Wieder Angriffe in Gaza - GesprÀche mit Hamas geplant
01.06.2026 - 16:05:43 | dpa.deDer Mann sei bereits am Samstag bei einem "prĂ€zisen Schlag" im zentralen Abschnitt des Gazastreifens getroffen worden, teilte das israelische MilitĂ€r am Nachmittag mit. Er sei ein Kompaniechef des militĂ€rischen Arms der Hamas gewesen und habe unter anderem Angriffe auf Israel ausgefĂŒhrt. Zugleich habe er in einer Klinik in der Stadt Deir al-Balah gearbeitet.
Mitarbeiter des Krankenhauses namens Al-Jafa bestĂ€tigten den Tod des Arztes bei einem israelischen Angriff, bestritten aber, dass er Verbindungen zur Hamas gehabt habe. Der Mann sei der Leiter der Abteilung fĂŒr AnĂ€sthesie in der Klinik gewesen. Bislang bestĂ€tigte auch die Hamas nicht, dass er ein Mitglied der Terrororganisation war. Medizinischen Kreisen im Gazastreifen zufolge wurde er bei einem israelischen Drohnenangriff in Deir al-Balah getötet.
Die palĂ€stinensische Nachrichtenagentur meldete zudem einen Getöteten bei einem israelischen Luftangriff am Nachmittag in Bureidsch im Zentrum des KĂŒstenstreifens. Israels Armee Ă€uĂerte sich auf Anfrage zunĂ€chst nicht zu dem Bericht.
Hamas lehnt Entwaffnung ab - neue GesprÀche ab Donnerstag
Medienberichten zufolge soll es am Donnerstag in Ăgypten neue GesprĂ€che mit der Hamas geben, um im Rahmen des von den USA vorangetriebenen Gaza-Friedensplans ihre Entwaffnung zu erreichen. Die Islamistenorganisation lehnt dies bislang ab.
Die "Times of Israel" berichtete unter Berufung auf zwei an dem Prozess beteiligte arabische Diplomaten, dass der von US-PrĂ€sident Donald Trump gegrĂŒndete Friedensrat wegen des Stillstands in der Angelegenheit derzeit Alternativen erwĂ€ge. Möglich sei etwa, mit dem Wiederaufbau bereits in dem von Israels Armee kontrolliertem Gebiet des Gazastreifens zu beginnen und anschlieĂend die PalĂ€stinenser - die derzeit alle in einem Teil leben, in dem die Hamas ihre Macht wieder gefestigt hat - zum Umzug zu motivieren. Viele Menschen hausen im Gazastreifen noch immer in Zelten. Das Blatt rĂ€umte jedoch ein, dass unklar sei, ob die Gaza-Bevölkerung willens sei, unter israelischer Besatzung zu leben, und ob die Hamas einen Umzug der Menschen in von Israel kontrolliertes Gebiet zulassen wĂŒrde.
Entwaffnung vor Wiederaufbau geplant
Der Hohe ReprĂ€sentant fĂŒr Gaza, Nickolaj Mladenow, wiederum hatte kĂŒrzlich gesagt, dass ein Wiederaufbau des im Krieg weitgehend zerstörten Gazastreifens ohne eine Entwaffnung der Hamas nicht möglich sei. Der Bulgare und frĂŒhere UN-Nahost-Gesandte dient als Verbindung zwischen dem Friedensrat und der palĂ€stinensischen Ăbergangsverwaltung des Gazastreifens. Es gehe auch nicht, dass bewaffnete Fraktionen Seite an Seite mit der neuen Ăbergangsverwaltung existierten.
Die zweite Phase des Gaza-Friedensplans sieht eigentlich zunÀchst die Entwaffnung der Hamas sowie einen schrittweisen Abzug der israelischen Truppen vor, ehe dann die zerstörten Orte in dem PalÀstinensergebiet wieder aufgebaut werden.
Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu hatte kĂŒrzlich gesagt, dass Israel seine militĂ€rische Kontrolle ĂŒber den Gazastreifen von derzeit 60 Prozent des Gebiets auf 70 Prozent ausweiten wolle. Bei Inkrafttreten der von den USA vermittelten Waffenruhe im Oktober 2025 lag der israelisch kontrollierte Bereich noch bei 53 Prozent.
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