JinkoSolar Aktie: 11-GW-Deal mit Datang
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 04:20 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Solarkonzern JinkoSolar hat einen der größten Beschaffungsaufträge der chinesischen Energiewirtschaft gewonnen. Der staatliche Energieversorger China Datang Group vergibt ein 11 Gigawatt umfassendes Modulprogramm für die Jahre 2026 und 2027 – und JinkoSolar sichert sich das größte Einzelsegment.
Der Konzern wurde als Hauptlieferant für 6 Gigawatt N-Typ-TOPCon-Module ausgewählt. Die insgesamt 11 GW verteilen sich auf TOPCon, HJT und BC-Technologien. Branchenberichten zufolge lag der Durchschnittspreis der TOPCon-Anbieter bei etwa 0,756 RMB pro Watt.
Technischer Meilenstein
Parallel zum Großauftrag vermeldet JinkoSolar einen wichtigen Zertifizierungserfolg. Die Tiger Neo 3.0-Module – auf dem chinesischen Markt als Feihu 3 bekannt – erhielten die CPVT-Energieeffizienzklasse-1-Zertifizierung. Das ist die höchste Stufe nach den neuen nationalen Standards.
Die Module erreichen einen maximalen Wirkungsgrad von 24,8 Prozent und eine Leistung zwischen 650 und 670 Watt. Damit übertreffen sie die neuen Anforderungen der Tier-1-Klasse für TOPCon-Technologie, die bei mindestens 24,0 Prozent liegt. Die Bifazialität beträgt 85 Prozent.
Ein weiterer Erfolg: JinkoSolar unterzeichnete einen Liefervertrag über 105,68 Megawatt hocheffizienter Module für den japanischen Markt – Gewerbe, Industrie und Privathaushalte.
Kurs trotz guter Nachrichten unter Druck
Die operative Stärke spiegelt sich kaum im Aktienkurs wider. JinkoSolar schloss am Montag bei 13,98 Euro – nur 4,33 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 13,40 Euro. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie 41,38 Prozent.
Der technische Ausblick bleibt angespannt. Der Kurs liegt 22,88 Prozent unter der 50-Tage-Linie (18,13 Euro) und 33,99 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt (21,18 Euro). Der RSI von 34,1 deutet auf überverkaufte Niveaus hin. Kein Wunder: Der Solarmarkt leidet unter Überkapazitäten und aggressiver Konkurrenz.
Ausblick
Bis Ende des ersten Quartals 2026 hatte JinkoSolar kumuliert über 400 Gigawatt ausgeliefert und beliefert inzwischen knapp 200 Länder. Die Konkurrenz schläft nicht – TCL Zhonghuan und Trinasolar bauen ebenfalls massiv Kapazitäten aus.
Spannung verspricht der August: Dann entscheiden die USA über neue Polysilizium-Zölle. Das könnte die globale Wettbewerbslandschaft grundlegend verändern. JinkoSolar setzt derweil auf seine TOPCon-Technologie, um Marktanteile zu halten – der Datang-Auftrag gibt dafür Rückenwind.
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