Kone, Aktie

Kone Aktie: 0,46 Euro je Aktie verfehlt

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kone verfehlt Gewinnerwartungen im zweiten Quartal, hält aber an Jahreszielen fest. Die Integration von TK Elevator belastet das Ergebnis.

Kone: Quartalszahlen verfehlen Prognosen, Jahresausblick bestätigt
Modernes, minimalistisches Industriedesign eines Aufzugsschachts in gedämpften Metalltönen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der finnische Aufzug- und Rolltreppenhersteller Kone hat seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Während der Umsatz mit 2,9 Milliarden Euro den Markterwartungen entsprach, blieb das Ergebnis je Aktie hinter den Prognosen zurück. Mit einem Wert von 0,46 Euro verfehlte das Unternehmen die Schätzungen der Analysten um 9,7 Prozent. Dennoch hält das Management an seinem Ausblick für das Gesamtjahr fest, obwohl die Integration des im April übernommenen Wettbewerbers TK Elevator (TKE) das Ergebnis belastet.

Am gestrigen Freitag reagierten die Anleger positiv auf die Bestätigung der Jahresziele. Das Papier schloss im deutschen Handel bei 48,97 Euro. Trotz dieser kurzfristigen Erholung weist die Aktie seit Jahresbeginn ein Minus von 19,19 Prozent auf und notiert damit weiterhin deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 64,30 Euro, zu dem aktuell ein Abstand von 23,84 Prozent besteht.

Integration von TK Elevator im Fokus

Ein zentraler Faktor für die aktuelle Entwicklung ist die Übernahme von TK Elevator, die Kone im April für einen Kaufpreis von 29,4 Milliarden Euro vollzogen hat. Die damit verbundenen Integrationskosten prägten das abgelaufene Quartal. Wettbewerber beobachten diesen Prozess genau. Laut Berichten sieht Schindler-CEO Paolo Compagna in der laufenden Fusion Chancen für das eigene Haus, insbesondere bei der Gewinnung von Kunden und Mitarbeitern, die während der komplexen Zusammenführung der beiden Branchenriesen unzufrieden sein könnten. Zudem könnten mögliche Kartellauflagen dazu führen, dass Kone Firmentieile veräußern muss, an denen Schindler Interesse signalisiert.

Trotz der kurzfristigen Gewinnbelastung durch die Akquisitionskosten zeigt sich das Management von Kone zuversichtlich. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Konsens der Analysten mit einem Umsatzanstieg auf 11,8 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde. Langfristig wird sogar eine Beschleunigung des jährlichen Umsatzwachstums auf über sieben Prozent erwartet, was deutlich über dem historischen Durchschnitt läge.

Service-Geschäft fängt Schwäche im Neuanlagenmarkt ab

Das Marktumfeld bleibt insbesondere in China herausfordernd. Der dortige Immobiliensektor zeigt laut Marktbeobachtern auch Mitte 2026 keine Anzeichen für eine grundlegende Trendwende, da die Regierung in Peking die Entschuldung des Sektors über die Förderung der Nachfrage stellt. Dies führt bei Branchengrößen wie Kone und dem US-Konkurrenten Otis zu einer Verschiebung des Fokus: Weg vom schwächelnden Neuanlagengeschäft, hin zur Wartung und Modernisierung bestehender Aufzüge. Otis meldete für das zweite Quartal ein organisches Wachstum im Service-Bereich von neun Prozent, während die Neuanlagen stagnierten.

Analysten bewerten die langfristigen Aussichten für Kone trotz des jüngsten Gewinnrückgangs überwiegend positiv. Die Experten von Kepler Cheuvreux haben ihr Kursziel für die Aktie von 68 auf 70 Euro angehoben und ihre Kaufempfehlung bestätigt. Sie setzen dabei auf die Marktführerschaft nach der TKE-Integration und die stabilen Cashflows aus dem Service-Geschäft, das als weniger zyklisch gilt als der Verkauf von Neuanlagen. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt derzeit bei 60,43 Euro, wobei die Spanne der Einschätzungen von 45 bis 83 Euro reicht.

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