Italien soll mehr GratisstrÀnde bekommen
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 05:38 Uhr | dpa.deIn Ostia, dem Stadtstrand der Hauptstadt Rom, wurden mehrere privat betriebene StrandbĂ€der auf Anweisung der Stadtverwaltung geschlossen. Mitten in der Hochsaison werden derzeit zwei kommerzielle BĂ€derbetriebe abgerissen. An deren Stelle soll ein öffentlicher Strand entstehen, der fĂŒr alle frei zugĂ€nglich und kostenlos ist. Auch in anderen Regionen wie Ligurien und Apulien gibt es solche Bestrebungen.
Entlang von Italiens 7.500 Kilometer MittelmeerkĂŒste gibt es Tausende privat betriebene BĂ€der, die Liegen und Schirme vermieten - eine ĂŒber Jahrzehnte gewachsene Tradition. Aktuell liegt die Durchschnittsmiete fĂŒr zwei Liegen und Schirm bei etwa 40 Euro pro Tag. Jetzt jedoch gehen die Behörden in mehreren Regionen dagegen vor, dass man nur ans Meer gelassen wird, wenn man dafĂŒr bezahlt. Zudem sorgt fĂŒr Ărger, dass hohe ZĂ€une und Mauern vielerorts den Zugang versperren.
Mehr als die HÀlfte der StrÀnde in Hand von privaten Betreibern
Dabei gehört die KĂŒste - so wie anderswo in Europa - auch in Italien eigentlich dem Staat. Von Gesetzes wegen mĂŒsste das Ufer ĂŒberall fĂŒr jedermann frei und kostenlos zugĂ€nglich sein. Mehr als die HĂ€lfte der StrĂ€nde ist jedoch privat verpachtet. Offiziell gibt es in Italien mehr als 7.300 sogenannte Stabilimenti Balneari. Die meisten sind Familienbetriebe.
Das striktere Vorgehen der Behörden hĂ€ngt auch mit einer EU-Richtlinie von 2006 zusammen, deren Umsetzung in Rom immer wieder hinausgeschoben wurde. Demnach mĂŒssen die staatlichen Konzessionen fĂŒr Strandabschnitte regelmĂ€Ăig neu ausgeschrieben werden, weil es sich um öffentlichen Grund handelt. Nun soll 2027 damit begonnen werden.
