Julius Baer, CH0102484968

Julius Bär Gruppe AG-Aktie (CH0102484968): Q1-Zahlen im Fokus, Neugeldzuflüsse und Finma-Prüfung beschäftigen Anleger

21.05.2026 - 23:39:17 | ad-hoc-news.de

Vor den Q1-Zahlen der Julius Bär Gruppe AG richten sich die Blicke der Anleger auf Neugeldzuflüsse, verwaltete Vermögen und die Finma-Untersuchung rund um Engagements im Umfeld der Signa-Gruppe.

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Die Julius Bär Gruppe AG steht kurz vor der Veröffentlichung ihrer Zahlen zum ersten Quartal, während die Diskussionen am Markt von den erwarteten Neugeldzuflüssen und der anhaltenden Finma-Untersuchung geprägt sind. Für den 22.05.2026 ist in der Terminvorschau der Börse Frankfurt ein Q1-Update zum Umsatz des Vermögensverwalters angekündigt, wie ein Überblick über die Finanztermine zeigt, in dem für 07:00 Uhr ein Ereignis zu Julius Bär aufgeführt ist, laut Deutsche Börse Stand 20.05.2026. Gleichzeitig rücken Einschätzungen zu möglichen Reputationsrisiken im Zusammenhang mit Engagements gegenüber der Signa-Gruppe und der damit verbundenen Finma-Prüfung in den Vordergrund, wie es in einem aktuellen Ausblick auf den Vermögensverwalter heißt, der die Neugeldentwicklung und die Regulierungsthemen betont, berichtet von MarketScreener Stand 20.05.2026.

Stand: 21.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Julius Baer
  • Sektor/Branche: Privatbanking und Vermögensverwaltung
  • Sitz/Land: Zürich, Schweiz
  • Kernmärkte: Schweiz, Europa, Asien, ausgewählte Wachstumsmärkte
  • Wichtige Umsatztreiber: Vermögensverwaltungsgebühren, Anlageberatung, Mandatslösungen, Transaktions- und Handelsgebühren
  • Heimatbörse/Handelsplatz: SIX Swiss Exchange (Ticker BAER)
  • Handelswährung: Schweizer Franken (CHF)

Julius Bär Gruppe AG: Kerngeschäftsmodell

Die Julius Bär Gruppe AG zählt zu den größten reinen Vermögensverwaltern in der Schweiz und konzentriert sich auf das Privatbanking für vermögende Privatkunden und Family Offices. Das Geschäftsmodell basiert im Kern darauf, das Vermögen von Kunden langfristig zu betreuen, geeignete Anlagestrategien zu entwickeln und Lösungen für Nachfolge, Strukturierung und Finanzierung anzubieten. Im Gegensatz zu universal ausgerichteten Großbanken liegt der Schwerpunkt auf dem Wealth Management, wodurch ein großer Teil der Erträge aus wiederkehrenden Gebühren stammt, die auf den verwalteten Vermögen basieren, während Handels- und Zinsmargen eine ergänzende Rolle spielen.

Die Erlösstruktur von Julius Bär ist typischerweise stark abhängig von der Entwicklung der verwalteten Vermögen, den sogenannten Assets under Management. Diese Kennzahl wird ihrerseits von der Performance der Kapitalmärkte, von Netto-Neugeldzuflüssen und von Währungseffekten beeinflusst. Ihre Bedeutung spiegelt sich regelmäßig in den Quartalsberichten wider, in denen das Management neben Gewinn- und Verlustrechnung auch die organische Wachstumsdynamik durch Neugelder hervorhebt. Für die nun anstehende Q1-Veröffentlichung erwarten Marktbeobachter, dass nach branchentypisch eher verhaltenen Phasen ein erneuter Fokus auf dem Zufluss neuer Kundenmittel liegt, wie es in einem aktuellen Ausblick beschrieben wird, in dem mögliche Wachstumsimpulse durch Marktperformance und neue Mandate thematisiert werden, wie finanzen.net Stand 20.05.2026 berichtet.

