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Johnson & Johnson Aktie: Myelom-Studie liefert Rekordwert

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Kombinationstherapie von Johnson & Johnson senkt Progressionsrisiko bei multiplem Myelom um 89 Prozent. Parallel belasten Talkum-Klagen den Aktienkurs.

Johnson & Johnson: Myelom-Studie mit Rekord-Risikoreduktion
Abstrakte Darstellung eines modernen pharmazeutischen Forschungslabors mit Fokus auf medizinische Innovation. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Reduktion des Progressions- oder Sterberisikos um 89 Prozent — solche Werte sieht man in der Onkologie selten. Johnson & Johnson hat genau das am Mittwoch für eine Kombination zweier eigener Krebsmedikamente vermeldet, und die Studie dürfte die Position des Konzerns im hart umkämpften Markt für multiples Myelom weiter festigen.

Tec-Tal schlägt Standardtherapie deutlich

Die Phase-3-Studie MonumenTAL-6 testete die Kombination aus Tecvayli und Talvey sowie eine Variante aus Talvey und Pomalidomid gegen die bisherige Standardbehandlung. Getestet wurde an Patienten mit rezidiviertem oder therapierefraktärem multiplem Myelom, die bereits ein bis vier vorherige Therapielinien durchlaufen hatten.

Das Ergebnis fiel eindeutig aus. Die Kombination aus Tecvayli und Talvey senkte das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod um 89 Prozent, das Sterberisiko sank um 62 Prozent. Die zweite getestete Kombination aus Talvey und Pomalidomid kam auf eine Risikoreduktion von 73 Prozent — ebenfalls ein starker Wert, der aber hinter der Hauptkombination zurückbleibt.

Bemerkenswert ist der Studienansatz selbst: MonumenTAL-6 ist die erste Phase-3-Studie, die ein Regime mit dualer Antigen-Ausrichtung auf BCMA und GPRC5D gleichzeitig testet. Johnson & Johnson bezeichnet die Ergebnisse als niedrigste Hazard Ratio, die je in einer Phase-3-Studie zu bispezifischen Antikörpern bei dieser Krebsart gemessen wurde. Ein unabhängiges Datenüberwachungskomitee empfahl bereits nach der ersten Zwischenanalyse, die Studie zu entblinden — ein Zeichen dafür, wie klar der Vorteil ausfiel.

Die vollständigen Ergebnisse sollen auf einem kommenden großen medizinischen Kongress vorgestellt und den Gesundheitsbehörden übermittelt werden. Die Aktie reagierte bereits am Mittwoch mit einem Plus von zwei Prozent und schloss bei 255,63 Dollar.

Talk-Klagen bleiben ein Belastungsfaktor

Parallel zu den positiven Studiendaten sorgt ein Gerichtsverfahren weiter für Unsicherheit. Eine US-Bundesrichterin in New Jersey äußerte am Mittwoch Zweifel an der Beweislage in rund 69.000 Klagen, in denen Kläger behaupten, Babypuder und andere Talkumprodukte des Konzerns hätten Eierstockkrebs verursacht. Zwei Sachverständige der Klägerseite hatten in Vorbereitung auf die sogenannten Bellwether-Verfahren ausgesagt, sie könnten andere Krebsursachen nicht vollständig ausschließen.

Die Richterin ordnete an, dass die Kläger bis zum 19. November erklären müssen, warum ihre Fälle angesichts der fehlenden gerichtsfesten Kausalitätsnachweise nicht abgewiesen werden sollten. Der für Rechtsstreitigkeiten zuständige Vizepräsident des Konzerns wertete die Entscheidung als Schritt in Richtung vollständiger Abweisung der Klagen. Johnson & Johnson weist die Vorwürfe weiterhin zurück und verweist darauf, dass die Produkte kein Asbest enthielten. Der Konzern hatte den Verkauf talkbasierter Babypuder in den USA bereits 2020 eingestellt und auf ein Maisstärke-Produkt umgestellt.

Für den Aktienkurs dürften beide Entwicklungen relevant bleiben: starke onkologische Daten auf der einen Seite, ein Rechtsrisiko mit offenem Ausgang auf der anderen. Die Frist im November markiert den nächsten konkreten Prüfpunkt in einem Verfahren, das sich bereits über Jahre hinzieht.

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