Kanzleramtschef, Kompetenzen

Kanzleramtschef Frei fordert mehr Kompetenzen fĂŒr den BND

Veröffentlicht am: 16.01.2026 um 19:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Kanzleramtschef Thorsten Frei wirbt angesichts neuer Bedrohungen fĂŒr erweiterte Befugnisse des Bundesnachrichtendienstes (BND).

"Wenn es die Sicherheitslage erfordert, Bestand und Sicherheit unseres Landes auf dem Spiel stehen, braucht es mehr als einen reinen Nachrichtendienst, der Informationen erhebt und auswertet", schreibt der CDU-Politiker in einem Beitrag fĂŒr die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". "Dann muss der BND auch aktiv in die Verteidigung unserer Sicherheit eingebunden sein", schreibt Frei, der fĂŒr die Geheimdienste zustĂ€ndig ist. Dabei gehe es aber nicht darum, dass BND-Agenten in "James-Bond-Manier" tĂ€tig werden.

Als zusĂ€tzliche Aufgaben nennt Frei beispielsweise das Stören des Funkverkehrs zur Drohnenabwehr oder die Ausschaltung von Krypto-Wallets feindlicher Agenten. Daten aus der Durchsuchung von Telekommunikationsnetzen sollten bis zu zwölf Monate gespeichert werden. Frei wirbt mit dem Vergleich zu Partnerdiensten: "Mit einer moderaten Speicherdauer von sechs bis zwölf Monaten wĂ€ren wir noch immer ein Sonderfall an ZurĂŒckhaltung." Beim Filtern und Verarbeiten großer Datenmengen mĂŒsse auch KĂŒnstliche Intelligenz genutzt werden können.

Strikte Begrenzung auf Ausland aufheben

Aufweichen will Frei die bisher strikte BeschrĂ€nkung des BND auf das Ausland. Er schreibt: "Wir können hierbei an den deutschen Grenzen nicht haltmachen. Der BND muss seine AuslandsaufklĂ€rung auch dann weiter durchfĂŒhren können, wenn jemand regelmĂ€ĂŸig nach Deutschland einreist, um Sabotageakte vorzubereiten." Fakt sei auch, dass Deutschland tĂ€glich Ziel auslĂ€ndischer Cyberangriffe sei. "Um diese frĂŒhzeitig zu erkennen, muss der BND auch inlĂ€ndische Verkehre erfassen können."

StÀrkung des BND in Koalitionsvertrag vereinbart

Frei verweist in seinem Text auch auf den Koalitionsvertrag der schwarz-roten Koalition. Darin heißt es: "Zur StĂ€rkung unserer nationalen SouverĂ€nitĂ€t und der operativen FĂ€higkeiten unserer Nachrichtendienste, und um mit der LeistungsfĂ€higkeit relevanter europĂ€ischer Partnerdienste wieder Schritt zu halten, streben wir eine grundlegende verfassungskonforme, systematische Novellierung des Rechts der Nachrichtendienste des Bundes an."

Der Kanzleramtschef erinnert zudem an das Ziel, die Bundeswehr konventionell zur stĂ€rksten Armee Europas zu machen. "Einen vergleichbaren Anspruch mĂŒssen wir auch an unsere Nachrichtendienste richten. Wir können es uns schlicht nicht leisten, in diesem Feld hinter den Möglichkeiten derjenigen zurĂŒckzubleiben, die uns schaden wollen."

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