Das Geschäftsmodell im Private Banking umfasst typischerweise diskretionäre Mandate, bei denen die Bank im Rahmen einer vereinbarten Anlagestrategie eigenständig Portfolios bewirtschaftet, sowie beratungsbasierte Mandate, in denen Kunden bei einzelnen Anlageentscheidungen unterstützt werden. Ergänzend bietet Julius Bär strukturierte Produkte, Lombardkredite sowie Hypothekar- und andere Finanzierungen an, die vor allem mit den betreuten Vermögenswerten besichert werden. Diese Elemente führen dazu, dass sowohl Provisionserträge als auch Zinserträge zum Ergebnis beitragen. In Phasen steigender Zinsen kann die Zinsmarge zusätzliche Erträge ermöglichen, während in Zeiten hoher Marktvolatilität auch die Trading-Aktivitäten und Transaktionsgebühren anziehen können.

Als global ausgerichteter Vermögensverwalter hat Julius Bär in den vergangenen Jahren durch organische Expansion und Übernahmen die Präsenz in wichtigen Finanzzentren ausgebaut. Die Gruppe ist traditionell stark in der Schweiz verankert, betreut jedoch auch in Deutschland, anderen europäischen Ländern sowie in Asien anspruchsvolle Privatkunden, häufig über Niederlassungen und Repräsentanzen. Dieser internationale Fokus sorgt für Diversifikation der Einnahmen, stellt das Institut aber auch vor regulatorische Anforderungen und erhöhte Compliance-Kosten in mehreren Jurisdiktionen, was in Branchenberichten zu globalen Wealth Managern regelmäßig thematisiert wird, unter anderem in Rückblicken auf die Entwicklung der Schweizer Vermögensverwaltungsbranche, die auf die Zunahme von Aufsichtsvorgaben hinweisen.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Julius Bär Gruppe AG

Zentrale Umsatztreiber der Julius Bär Gruppe AG sind die verwalteten Vermögen und die daraus generierten wiederkehrenden Gebühren. Diese Management- und Performance Fees hängen direkt vom Volumen der Kundenanlagen ab. Steigende Aktienmärkte und erfolgreiche Akquisition neuer Kundengelder wirken sich in der Regel positiv auf die Fee-Basis aus. In den jüngsten Marktkommentaren rund um den Vermögensverwalter wird erwartet, dass Julius Bär seit Jahresbeginn zusätzliche Neugelder anziehen und damit die Assets under Management erhöhen konnte, wie es im Ausblick auf die Q1-Zahlen dargestellt wird, bei dem die Marktteilnehmer insbesondere auf die Nettoneugeldynamik und die Kundenaktivität achten, wie MarketScreener Stand 20.05.2026 berichtet.

Neben den verwalteten Vermögen spielen Transaktionsvolumen und Handelsaktivitäten eine Rolle. Wenn Kunden vermehrt Wertpapiertransaktionen vornehmen, steigen in der Regel die Provisionserträge aus Brokerage und Dealing. In eher ruhigen Marktphasen kann dagegen der Anteil wiederkehrender Gebühren höher sein, während einmalige Erträge aus Transaktionen zurückgehen. Für das Geschäft von Julius Bär sind zudem Kreditprodukte bedeutsam, die typischerweise auf den vorhandenen Kundenportfolios besichert werden. Lombardkredite, mit denen Kunden Wertpapierdepots beleihen, liefern Zinsmargen, die bei einem höheren Zinsniveau steigende Beiträge zum Nettozinsergebnis ermöglichen.

