Grippeausbruch auf US-MilitÀrbasis
19.06.2026 - 14:03:36 | dpa.deDies berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf das US-MilitÀr.
Laut informierten Quellen seien rund 160 Soldaten erkrankt. Offiziell spricht das MilitÀr lediglich von einem "lokal begrenzten Grippeausbruch".
US-Regierung hatte Pflichtimpfung im April abgeschafft
Brisant ist der Fall, weil das Pentagon erst im April die verpflichtende Grippeschutzimpfung fĂŒr Soldaten abgeschafft hatte, unter anderem aus religiösen GrĂŒnden. Pentagon-Chef Pete Hegseth, der sich selbst als Kriegsminister bezeichnet, hatte damit eine nach dem Zweiten Weltkrieg eingefĂŒhrte und unter republikanischen wie demokratischen Regierungen jahrzehntelang gepflegte Regel gekippt. "Dein Körper, dein Glaube und deine Ăberzeugungen sind nicht verhandelbar", betonte er damals in einer Videobotschaft an die Truppe.
Ob die Erkrankten geimpft sind, war laut US-Medien zunĂ€chst unklar. Zudem werde geprĂŒft, ob der Tod eines Rekruten mit dem Ausbruch zusammenhĂ€nge. Laut "New York Times" hat die Luftwaffe inzwischen fĂŒr Rekruten auf dem LuftwaffenstĂŒtzpunkt Lackland wieder eine Impfpflicht eingefĂŒhrt. Ob diese Regelung bereits in Kraft sei, ist laut "Washington Post" aber unklar.
Umstrittener Impfkurs der US-Regierung
Kritiker hatten die Lockerung der Impfpflicht im MilitĂ€r als Fehler bezeichnet und gewarnt, sie könne die Einsatzbereitschaft beeintrĂ€chtigen, da sich Krankheiten in eng zusammenlebenden Einheiten schnelle ausbreiten könnten. US-MilitĂ€rangehörige mĂŒssen sich der "New York Times" zufolge nach wie vor gegen Krankheiten wie Masern, Mumps und Polio impfen lassen. Weitere Impfungen, wie beispielsweise die Anthrax-Impfung, könnten je nach Risiko und militĂ€rischer Funktion vorgeschrieben sein, so die Zeitung.
Seit dem Amtsantritt von PrÀsident Donald Trump hat die US-Regierung mehrfach wissenschaftlich anerkannte Fakten zum Thema Impfungen in Abrede gestellt. Besonders Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. zieht die Sinnhaftigkeit von Impfungen in Zweifel. Er stellte einen - von Forschern widerlegten - Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus her und riet lange von Spritzen gegen Masern ab. Als die Zahl der Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten schnellte, bezeichnete er Impfungen dann doch als effektivstes Mittel zur EindÀmmung der Epidemie.
