Kommunen, Finanzreform

Kommunen: Finanzreform erster Schritt - aber hilft akut nicht

26.06.2026 - 14:47:56 | dpa.de

Kommunale SpitzenverbĂ€nde sehen in der Finanzreform, auf die sich Bund und LĂ€nder geeinigt haben, "gute AnsĂ€tze" zur Vermeidung kĂŒnftiger zusĂ€tzlicher Schulden.

FĂŒr akute Finanzprobleme der Kommunen gebe es allerdings noch keine "große Lösung", teilten der Deutsche StĂ€dtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche StĂ€dte- und Gemeindebund in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Das aktuelle Defizit der Kommunen von 30 Milliarden Euro pro Jahr werde maßgeblich durch die Sozialgesetzgebung des Bundes verursacht.

Nach langen Verhandlungen hatten sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die MinisterprĂ€sidenten am Donnerstag auf eine Neuregelung der Bund-LĂ€nder-Finanzen verstĂ€ndigt. KĂŒnftig gelte der Grundsatz: "Wer bestellt, bezahlt." Der Bund ĂŒbernimmt demnach einen Großteil der Mehrkosten, die den LĂ€ndern und Kommunen durch GesetzesĂ€nderungen auf Bundesebene entstehen.

Alle drei SpitzenverbĂ€nde kritisieren, dass sich die Einigung nur auf neue Gesetze beziehe, aber nicht auf bereits bestehende. Bis die Reform Wirkung bei den kommunalen Finanzen entfalte, brauche es konkrete BeschlĂŒsse zur sofortigen Entlastung von den Kosten durch Sozialgesetze. Gefordert wird eine Soforthilfe. "Wenn Bund und LĂ€nder nur fĂŒr die Zukunft Besserung geloben und die Gegenwart dabei komplett ausblenden, werden unsere Schuldenberge weiter explodieren", sagte der PrĂ€sident des Landkreistages, Achim Brötel (CDU), den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Die Kommunen sollten bei weiteren ReformgesprĂ€chen eingebunden werden, hieß es von den kommunalen InteressenverbĂ€nden weiter.

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