Russische Angriffe auf Kiew - berĂŒhmtes Höhlenkloster brennt
15.06.2026 - 06:00:19 | dpa.de(Neu: weitere Details)
KIEW (dpa-AFX) - WÀhrend einer neuen Welle russischer Luftangriffe auf die Ukraine ist auch die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zÀhlenden Höhlenklosters in Kiew in Brand geraten. "Nach operativen Informationen gibt es ernsthafte SchÀden auf dem GelÀnde des Höhlenklosters", schrieb der MilitÀrgouverneur der Dreimillionenstadt, Tymur Tkatschenko, bei Telegram. Landesweit gab es ukrainischen Behördenangaben zufolge mindestens neun Tote und Dutzende Verletzte. Medienberichten zufolge setzten die russischen Angreifer ersten Erkenntnissen zufolge mehr als 50 Raketen und rund 500 Drohnen ein.
Bilder der SchĂ€den am jahrhundertealten Höhlenkloster in Kiew machten in sozialen Netzwerken schnell die Runde - wobei unklar blieb, ob die weltberĂŒhmte PilgerstĂ€tte wegen direkter EinschlĂ€ge russischer Geschosse oder durch herabfallende TrĂŒmmer nach dem Einsatz der Flugabwehr in Brand geraten war. Flammen zĂŒngelten aus dem Dach unter den vergoldeten Kuppeln der MariĂ€-Entschlafens-Kathedrale.
Die Klosteranlage auf den HĂŒgeln am Fluss Dnipro steht unter dem Schutz der UN-Kulturorganisation Unesco und gehört seit 1990 zum Weltkulturerbe. Ihre UrsprĂŒnge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurĂŒck. HerzstĂŒck ist die 1941 im Zweiten Weltkrieg zerstörte und erst Ende der 1990er Jahre wieder aufgebaute Kathedrale.
Im unteren Teil des KlostergelĂ€ndes mit mehreren Museen befindet sich das im Mittelalter angelegte Höhlensystem mit mumifizierten Ăberresten von Geistlichen. Dieser Teil wird weiterhin von der ukrainisch-orthodoxen Kirche genutzt, die sich bis zum russischen Einmarsch 2022 als Teil des Moskauer Patriarchats sah, danach jedoch von Moskau lossagte.
Explosionen in Kiew - fĂŒnf Tote in Charkiw
In der Innenstadt von Kiew waren in der Nacht zunĂ€chst knapp zwei Dutzend - mutmaĂlich von der Flugabwehr ausgelöste - Explosionen zu hören, wie ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur berichtete. BĂŒrgermeister Vitali Klitschko zufolge gab es in drei Stadtteilen EinschlĂ€ge und mindestens 23 Verletzte. Demnach kam es auch zu weitflĂ€chigen StromausfĂ€llen und BrĂ€nden. Etwa 30 Fahrzeuge sollen in Flammen aufgegangen sein. MilitĂ€rgouverneur Tkatschenko sprach von mehr als 40 EinschlĂ€gen in der Hauptstadt. Bislang gebe es vier Todesopfer, schrieb er am frĂŒhen Morgen.
Auch aus anderen ukrainische Regionen wurde heftiger Beschuss gemeldet. Allein in Charkiw seien fĂŒnf RettungskrĂ€fte infolge der Luftangriffe getötet und vier weitere Menschen verletzt worden, berichtete das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent" unter Berufung auf Gouverneur Oleh Synjehubow. In Dnipro habe es mindestens einen Verletzten gegeben, hieĂ es. Keine dieser Angaben lieĂ sich zunĂ€chst unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.
Russen melden Tote bei ukrainischen Drohnenangriffen
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion und wird praktisch tĂ€glich aus der Luft attackiert. Inzwischen greifen sich beide Kriegsparteien vor allem mit Drohnen an, deren Einsatz fĂŒr die jeweiligen StreitkrĂ€fte vergleichsweise einfach und gĂŒnstig ist.
Nach Angaben des Gouverneurs des russischen Gebietes Tula, Dmitri Miljajew, wurden in der Nacht drei Menschen infolge ukrainischer Drohnenangriffe getötet. Drei weitere seien verletzt worden, teilte er auf Telegram mit. Die Stadtverwaltung von Moskau teilte mit, es seien mehrere anfliegende Drohnen abgeschossen worden. Zu möglichen SchÀden oder Verletzten wurde zunÀchst nichts bekanntgegeben.
