Inflation in Frankreich und Spanien legt zu
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 12:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVerantwortlich fĂŒr den Anstieg der Inflationsraten in Frankreich und Spanien sind die zuletzt wieder gestiegenen Energiepreise. Die erneute Zuspitzung im Iran-Krieg hatte im August die Ălpreise nach oben getrieben. Auch in der Eurozone insgesamt wird ein merklicher Anstieg der Inflationsrate erwartet.
In Frankreich hat sich der Preisauftrieb wegen der höheren Ălpreise stĂ€rker als erwartet beschleunigt. Die fĂŒr europĂ€ische Vergleichszwecke berechneten Verbraucherpreise (HVPI) legten im August im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent zu, wie das Statistikamt Insee in Paris nach einer ersten SchĂ€tzung mitteilte. Im Juli hatte die Inflationsrate nur bei 2,4 Prozent gelegen. Experten hatten damit gerechnet, dass die Teuerung etwas anzieht, aber im Schnitt nur mit einem Anstieg der Jahresrate auf 2,6 Prozent gerechnet.
Auch in Spanien hat sich die Teuerung im August wegen der gestiegenen Energiekosten weiter beschleunigt. Allerdings blieb hier das Tempo etwas hinter den Erwartungen der Experten zurĂŒck. Die nach europĂ€ischen Standards berechneten Verbraucherpreise (HVPI) legten laut Daten des Statistikamts INE im Jahresvergleich um 4,5 Prozent zu. Dies ist der höchste Wert seit Anfang 2023. Im Vormonat hatte die Inflationsrate bei 3,9 Prozent gelegen.
In beiden LĂ€ndern liegen die Inflationsraten jeweils ĂŒber dem Zielwert der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. Die Daten fĂŒr den gesamten Euroraum werden am kommenden Dienstag erwartet. Von Bloomberg befrage Volkswirte rechnen mit einem Anstieg der Inflationsrate auf 3,2 Prozent. An den FinanzmĂ€rkten gilt eine Leitzinsanhebung durch die EZB im September fast als sicher. Zuletzt hatte EZB-Direktorin Isabel Schnabel eine Leitzinserhöhung signalisiert.
Daran dĂŒrfte auch die schwĂ€chelnde französische Wirtschaft nichts Ă€ndern. Die Wirtschaft stagnierte im zweiten Quartal. Das Statistikamt Insee hatte in einer vorherigen SchĂ€tzung noch ein leichtes Wachstum um 0,2 Prozent ermittelt. In Deutschland zeichnet sich hingegen eine Belebung der Wirtschaft ab. Zudem verbesserte sich die von der EU erhobene Wirtschaftsstimmung ESI im August deutlicher als von Volkswirten erwartet.
Am Devisenmarkt spielten die am Freitagmorgen veröffentlichten Preisdaten aus Frankreich und Spanien zunÀchst kaum eine Rolle. Der Euro kostete im Mittagshandel nach der Veröffentlichung der Zahlen mit 1,1646 Dollar weiter in etwa so viel wie am Donnerstagabend. Auch an den europÀischen AnleihemÀrkten hielten sich die Auswirkungen in Grenzen.
