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Intesa Sanpaolo Aktie: Prognose kräftig angehoben

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 14:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Intesa Sanpaolo übertrifft Erwartungen mit Quartalsgewinn und hebt Jahresprognose auf über 10 Milliarden Euro an.

Intesa Sanpaolo: Gewinnsprung und optimistischere Prognose für 2026
Moderne Finanzgebäude spiegeln das goldene Sonnenlicht wider, symbolisch für wirtschaftliches Wachstum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Gewinnsprung, den kaum jemand erwartet hatte — und trotzdem rutscht die Aktie ins Minus. Bei Intesa Sanpaolo zeigt sich einmal mehr, dass starke Zahlen allein noch keine Kursrally garantieren.

Italiens größte Bank verdiente im zweiten Quartal knapp 2,8 Milliarden Euro, gut sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Von Bloomberg befragte Experten hatten mit einem Rückgang gerechnet. Auch der Umsatz von 7,38 Milliarden Euro lag deutlich über den Erwartungen von rund 6,98 Milliarden Euro.

Für das erste Halbjahr summiert sich der Nettogewinn auf 5,55 Milliarden Euro, ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Getragen wurde das Ergebnis von steigenden Provisionseinnahmen und einem robusten Versicherungsgeschäft, während die Kosten sogar leicht sanken. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 35,9 Prozent.

Messina schraubt Ziel nach oben

Bankchef Carlo Messina erhöhte die Gewinnprognose für das laufende Jahr auf mehr als 10 Milliarden Euro — zuvor hatte er lediglich "rund 10 Milliarden" in Aussicht gestellt. Parallel dazu kündigte die Bank eine kräftige Ausschüttung an: 5,3 Milliarden Euro wurden im ersten Halbjahr für die Verteilung an Aktionäre zurückgestellt, darunter 4,2 Milliarden Euro Dividenden. Rund 3,8 Milliarden Euro davon sind als Zwischendividende für November 2026 vorgesehen. Hinzu kommt ein im Juli 2026 gestartetes Aktienrückkaufprogramm über 2,3 Milliarden Euro.

Die Kapitalausstattung bleibt komfortabel. Die harte Kernkapitalquote lag zum 30. Juni bei 13,1 Prozent — nach Abzug der Ausschüttungsrückstellung und des Rückkaufs — und damit deutlich über der regulatorischen Mindestanforderung von 9,96 Prozent. Die Kreditqualität blieb ebenfalls solide: Die Risikovorsorge im Quartal betrug 258 Millionen Euro, das Russland-Engagement wurde nahezu auf null reduziert.

Kurs dreht trotz guter Zahlen

Die Aktie zog nach Bekanntgabe der Zahlen zunächst um bis zu 1,11 Prozent auf 6,552 Euro an, drehte kurz darauf jedoch ins Minus. Erst am Vortag hatte das Papier mit 6,562 Euro seinen bisherigen Höchststand markiert. Der Börsenwert der Bank ist in diesem Jahr um acht Prozent auf knapp 114 Milliarden Euro gestiegen.

Im Hintergrund bleibt die geplante Übernahme von Monte dei Paschi ein Streitpunkt. Messina hatte im Vormonat mit einem Angebot von mehr als 30 Milliarden Euro für den kleineren Rivalen überrascht. Monte dei Paschi hält die Offerte für zu niedrig und erwägt eine Fusion mit Banco BPM, um die Übernahme abzuwehren. Wie sich dieser Machtkampf auf die Kapitalplanung von Intesa Sanpaolo auswirkt, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen, wenn beide Seiten ihre nächsten Schritte konkretisieren.

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