Ein weiterer Treiber liegt im Produkt- und Dienstleistungsangebot in den Bereichen Anlageberatung und strukturierte Produkte. Viele vermögende Kunden nutzen maßgeschneiderte Lösungen, etwa strukturierte Produkte auf Aktien, Anleihen oder Währungen, Private-Market-Anlagen oder Lösungen zur Vermögensstrukturierung. Diese Angebote generieren Beratungs- und Produktmargen. Gleichzeitig erfordert die Konzeption solcher Produkte ein aktives Risikomanagement und umfassende Compliance-Strukturen, insbesondere mit Blick auf Transparenz- und Eignungsanforderungen in den jeweiligen Märkten. Für einen auf wohlhabende Privatkunden ausgerichteten Vermögensverwalter wie Julius Bär ist es daher entscheidend, die Produktpalette an regulatorische Vorgaben anzupassen und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die geografische Diversifikation trägt ebenfalls zu den Ergebnissen bei. Während die Schweiz als Heimatmarkt eine zentrale Rolle spielt, werden in Asien sowie in Europa zusätzliche Wachstumspotenziale gesehen. Branchenberichte zu globalen Wealth Managern weisen häufig auf die Bedeutung asiatischer Märkte hin, in denen Vermögenswachstum und unternehmerische Kundschaft für Expansion sorgen. Julius Bär ist in diesen Regionen mit Standorten vertreten und versucht, von diesen Entwicklungen zu profitieren. Gleichzeitig reagieren die Erträge auf regionale wirtschaftliche Entwicklungen, Währungsschwankungen und regulatorische Veränderungen, etwa im Bereich grenzüberschreitender Dienstleistungen.

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Branchentrends und Wettbewerbsposition

Die Julius Bär Gruppe AG agiert in einem globalen Umfeld, in dem Vermögensverwalter um vermögende Privatkunden konkurrieren. Die Branche steht seit der Finanzkrise sowie durch internationale Initiativen zur Steuertransparenz unter verstärkter Aufsicht. In der Schweiz haben regulatorische Veränderungen und internationale Abkommen dazu geführt, dass versteckte Vermögen weniger Bedeutung haben und stattdessen steuerkonforme, transparente Kundenbeziehungen im Vordergrund stehen. Für Institute wie Julius Bär bedeutet dies höhere Compliance-Kosten, aber auch Chancen, sich über Beratungsqualität und Service vom Wettbewerb abzuheben.

Die Wettbewerbslandschaft ist stark von großen Schweizer Häusern geprägt, die neben Julius Bär auch globale Universalbanken mit starken Vermögensverwaltungssparten umfasst. Gleichzeitig drängen internationale Player und spezialisierte Vermögensverwalter in wichtige Märkte. In Fachartikeln zur Vermögensverwaltungsbranche wird betont, dass sich Institute zusehends über Spezialisierungen, regionale Schwerpunkte oder digitale Angebote differenzieren. Julius Bär positioniert sich als fokussierter Vermögensverwalter mit hoher Beratungstiefe und einem auf vermögende Kunden zugeschnittenen Dienstleistungsportfolio. In Marktanalysen wird auf die Bedeutung von Markenstärke und Vertrauenswürdigkeit in diesem Segment verwiesen, da Kunden langjährige Beziehungen zu ihren Beziehungspartnern pflegen und eine hohe Servicequalität erwarten.

Ein weiterer Branchentrend liegt in der Digitalisierung von Wealth-Management-Prozessen. Während persönliche Beratung weiterhin im Zentrum steht, spielen digitale Tools zur Portfolioübersicht, Kommunikation und Dokumentation eine immer größere Rolle. Vermögensverwalter investieren in Plattformen, die es Kunden ermöglichen, ihre Vermögen transparent und in Echtzeit zu verfolgen, während Berater datenbasierte Analysen einsetzen, um Anlagevorschläge zu untermauern. Für Julius Bär bedeutet dies, technologische Investitionen mit dem traditionellen Private-Banking-Verständnis zu verbinden, um sowohl Effizienz als auch Kundenerlebnis zu verbessern. In den vergangenen Jahren haben viele Institute zudem Initiativen zur Effizienzsteigerung und Kostendisziplin gestartet, um die Margen in einem kompetitiven Umfeld zu stabilisieren.

