Cloud, Roboter

KI verlässt die Cloud: Roboter bekommen ein neues Gehirn

21.04.2026 - 10:31:42 | boerse-global.de

Spezial-Chips von DEEPX und Lattice sowie Cloud-Trainings von NEURA mit AWS machen Roboter kognitiv und autonom. Die Branche erwartet hohe Renditen durch massive Effizienzsteigerungen.

KI verlässt die Cloud: Roboter bekommen ein neues Gehirn - Foto: über boerse-global.de

In einer Serie strategischer Schritte bringen Tech- und Autokonzerne die Künstliche Intelligenz aus der digitalen Welt in die reale Fabrikhalle. Diese Woche offenbarten mehrere Großprojekte, wie spezielle Chips und Cloud-Plattformen Roboter kognitiv und autonom machen sollen. Die Branche spricht bereits von „Physical AI“ – einer KI, die physisch handelt.

Spezial-Chips lösen das Latenz-Problem

Das größte Hindernis für flinke Roboter war bisher die Rechenzeit. Komplexe KI-Modelle brauchten leistungsstarke Rechenzentren, was zu Verzögerungen führte. Die Lösung kommt nun von spezialisierten Halbleitern, die direkt im Roboter arbeiten.

Am heutigen Dienstag gaben DEEPX und Hyundai Motor Group Robotics LAB eine Entwicklungspartnerschaft bekannt. Im Zentrum steht der Chip DX-M2, der große KI-Modelle in Echtzeit bei extrem niedrigem Stromverbrauch verarbeiten kann. Das Ziel ist eine standardisierte Plattform für alle Roboter des Konzerns. Der Markt für solche Physical-AI-Chips könnte bis 2030 auf rund 123 Milliarden US-Dollar wachsen.

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Parallel dazu arbeiten Lattice Semiconductor und Texas Instruments an einer Lösung für die Industrie. Sie kombinieren spezielle FPGAs mit Radar- und Kamerasensoren, um Daten nahezu verzögerungsfrei zu verarbeiten. Eine kritische Voraussetzung für Roboter in dynamischen Umgebungen.

Die Cloud wird zur Trainingshalle

Während die Chips vor Ort reagieren, findet das Training der Roboterintelligenz in der Cloud statt. Der deutsche Roboterhersteller NEURA Robotics geht dazu eine Allianz mit Amazon Web Services (AWS) ein.

Die Partnerschaft integriert die AWS-Infrastruktur in das „Neuraverse“-Ökosystem. Kernstück ist die Verbindung der Trainingsumgebung NEURA Gym mit Amazons KI-Dienst SageMaker. So können Roboter in riesigen virtuellen Szenarien lernen, bevor sie in der realen Welt eingesetzt werden. Erste Tests laufen in Amazon-Lagern. NEURA strebt an, bis 2030 Millionen solcher kognitiver Roboter zu ermöglichen.

Auch auf der Hannover Messe, die gestern begann, war die Cloud allgegenwärtig. Rockwell Automation zeigte mit AWS, wie sich ganze Fabriken digital planen und steuern lassen. Die Steuerungssoftware für autonome Transportroboter soll künftig sogar als Abo-Modell über den AWS Marketplace bezogen werden.

Sensoren und Software verschmelzen

Die präzise Wahrnehmung der Umgebung ist die dritte Säule der Roboter-Revolution. Der Lidar-Spezialist Hesai stellte gestern einen neuartigen Vollfarb-Lidar-Sensor vor, der Robotern hochauflösende räumliche Intelligenz verleihen soll.

Auf der Software-Seite schließen OMRON und Dassault Systèmes eine Lücke. Ihre Kooperation verbindet die virtuelle Planungswelt mit der realen Automatisierungstechnik. Produktionslinien mit Robotern können so im digitalen Zwilling getestet und optimiert werden, bevor die erste Schraube gedreht wird. Das senkt das Risiko bei der Inbetriebnahme erheblich.

Selbst in traditionellen Schwerindustrien wie dem Schiffbau hält die Transformation Einzug. Der Rüstungskonzern HII startete ein Programm mit Partnern wie Path Robotics, um Schiffsrümpfe automatisiert zu schweißen und zu lackieren. Ein Pilotprojekt ist für 2027 geplant.

Konsolidierung im Logistik-Sektor

Die Branche konsolidiert sich, um einheitliche Steuerungen für verschiedene Roboter zu schaffen. Das KI-Start-up Skild AI, bewertet mit über 14 Milliarden Dollar, übernahm gestern die Robotersparte von Zebra Technologies. Ziel ist eine omnipräsente KI, die unterschiedliche Roboter in einem Lager koordiniert.

Kleinere Player wie das niederländische Smart Robotics sammeln unterdessen Kapital, um ihre Nische zu bedienen. Das Unternehmen schloss heute eine Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro ab. Seine KI-gesteuerten Greifroboter haben bereits über eine Milliarde Pick-Vorgänge absolviert.

Doch der Weg in den Alltag ist holprig. Ein Pilotprojekt mit Lieferrobotern in Hamburg zeigt: Während die Akzeptanz in der Nachbarschaft hoch ist, bereiten die Integration in bestehende Logistikabläufe und die Bestandsverwaltung noch Probleme. Die Hardware ist oft schneller als die betriebliche Anpassung.

Hohe Investitionen, klare Renditeerwartung

Der rasante Wandel wird von klaren wirtschaftlichen Versprechen getrieben. Eine Studie von Lenovo zeigt beeindruckende Zahlen: In einem nordamerikanischen Werk verkürzten KI-Lösungen die Durchlaufzeiten um 85 Prozent und senkten die Logistikkosten um 42 Prozent.

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Die Branche ist entsprechend optimistisch. 94 Prozent der befragten Hersteller planen für 2026, ihre KI-Investitionen zu erhöhen. Die erwartete Rendite liegt bei fast drei Dollar für jeden investierten Dollar. Diese Aussicht treibt auch die hohen Bewertungen von Start-ups wie Path Robotics an, das seit Gründung über 300 Millionen Dollar eingesammelt hat.

Der humanoide Roboter rückt näher

Der Blick geht bereits in die Zukunft: 2027 sollen die neuen Plattformen in großem Maßstab erprobt werden, etwa in der Schiffproduktion oder in Lagerflotten. Gleichzeitig rückt das nächste große Ziel in den Fokus: der standardisierte, humanoide Roboter.

Auf der Hannover Messe führte Agile Robots seinen humanoiden Agile ONE bereits deutschen Regierungsvertretern vor. Und der Zulieferer Schaeffler erhielt für hochintegrierte Antriebe den Hermes Award – sie benötigen 20 Prozent weniger Platz in humanoiden Robotern. Das Zeitalter der physischen KI hat gerade erst begonnen.

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