IonQ Aktie: Rosenblatt sieht Kursziel bei 100 Dollar
29.05.2026 - 21:35:28 | boerse-global.deUmsatz plus 755 Prozent — und trotzdem streiten Wall-Street-Analysten heftig darüber, was IonQ wert ist. Der Quantencomputer-Spezialist nähert sich der 70-Dollar-Marke, doch die Kursziele der Banken liegen so weit auseinander wie selten.
Analysten uneinig über Kursziel
Rosenblatt Securities hält an einem Kursziel von 100 Dollar fest. Morgan Stanley sieht dagegen nur 48,50 Dollar als fairen Wert. Benchmark liegt mit 65 Dollar dazwischen. Das Konsensrating bleibt ein moderates Kaufsignal — die Spannbreite der Einzelmeinungen erzählt jedoch eine andere Geschichte.
Hintergrund ist das erste Quartal 2026. IonQ steigerte den Umsatz um 755 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig wuchs der bereinigte EBITDA-Verlust auf knapp 97 Millionen Dollar. Wachstum und Kapitalverbrauch laufen also im Gleichschritt — das ist der Kern des Bewertungsstreits.
Vom Systemanbieter zum Komponentenlieferanten
IonQ verändert sein Geschäftsmodell grundlegend. Das Unternehmen verkauft künftig spezialisierte Quantenkomponenten an andere Hardwarehersteller. Das Ziel: nicht mehr nur eigene Systeme bauen, sondern als Basislieferant für die gesamte Quantenindustrie auftreten.
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Diese Strategie stützt sich auf die geplante Übernahme des Chipherstellers SkyWater Technology. Die Aktionäre von SkyWater haben dem Deal bereits zugestimmt. Er hat ein Volumen von rund 1,8 Milliarden Dollar. Der Abschluss wird im zweiten oder dritten Quartal 2026 erwartet. IonQ will damit die eigene Lieferkette für Systeme mit bis zu 10.000 Qubits sichern.
Auftragsbuch wächst, Konversion bleibt offen
Für das zweite Quartal 2026 erwartet IonQ einen Umsatz zwischen 65 und 68 Millionen Dollar. Das Auftragsbuch — gemessen an den verbleibenden Leistungsverpflichtungen — ist auf 470 Millionen Dollar angewachsen.
Die entscheidende Frage lautet, wie schnell IonQ diesen Backlog in wiederkehrende Einnahmen umwandeln kann. Der Konzern hält an seiner Jahresprognose für den bereinigten EBITDA-Verlust fest: zwischen 310 und 330 Millionen Dollar. Parallel dazu läuft der kommerzielle Rollout neuer Produkte, darunter ein Radarsystem zur automatisierten Bodendeformationsmessung aus dem Weltraum.
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Technisch hat IonQ zuletzt einen Weltrekord bei der Zwei-Qubit-Gate-Genauigkeit von 99,99 Prozent erzielt. Ob das reicht, um die hohen Forschungskosten auf dem Weg zu fehlertoleranten Quantenarchitekturen zu rechtfertigen, werden die Quartalszahlen im August zeigen.
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