Intel Aktie: 18A-Ausbeute springt auf 85 Prozent
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 22:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am heutigen Donnerstag blickt die Tech-Branche gespannt auf die Quartalszahlen von Intel. Der US-Halbleiterkonzern steht vor der Veröffentlichung seiner Ergebnisse für das zweite Quartal 2026, die als entscheidender Gradmesser für den laufenden Sanierungskurs unter CEO Lip-Bu Tan gelten. Während der Konzern mit einer massiven Restrukturierung und Entlassungen in seiner Datencenter-Sparte auf Effizienzgewinne drängt, rücken technologische Durchbrüche bei der Auftragsfertigung und eine hohe Nachfrage aus China in den Fokus der Anleger.
Wachstum im Rechenzentrum und Erwartungen der Wall Street
Der Analystenkonsens rechnet für das zweite Quartal mit einem Umsatz von rund 14,4 Milliarden US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie (Non-GAAP EPS) liegt die Erwartungshaltung der Experten in einer Spanne zwischen 0,19 und 0,22 US-Dollar. Ein zentraler Wachstumstreiber bleibt die Sparte Data Center and AI (DCAI), für die ein Umsatzplus von 36,4 Prozent auf etwa 5,37 Milliarden US-Dollar prognostiziert wird. Laut Medienberichten könnte dieser Bereich damit für fast das gesamte Wachstum des Konzerns verantwortlich zeichnen.
Die Analysten sind im Vorfeld der Zahlen gespalten. Während die Experten von Susquehanna ein Kursziel von 115 US-Dollar ausgeben und die Aktie auf „Hold“ belassen, zeigt sich die UBS mit einem Ziel von 121 US-Dollar etwas optimistischer. Demgegenüber steht eine vorsichtigere Einschätzung von RBC mit einem Kursziel von 80 US-Dollar. Angesichts der anstehenden Veröffentlichung rechnen Händler am Optionsmarkt mit einer überdurchschnittlichen Kursbewegung von etwa 12,5 Prozent in beide Richtungen. Anleger blicken dabei besonders auf die Bruttomarge, die laut Prognosen bei knapp 39 Prozent liegen dürfte.
Technologischer Durchbruch bei der Auftragsfertigung
Abseits der reinen Quartalszahlen sorgt die Entwicklung im Bereich Intel Foundry für positive Signale. Intel konnte die Ausbeute (Yield) seines fortschrittlichen 18A-Fertigungsprozesses signifikant steigern: von zuvor 65 Prozent auf nun 85 Prozent. Diese Verbesserung gilt als kritischer Meilenstein, um externe Kunden für die eigene Chip-Produktion zu gewinnen. In diesem Zusammenhang bestätigte das Unternehmen bereits einen Fertigungsauftrag eines großen Cloud-Anbieters sowie Partnerschaften mit Apple und Microsoft als Design-Partner für den 18A-Prozess.
Zudem festigt Intel seine Position in der nächsten Generation der Lithografie. Wie ASML bestätigte, ist Intel das erste Unternehmen, das die neuen High-NA-EUV-Maschinen einsetzt. Dies könnte dem Konzern einen technologischen Vorsprung gegenüber Wettbewerbern verschaffen. Trotz dieser Fortschritte notiert das Papier aktuell bei 89,48 € und liegt damit 11,52 % unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 101,13 €.
Lieferengpässe in China und interne Umstrukturierung
Ein überraschender Impuls kommt derzeit aus dem chinesischen Markt. Laut Reuters schließen Intel und der Konkurrent AMD derzeit langfristige Lieferverträge mit chinesischen Server-Kunden ab. Hintergrund ist eine massive Knappheit an Server-CPUs, die die Preise in China seit Jahresbeginn um über 40 Prozent in die Höhe getrieben hat. CEO Lip-Bu Tan betonte, dass die Nachfrage, insbesondere nach Xeon-Prozessoren, das Angebot derzeit deutlich übersteigt. Die Lieferzeiten für bestimmte Produkte seien auf bis zu sechs Monate angewachsen.
Parallel dazu treibt das Management den Konzernumbau voran. Trotz des Wachstums in der Datencenter-Sparte plant Intel weitere Entlassungen in dieser Einheit, um die Profitabilität langfristig zu sichern. Die weltweite Belegschaft wurde bereits massiv reduziert und sank von rund 132.000 Mitarbeitern im Jahr 2022 auf zuletzt etwa 81.000. Diese Maßnahmen spiegeln sich in der diesjährigen Performance wider: Seit Jahresbeginn konnte der Wert bereits um 184,97 % zulegen, was das Vertrauen vieler Investoren in den eingeleiteten Turnaround unterstreicht.
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