Gleichzeitig stehen Wealth Manager vor nachhaltigkeitsbezogenen Herausforderungen und Chancen. Das wachsende Interesse an nachhaltigen Anlagestrategien führt dazu, dass ESG-Produkte und -Mandate an Bedeutung gewinnen. Kunden fragen vermehrt nach Lösungen, die Umwelt- und Sozialkriterien berücksichtigen. Julius Bär bietet wie viele Wettbewerber nachhaltigkeitsorientierte Strategien an und baut entsprechende Beratungskompetenzen aus. In Branchenberichten wird darauf hingewiesen, dass die Fähigkeit, ESG-Aspekte glaubwürdig in den Anlageprozess zu integrieren, zunehmend ein Wettbewerbsfaktor wird. Für einen international tätigen Vermögensverwalter gilt es außerdem, unterschiedliche regulatorische ESG-Rahmenwerke in Europa und anderen Regionen zu berücksichtigen.

Warum Julius Bär Gruppe AG für deutsche Anleger relevant ist

Für deutsche Privatanleger ist die Julius Bär Gruppe AG aus mehreren Gründen von Interesse. Zum einen ist die Aktie an der SIX Swiss Exchange handelbar und kann über deutsche Broker in der Regel im Auslandshandel erworben werden. Zum anderen ist Deutschland für Julius Bär ein bedeutender Markt, da sich dort eine große Zahl vermögender Privatkunden, Unternehmer und Family Offices befindet, die Dienstleistungen im Wealth Management nachfragen. Die Präsenz des Instituts in deutschsprachigen Märkten, einschließlich Niederlassungen und Beratungsteams, sorgt dafür, dass die Entwicklung der Bank auch für die deutsche Finanzlandschaft von Bedeutung ist.

Darüber hinaus ist die Julius-Bär-Aktie Bestandteil verschiedener Indizes und wird von Marktbeobachtern als ein Vertreter des europäischen Wealth-Management-Segments betrachtet. Für deutsche Anleger, die ihr Portfolio geografisch und sektoral diversifizieren möchten, kann die Beobachtung von Vermögensverwaltern aus der Schweiz ein Baustein zur Streuung über verschiedene Finanzdienstleistungsmodelle sein. In Marktdatenübersichten wird die Aktie mit aktuellen Kursen, Handelsvolumina und Kennzahlen geführt; so notierte die Julius-Bär-Aktie am 20.05.2026 an der SIX Swiss Exchange bei 68,10 Schweizer Franken, wie Kursdaten zeigen, die den Handel am frühen Abend dokumentieren, laut finanzen.ch Stand 20.05.2026.

Auf Makroebene spielt der Schweizer Vermögensverwaltungssektor eine wichtige Rolle für die Kapitalströme in Europa, da zahlreiche internationale Vermögen über Schweizer Institute verwaltet werden. Entwicklungen bei Kapitalmärkten, Zinsen und Regulierung wirken sich damit indirekt auch auf deutsche Anleger aus, die in diesen Sektor investieren oder Dienstleistungen nutzen. Die Finma-Untersuchung im Zusammenhang mit Engagements von Julius Bär im Umfeld der Signa-Gruppe hat zudem eine Debatte über Risikokultur und Kreditvergabe an größere Unternehmensgruppen ausgelöst, die auch in deutschen Medien verfolgt wird und so die Wahrnehmung des Sektors bei Anlegern beeinflusst.

Welcher Anlegertyp könnte Julius Bär Gruppe AG in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

Die Julius-Bär-Aktie steht stellvertretend für ein Geschäftsmodell, das stark von Verwalteten Vermögen, Marktstimmung und regulatorischem Umfeld beeinflusst wird. Anleger, die sich mit diesem Sektor beschäftigen, beobachten in der Regel langfristige Trends im Wealth Management und interessieren sich für die Fähigkeit eines Instituts, Neugelder anzuziehen, Margen zu schützen und Kosten zu kontrollieren. Ein Anlegertyp mit Fokus auf Finanzwerte, der sich mit Bank- und Vermögensverwaltungsmodellen auseinandersetzt und bereit ist, zyklische Entwicklungen auszuhalten, könnte solche Titel analysieren und über längere Horizonte betrachten, insbesondere wenn der Fokus auf strukturellen Trends wie der Zunahme globaler Vermögen liegt.

