GefÀhrlicher Sturm 'Beryl' nÀhert sich Jamaika
03.07.2024 - 06:00:03 | dpa.deDie AuslĂ€ufer des Wirbelsturms wĂŒrden den Karibikstaat noch vor Tagesanbruch (Ortszeit) erreichen, teilte MinisterprĂ€sident Andrew Holness mit. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums NHC wird "Beryls" Zentrum am Mittwoch ĂŒber Jamaika oder nahe daran vorbeiziehen. Es wĂŒrden lebensbedrohliche Winde und Sturmfluten erwartet.
Mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde schwĂ€chte "Beryl" zuletzt etwas ab, liegt damit aber nur knapp unter der Schwelle zur Kategorie 5 - der stĂ€rksten fĂŒr Hurrikans. Er bewegt sich in westnordwestliche Richtung. Im SĂŒdosten der Karibik richtete er VerwĂŒstung an: In Grenada, St. Vincent und die Grenadinen sowie Venezuela wurden inzwischen insgesamt sechs TodesfĂ€lle gemeldet. Die Zahl könnte noch steigen.
StÀrkster Atlantik-Hurrikan im Juli
"Beryl" hatte sich am Wochenende innerhalb von weniger als 24 Stunden von einem Tropensturm zu einem Hurrikan der Kategorie 4 entwickelt. Es handelt sich um den ersten Hurrikan der Anfang Juni begonnenen Saison im Atlantik. So frĂŒh in der Hurrikan-Saison, die ein halbes Jahr dauert, war noch nie ein so starker Sturm registriert worden - nach Angaben des Experten Philip Klotzbach von der Colorado State University ist "Beryl" der stĂ€rkste je erfasste Atlantik-Hurrikan im Juli. Zwischenzeitlich maĂ das NHC Windgeschwindigkeiten um die 270 Kilometer pro Stunde - ab 252 ist die Kategorie 5 erreicht. Im Zuge des Klimawandels macht wĂ€rmeres Meereswasser starke WirbelstĂŒrme wahrscheinlicher.
Das Sturmzentrum traf am Montag ĂŒber der zu Grenada gehörenden Insel Carriacou auf Land. Dort und auf mehreren weiteren Inseln in der Umgebung verursachte "Beryl" schwere SchĂ€den, deren AusmaĂ bisher unĂŒberschaubar ist. StromausfĂ€lle und andere SturmschĂ€den erschweren die Kommunikation mit den besonders betroffenen Gebieten.
HilfsmaĂnahmen und Vorkehrungen
Die Karibische Gemeinschaft Caricom hielt eine Notfallsitzung zu den Sturmfolgen ab. Mehrere LĂ€nder der Region sagten Hilfslieferungen fĂŒr Grenada und St. Vincent und die Grenadinen zu. In Venezuela trat der Fluss Manzanares ĂŒber die Ufer, VizeprĂ€sidentin Delcy RodrĂguez wurde bei einem Besuch von einem umstĂŒrzenden Baum getroffen.
Ab der Nacht zum Donnerstag soll sich der Sturm den Prognosen zufolge den Kaimaninseln und am folgenden Abend der mexikanischen Halbinsel YucatĂĄn nĂ€hern. Auf Jamaika wurden letzte Vorbereitungen getroffen - NotunterkĂŒnfte wurden etwa bereitgestellt und StraĂenablĂ€ufe gereinigt, um Ăberschwemmungen zu verhindern. Die FlughĂ€fen von Kingston und Montego Bay sollen ab der Nacht vorerst geschlossen werden. Holness rief die Bevölkerung in einer Ansprache am Abend auf, Vorkehrungen zu treffen und fĂŒr Jamaika zu beten.
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