Kiew, Russische

Kiew: Russische Verluste hoch und Eroberungstempo halbiert

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 11:38 Uhr, dpa.de

Das russische MilitÀr hat nach Angaben aus Kiew im ersten Halbjahr 2026 trotz extrem hoher Verluste weniger als halb so viel ukrainisches Territorium erobert wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Russland habe eine großangelegte Offensive geplant, aber praktisch keins seiner gesteckten Ziele erreicht, schrieb der Oberbefehlshaber der ukrainischen Truppen, Olexander Syrskyj, bei Telegram.

Die Ukraine verteidige sich weiter und habe an einzelnen Frontabschnitten die Initiative ĂŒbernommen. "Dank der aktiven Handlungen der Verteidiger ist im ersten Halbjahr 2026 das Tempo des VorrĂŒckens russischer Truppen um mehr als die HĂ€lfte gesunken", schrieb er.

Das schleppende Vorankommen der russischen Truppen bestĂ€tigen auch unabhĂ€ngige MilitĂ€ranalysten. Laut Syrskyj ist es den Ukrainern zuletzt sogar gelungen, annĂ€hernd so viel Territorium zurĂŒckzuerobern, wie sie an anderer Stelle verloren haben.

Syrskyj: Russische Verluste liegen bei 32.000 pro Monat

Die Verluste der russischen Seite bezifferte er dabei auf monatlich knapp 32.000 Tote oder Schwerverwundete. UnabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen lassen sich diese Angaben nicht. Kiews Ziel besteht darin, den russischen Einheiten höhere Verluste zuzufĂŒgen, als Moskau Nachschub gewĂ€hrleisten kann.

Nach Angaben von Russlands Ex-PrĂ€sident Dmitri Medwedew haben sich 2026 im ersten Halbjahr 210.000 Russen fĂŒr den Krieg in der Ukraine verpflichtet. Diese Zahlen werden von Analysten angezweifelt.

Die Zahl der Freiwilligen ist trotz RekordprĂ€mien nach Angaben des unabhĂ€ngigen Portals "Wjorstka" 2026 um ein Drittel eingebrochen, liegt demnach unter 30.000 pro Monat. Zuletzt hatten in sozialen Netzwerken Videos fĂŒr Aufruhr gesorgt, die zeigten, wie MĂ€nner in der Provinzstadt Pensa gewaltsam fĂŒr den MilitĂ€rdienst rekrutiert wurden. Probleme mit der Rekrutierung waren zuvor eigentlich nur in der Ukraine bekannt.

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