Vorsicht kann dagegen für Anleger angebracht sein, die mit regulatorischen Themen und Reputationsrisiken im Finanzsektor nicht vertraut sind oder starke Kursschwankungen vermeiden möchten. Die Finma-Prüfung im Zusammenhang mit Engagements rund um die Signa-Gruppe und die generelle öffentliche Diskussion über Risikomodelle im Wealth Management unterstreichen, dass Titel aus diesem Segment nicht frei von Kontroversen sind. Nachrichten über Untersuchungen oder Rechtsverfahren können sich temporär belastend auf den Kurs auswirken und die Wahrnehmung des Instituts beeinträchtigen. Ein kurzfristorientierter Ansatz, der auf stetige Kursgewinne ohne Volatilität abzielt, steht damit potenziell im Spannungsverhältnis zu den Schwankungen, die Finanzwerte in Phasen verstärkter regulatorischer Aufmerksamkeit zeigen können.

Hinzu kommt, dass Währungsrisiken für Anleger aus dem Euroraum eine Rolle spielen können. Die Julius-Bär-Aktie wird in Schweizer Franken gehandelt, sodass Veränderungen des Wechselkurses zwischen Euro und Franken die in Euro gemessene Wertentwicklung beeinflussen. Anleger, die bereits stark im Finanzsektor engagiert sind oder hohe Exponierung gegenüber dem Schweizer Franken haben, müssen das in ihrer Gesamtbetrachtung berücksichtigen. Eine sorgfältige Analyse des eigenen Risikoprofils und der Rolle von Finanzwerten im Gesamtportfolio ist daher wichtig, bevor Positionen in diesem Segment eingegangen oder ausgebaut werden.

Risiken und offene Fragen

Die aktuelle Debatte rund um Julius Bär wird nicht nur von den anstehenden Quartalszahlen, sondern auch von Fragen zu Risikokultur und Governance begleitet. Die Finma hat eine Untersuchung im Zusammenhang mit Engagements des Instituts im Umfeld der Signa-Gruppe aufgenommen. In Marktberichten wird darauf hingewiesen, dass Anleger aufmerksam verfolgen, wie hoch mögliche Kredit- oder Reputationsrisiken im Hinblick auf diese Verbindungen ausfallen könnten. Offene Fragen beziehen sich dabei auf Umfang, Besicherung und mögliche Wertberichtigungen von Positionen, die im Zusammenhang mit entsprechenden Finanzierungslinien stehen könnten. Solange die Untersuchung läuft, bleibt unklar, welche Schlussfolgerungen die Aufsicht zieht und ob zusätzliche Auflagen oder Maßnahmen resultieren.

Regulatorische Risiken sind im Wealth-Management-Sektor ohnehin präsent. Änderungen von Kapitalanforderungen, strengere Vorgaben zu Geldwäschereibekämpfung oder neue Transparenzvorschriften können die Kostenstruktur erhöhen und Anpassungen der Geschäftsprozesse erzwingen. Für Julius Bär, das in mehreren Jurisdiktionen aktiv ist, bedeutet dies, parallel unterschiedliche Rahmenbedingungen zu erfüllen. Zudem besteht das Risiko, dass reputationsbelastende Themen, wie frühere Steuerstreitigkeiten oder neue Untersuchungen, das Vertrauen einzelner Kundengruppen temporär beeinträchtigen. Das Management der Bank steht daher vor der Aufgabe, regulatorische Erwartungen frühzeitig zu antizipieren und interne Kontrollsysteme kontinuierlich zu stärken.

Ein weiterer Risikofaktor betrifft die Abhängigkeit von der Entwicklung der Kapitalmärkte. In Phasen deutlicher Kursrückgänge können die verwalteten Vermögen durch Marktveränderungen sinken, selbst wenn Neugeldzuflüsse positiv bleiben. Das drückt auf die Ertragsbasis aus wiederkehrenden Gebühren. Zudem könnte die Kundenaktivität in unsicheren Phasen abnehmen, was die Transaktionserlöse schmälert. Umgekehrt kann hohe Volatilität zwar kurzfristig Transaktionsvolumina erhöhen, aber gleichzeitig Risikoaversion verstärken. Für ein Institut wie Julius Bär ist daher ein aktives Kostenmanagement wesentlich, um Schwankungen in der Ertragslage abzufedern.

