Kakao, US-Dollar

Kakao: Über 6.000 US-Dollar

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 19:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Wetterextreme in Westafrika lassen Kakaopreis um über fünf Prozent steigen. Ernteausfälle von bis zu 18 Prozent erwartet.

Kakaopreis explodiert: Höchster Stand seit Januar erreicht
Nahaufnahme von reifen Kakaoschoten an einem Baum, einige geöffnet mit weissen Bohnen, unscharfe Plantage im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Kakaopreis bricht aus. Am Mittwoch kletterten die Notierungen um mehr als fünf Prozent. Anleger handeln die Futures-Kontrakte damit wieder über der Marke von 6.000 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit Januar.

Westafrika kämpft mit Wetterextremen

Das Wetter in Westafrika diktiert derzeit die Preise. Die Elfenbeinküste und Ghana melden massive Probleme. Starke Regenfälle überfluten dort die Plantagen. Das behindert den Transport der Bohnen zu den Häfen erheblich.

Parallel dazu steigt das Risiko für Pilzkrankheiten wie die Braunfäule. Diese vernichtet potenzielle Erträge bereits an der Pflanze. Erste Erhebungen für die kommende Saison zeigen bereits eine schwache Entwicklung der Kakaokapseln.

Branchenexperten korrigieren ihre Prognosen deshalb nach unten. Für die neue Saison erwarten Fachleute in der Elfenbeinküste nur noch 1,7 bis 1,8 Millionen Tonnen Kakao. Im Vorjahr lag die Ernte noch bei rund 2,2 Millionen Tonnen.

Dieser erwartete Rückgang von etwa 18 Prozent trifft auf eine robuste Nachfrage. Die globale Schokoladenindustrie benötigt weiterhin große Mengen für ihre Produktion. Das knappe Angebot befeuert die Sorgen am Markt.

El Niño verschärft die Lage

Die US-Wetterbehörde NOAA warnt vor einer weiteren Gefahr. Für den Zeitraum bis August 2026 besteht eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit für ein starkes El-Niño-Phänomen. Dieses Wetterereignis bringt normalerweise extreme Hitze nach Westafrika.

Trockene Winde wie der Harmattan könnten die ohnehin schwache Ernte weiter schädigen. Historisch gesehen reduzierte ein starker El Niño die Erträge oft drastisch. Das sorgt für zusätzliche Nervosität unter den Händlern.

Institutionelle Investoren reagieren bereits auf die drohende Knappheit. Umfangreiche Käufe und das Eindecken von Leerverkäufen beschleunigten den jüngsten Preisanstieg. Die nächste kritische Phase beginnt im Juni. Dann entscheidet die Intensität der Trockenperiode über das endgültige Ausmaß der Ernteausfälle.

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