichten Stellungnahme des Senders. ABC News reagierte damit auf verschĂ€rfte Regeln der Behörde, die nach Ansicht von Kritikern gezielt die Berichterstattung vor den Kongresswahlen im Herbst beeinflussen sollen.

Hintergrund des Streits ist ein Auftritt des Demokraten James Talarico, der als US-Senator fĂŒr Texas kandidiert. Dieser war in der ABC-Sendung "The View" - zum Ärger der FCC: Weil Talarico dort seine politischen Ziele ohne direkten Gegenpart prĂ€sentieren konnte, hat der Sender nach Interpretation der Behörde gegen die Gleichbehandlungspflicht verstoßen.

Eine ABC-News-Station sollte daraufhin darlegen, warum sich "The View" als Nachrichtensendung qualifiziert und damit nicht der Gleichbehandlungspflicht nachkommen muss. Dem Sender droht zudem der Entzug von Sendelizenzen - diese werden zurzeit geprĂŒft.

Die FCC vergibt in den USA Sendelizenzen fĂŒr Fernsehen und Hörfunk. Als Gegenleistung fĂŒr eine "wertvolle Lizenz zum Betrieb eines Senders ĂŒber die öffentlichen Funkfrequenzen" seien TV- und Radiostationen verpflichtet, dem "öffentlichen Interesse" zu dienen, schreibt die Behörde auf ihrer Internetseite. Bei der Vergabe von Lizenzen geht die Behörde traditionell eigentlich neutral vor. Inhaltliche Zensur darf sie nicht betreiben. Seit Jahren habe die FCC keine LizenzverlĂ€ngerung verweigert, schreibt der Sender CNN.

ABC News: Meinungsfreiheit könnte auf Jahre beeintrÀchtigt werden

ABC News kritisiert dieses Vorgehen: In dem Bereich hĂ€tten zuvor keine Unklarheiten bestanden. Zudem schrĂ€nkten "Unsicherheiten hinsichtlich des Umfangs des redaktionellen Ermessensspielraums" die Berichterstattung ĂŒber politische Kandidaten ein. Die Meinungsfreiheit könnte dadurch "auf Jahre, möglicherweise sogar Jahrzehnte hinaus beeintrĂ€chtigt" werden.

FCC-Chef Brendan Carr - ein VerbĂŒndeter von US-PrĂ€sident Donald Trump - war in der Vergangenheit auch schon wegen anderer VorstĂ¶ĂŸe aufgefallen, in denen Kritiker eine EinschrĂ€nkung der Medienfreiheit sahen. Wiederholt brachte er etwa die Möglichkeit ins Spiel, Sendern wegen verschiedener Programmentscheidungen Lizenzen zu entziehen.

So war er in internationale Schlagzeilen geraten, als er dem Sender ABC Konsequenzen wegen der Sendung des Trump-kritischen Late-Night-Moderators Jimmy Kimmel androhte. Trump und seiner Regierung war damals vorgeworfen worden, die Meinungsfreiheit einschrÀnken zu wollen.

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