Schließlich bleibt der Wettbewerb ein struktureller Risikofaktor. Neue Marktteilnehmer im digitalen Wealth Management, Konsolidierungstendenzen und eine mögliche Verschiebung der Kundenpräferenzen hin zu passiven oder kostengünstigeren Lösungen können die Margen unter Druck setzen. Wealth Manager stehen vor der Herausforderung, ihre Beratungsleistung klar von standardisierten Produkten abzugrenzen und Mehrwerte überzeugend darzustellen. Ob und in welchem Umfang Julius Bär diese Herausforderungen mittelfristig meistert, wird sich in künftigen Ergebnisberichten, Kostenquoten und der Entwicklung der Kundenbasis widerspiegeln, die von Marktbeobachtern aufmerksam verfolgt werden.

Wichtige Termine und Katalysatoren

Ein zentraler kurzfristiger Katalysator für die Julius-Bär-Aktie ist die Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal, die laut Terminübersicht am 22.05.2026 in den frühen Morgenstunden erwartet wird, mit einem Schwerpunkt auf Umsatz- und Ertragsentwicklung des Vermögensverwalters, wie der Finanzkalender der Deutschen Börse ausweist, der für 07:00 Uhr ein Ereignis zu Julius Bär nennt, laut Deutsche Börse Stand 20.05.2026. Für Marktteilnehmer stehen dabei insbesondere die Entwicklung der verwalteten Vermögen, die Nettoneugeldynamik und Hinweise auf die Ertragsqualität im Fokus. Aussagen des Managements zur Risikolage, etwa im Zusammenhang mit Engagements gegenüber einzelnen Unternehmensgruppen, könnten zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Neben Quartals- und Halbjahreszahlen sind auch Investorentage, Präsentationen auf Konferenzen und Ad-hoc-Meldungen zu strategischen Maßnahmen wichtige Ereignisse. Dabei können Ankündigungen zu Kostensenkungsprogrammen, Investitionen in Digitalisierung oder Veränderungen im Management signifikante Kursreaktionen auslösen. Zudem sind Entscheidungen zur Dividendenpolitik ein wiederkehrender Katalysator im Jahresrhythmus. Die Festlegung der Ausschüttung auf Basis des Vorjahresergebnisses und etwaige Anpassungen am Payout können ein Signal zur Kapitalstärke und Ergebnisstabilität sein. Einen zusätzlichen Einfluss haben Ratingeinschätzungen von Banken und Research-Häusern, die bei wesentlichen Anpassungen der Einstufung oder der Kursziele für kurzfristige Impulse sorgen können, wobei solche Einschätzungen im aktuellen Nachrichtenbild punktuell erwähnt werden, aber in dieser Darstellung nicht im Detail ausgewertet werden.

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Fazit

Die Julius Bär Gruppe AG befindet sich in einer Phase, in der operative Kennzahlen und regulatorische Entwicklungen gleichermaßen im Fokus stehen. Die anstehenden Q1-Zahlen bilden einen wichtigen Prüfstein für die Neugeldentwicklung, die Ertragslage und die Effizienz des Vermögensverwalters. Gleichzeitig bleibt die Finma-Prüfung rund um Engagements im Umfeld der Signa-Gruppe ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor, dessen Ausgang von Anlegern aufmerksam verfolgt wird. Für den Sektor insgesamt spielen die weitere Entwicklung der Kapitalmärkte, die Nachfrage nach nachhaltigen Anlageformen sowie die Fähigkeit, Kosten und Regulierungsvorgaben zu managen, eine zentrale Rolle. Wie sich diese Faktoren bei Julius Bär im Detail auswirken, wird sich in den kommenden Berichtsperioden zeigen, die von Marktteilnehmern als entscheidend für die mittelfristige Einordnung des Geschäftsmodells angesehen werden.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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