KfW senkt Zinsen fĂŒr klimafreundlichen Wohnungsbau auf 1,0 Prozent
12.03.2026 - 00:00:19 | boerse-global.deDas Bundesbauministerium und die KfW haben die Finanzierungskosten fĂŒr den klimafreundlichen Wohnungsneubau massiv gesenkt. Seit Anfang MĂ€rz können Bauherren und Investoren Kredite fĂŒr den Effizienzhaus-55-Standard zu einem effektiven Jahreszins von nur noch 1,0 Prozent beantragen. Die drastische Zinssenkung soll einen Impuls fĂŒr den stockenden deutschen Wohnungsbau setzen.
So funktioniert die neue EH55-Förderung
Das Programm ist in zwei Teile gespalten: Privatleute, die ein Eigenheim bauen, nutzen das Teilprogramm 297. Gewerbliche Investoren und BautrĂ€ger, die Mietwohnungen errichten, greifen auf Programm 298 zurĂŒck. Beide Gruppen können bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit bei einer Laufzeit von zehn Jahren zu dem neuen Niedrigzins erhalten.
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Die Bedingungen sind jedoch streng. Ein EH55-GebĂ€ude darf nur 55 Prozent der PrimĂ€renergie eines ReferenzgebĂ€udes verbrauchen. Fossile Brennstoffe wie Ăl oder Gas sind fĂŒr die Heizung tabu â erlaubt sind nur erneuerbare Energien wie WĂ€rmepumpen oder FernwĂ€rme. Zudem muss zum Antragszeitpunkt bereits eine gĂŒltige Baugenehmigung vorliegen. Die Förderung zielt damit gezielt auf bereits geplante, aber auf Eis liegende Projekte.
Warum die Zinsen jetzt so stark fallen
Die Senkung auf 1,0 Prozent ist eine direkte Reaktion auf massive Kritik aus der Bauwirtschaft. Die EH55-Förderung war bereits im Dezember 2025 reaktiviert worden, damals aber mit Zinsen von fast 2 Prozent. BranchenverbÀnde hatten dies als völlig unzureichend kritisiert. Bei den hohen Baukosten rechneten sich viele Vorhaben einfach nicht.
Das Ministerium und die KfW gaben nun nach. Der neue Zins soll Projekte wieder rentabel machen und den Neubau beschleunigen. Parallel wurde auch der Zins fĂŒr den anspruchsvolleren Effizienzhaus-40-Standard auf 0,6 Prozent gesenkt.
Trotz Zinssenkung: Kritik bleibt laut
Doch die Skepsis in der Branche ist nicht verstummt. Ein Hauptproblem ist die begrenzte Summe: FĂŒr 2026 stehen nur 800 Millionen Euro zur VerfĂŒgung, die nach dem Windhundprinzip vergeben werden. Experten warnen vor einem raschen Mittelabfluss. Bauherren haben keine Planungssicherheit, ob spĂ€ter im Jahr noch Geld da ist.
Zudem adressiert die Förderung vor allem den sogenannten BauĂŒberhang â die ĂŒber 760.000 genehmigten, aber nicht gebauten Wohnungen. GĂ€nzlich neue Projekte werden kaum angereizt. Die strengen technischen Vorgaben treiben zudem die Baukosten in die Höhe und fressen den Zinsvorteil teilweise wieder auf.
Wird der Wohnungsbau jetzt wieder angekurbelt?
Die Zinssenkung gilt als ĂŒberfĂ€lliger Schritt, um den Stillstand auf den Baustellen zu beenden. Die Kombination aus gĂŒnstigem Kapital und vielen ruhenden Projekten könnte die BauaktivitĂ€t in den kommenden Monaten spĂŒrbar steigern. Die Nachfrage nach den Krediten zieht bereits an.
EuropĂ€ische Prognosen rechnen fĂŒr 2026 mit einem Wachstum der Bauwirtschaft um 2,4 Prozent â auch dank solcher Förderprogramme. Doch die Frage bleibt: Reichen 800 Millionen Euro fĂŒr eine echte Trendwende? Langfristig braucht es verlĂ€sslichere, mehrjĂ€hrige Zusagen und weniger bĂŒrokratische HĂŒrden. Bis dahin ist die aktuelle KfW-Förderung ein wichtiges, aber begrenztes Kriseninstrument.
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