Internationaler, Schlag

Internationaler Schlag zerschlÀgt vier Mega-Botnetze

21.03.2026 - 00:00:36 | boerse-global.de

Eine globale Koalition aus BKA, FBI und Europol hat die Infrastruktur der Botnetze Aisuru, Kimwolf, JackSkid und Mossad ausgehebelt und ĂŒber drei Millionen gekaperte IoT-GerĂ€te befreit.

Internationaler Schlag zerschlĂ€gt vier Mega-Botnetze - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Eine internationale Koalition von Strafverfolgungsbehörden hat vier der weltweit grĂ¶ĂŸten Botnetze ausgehebelt. Das Bundeskriminalamt, das FBI und kanadische Behörden schalteten die Infrastruktur der Netzwerke Aisuru, Kimwolf, JackSkid und Mossad ab. Mehr als drei Millionen gekaperte GerĂ€te wurden so befreit.

Globale Razzia gegen Cybercrime-Infrastruktur

Der Schlag gelang durch eine beispiellose Zusammenarbeit. Am 19. MÀrz griffen Ermittler in mehreren LÀndern zeitgleich zu. Neben deutschen und US-Behörden waren auch kanadische Polizisten und das PowerOFF-Team von Europol beteiligt.

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Bei Durchsuchungen in Deutschland und Kanada stellten Beamte DatentrĂ€ger sicher und beschlagnahmten KryptowĂ€hrungen im fĂŒnfstelligen Bereich. Zwei mutmaßliche Administratoren der Netzwerke wurden identifiziert.

Ein SchlĂŒssel zum Erfolg war die Hilfe der Tech-Industrie. Unternehmen wie Amazon Web Services, Google und Cloudflare unterstĂŒtzten die Behörden. Durch technisches „Sinkholing“ leiteten sie den schĂ€dlichen Datenverkehr auf kontrollierte Server um.

Millionen Smart-Home-GerÀte als Werkzeuge gekapert

Die Dimension der Netzwerke zeigt massive SicherheitslĂŒcken bei VerbrauchergerĂ€ten auf. Allein das Aisuru-Botnet bestand aus Millionen kompromittierter IoT-GerĂ€te wie Routern, Webcams und Videorekordern. Das Kimwolf-Netzwerk hatte sich auf Android-TV-Boxen spezialisiert.

Die Infektion blieb fĂŒr die Besitzer meist unbemerkt. Die TĂ€ter nutzten veraltete Firmware oder Standardpasswörter aus. Einmal infiziert, wurden die GerĂ€te in ein „Cybercrime-as-a-Service“-Modell integriert: Die Betreiber vermieteten die gebĂŒndelte Rechenleistung weiter.

Besonders perfide: Viele GerĂ€te dienten als „Residential Proxys“. Kriminelle konnten so fĂŒr Geld ihre InternetaktivitĂ€ten ĂŒber die IP-Adressen ahnungsloser BĂŒrger verschleiern – eine perfekte Tarnung.

Rekord-DDoS-Angriffe und millionenfacher Schaden

Die Hauptaufgabe der Botnetze waren Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS). Dabei ĂŒberfluten sie Server mit Datenverkehr, bis diese kollabieren. Das US-Justizministerium spricht von historischen Ausmaßen: Einzelne Attacken erreichten bis zu 31,4 Terabit pro Sekunde.

Die AktivitĂ€t war immens. Dem Aisuru-Netz werden ĂŒber 200.000 Angriffsbefehle zugeschrieben, Kimwolf fĂŒhrte mehr als 25.000 Attacken aus. Die Opfer reichten von MittelstĂ€ndlern bis zu kritischen Infrastrukturen.

Die finanziellen SchĂ€den beliefen sich oft auf Zehntausende US-Dollar. HĂ€ufig nutzten die Kriminellen die Angriffe fĂŒr Erpressung: Sie boten an, die Attacken nur gegen Lösegeld in KryptowĂ€hrung einzustellen.

Ein Weckruf fĂŒr GerĂ€te-Hersteller und Nutzer

IT-Sicherheitsexperten werten die Operation als starkes Signal. Sie zeigt, dass internationale Kooperation selbst komplexe kriminelle Infrastrukturen zerschlagen kann. Doch der Fall offenbart auch fundamentale SchwÀchen.

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Warum konnten Millionen private Router und Android-GerĂ€te so mĂŒhelos gekapert werden? Experten sehen VersĂ€umnisse bei den Herstellern und fordern strengere Sicherheitsvorgaben. Verbotene Standardpasswörter und verpflichtende Langzeit-Updates stehen ganz oben auf der Liste.

Um noch infizierte GerĂ€te zu bereinigen, arbeiten Behörden nun mit Internetprovidern zusammen. Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik leitet Informationen ĂŒber betroffene IP-Adressen weiter. Die Provider sollen ihre Kunden kontaktieren und bei der SĂ€uberung helfen.

Der Kampf geht weiter

Die Ermittler werten nun die sichergestellten Beweismittel aus und bereiten Strafverfahren vor. Gleichzeitig ĂŒberwachen sie die beschlagnahmte Infrastruktur, um eine Neubildung der Netzwerke zu verhindern.

Die Bedrohung bleibt: Die Anzahl vernetzter GerĂ€te in Haushalten wĂ€chst stetig – und damit die AngriffsflĂ€che. Die beste Verteidigung fĂŒr Verbraucher ist einfach, wird aber oft vernachlĂ€ssigt: RegelmĂ€ĂŸige Firmware-Updates und sichere, individuelle Passwörter fĂŒr Router und Smart-GerĂ€te.

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