iShares Global Semiconductors: ASML und TSMC am 15./ 16. Juli
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 03:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Halbleiterbranche steht vor einer Woche der Wahrheit. Mit ASML und TSMC legen zwei Schwergewichte Zahlen vor, die das restliche Jahr 2026 prägen werden. Für Anleger im iShares MSCI Global Semiconductors ETF bedeutet das eine Phase erhöhter Volatilität.
ASML und die China-Hürde
Am Mittwochmorgen präsentiert ASML seine Zahlen für das zweite Quartal. Analysten erwarten einen Umsatzsprung auf bis zu 8,9 Milliarden Euro. Der Nettogewinn soll bei rund 2,6 Milliarden Euro liegen. Das niederländische Unternehmen hält als Alleinausrüster für modernste Chip-Maschinen eine Schlüsselrolle im Markt.
Parallel dazu richtet sich der Blick auf die langfristige Kapazität. Bernstein-Experten hoben das Kursziel auf 2.623 Dollar an. Sie rechnen bis 2028 mit jährlich über 110 ausgelieferten High-End-Maschinen. Politische Spannungen bremsen die Euphorie allerdings. Neue Exportbeschränkungen könnten das China-Geschäft belasten, das zuletzt ein Fünftel des Umsatzes ausmachte.
TSMC profitiert von Preisaufschlägen
Einen Tag später folgt Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC). Der taiwanische Chip-Auftragsfertiger glänzte bereits mit einem Umsatzplus von 68 Prozent im Juni. Das ist der stärkste monatliche Zuwachs im bisherigen Jahresverlauf.
Hohe Preise treiben das Wachstum zusätzlich an. Die moderne 3-Nanometer-Produktion ist derzeit ausgebucht. Die kommende Chip-Generation dürfte beim Start sogar deutliche Preisaufschläge erzielen. Marktbeobachter kalkulieren daher für das abgelaufene Quartal mit einem Gewinnplus von über 55 Prozent je Aktie.
Rückkehr des institutionellen Kapitals
Große Investoren fassen wieder Mut. Hedgefonds kauften zuletzt Chip-Aktien so aggressiv wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Portfolio-Gewichtung des Sektors stieg damit auf rund zehn Prozent. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei fünf Prozent.
Zusätzlicher Rückenwind kommt von der Inflationsfront. Die US-Teuerungsrate sank im Juni überraschend auf 3,5 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Juli brach daraufhin massiv ein. Ein stabileres Zinsumfeld stützt erfahrungsgemäß wachstumsstarke Technologiewerte.
Zwischen Konsolidierung und Rekordjagd
Der iShares Semiconductor ETF notiert aktuell bei 18,63 Euro. Damit liegt der Kurs knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf beachtliche 88 Prozent.
Trotz der jüngsten Erholung bleibt der ETF rund 13 Prozent unter seinem Allzeithoch vom Juni. Mit einem neutralen RSI-Wert von 48,4 ist technisch Raum für Bewegungen in beide Richtungen. Die Zahlenvorlagen am 15. und 16. Juli entscheiden nun darüber, ob der Ausbruch über die Marke von 21,52 Euro gelingt.
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